Das feuerverzinkte Hochwasserpumpwerk wurde in den „Landschaftsraum Rheinstrom“ eingebunden. Nachts wird die feuerverzinkte Gitterostfassade des Pumpwerkes illuminiert. Foto: Kaspar Kraemer Architekten
Das Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße war im Zuge des erweiterten Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Köln neben weiteren Anlagen notwendig geworden, damit auch bei extremem Rheinhochwasser die geklärten Abwässer und Regenwasser der Stadt in den Rhein geleitet werden können, ohne das es zu einem Rückstau in der Kanalisation kommt.
Dazu werden leistungsfähige Pumpen inklusive der notwendigen technischen Infrastruktur benötigt. Aus diesem Grund gliedert sich das Pumpwerk baulich in einen Tiefbau- und einen Hochbauteil. Der teilweise unterirdische Tiefbauteil birgt sechs Pumpen, der Hochbauteil übernimmt die elektrotechnische Versorgung.
Die konzeptionelle Idee des Entwurfes war, den Gebäudekomplex des Tiefbauteils durch eine geplante fließende Geländemodulation in den „Landschaftsraum Rheinstrom“ einzubinden und das Betriebsgebäude als signifikante Landmarke herauszuheben. Die Fassadenmaterialien des Tiefbauteils sind auf Basaltstein für die östliche und westliche Böschungswand und Grassbewuchs für das aus Wartungsgründen schwerlastbefahrbare Gründach beschränkt. Diese beiden Materialien sind die vorherrschenden und charakteristischsten des Rheinufers.
Gegenüber den Fassaden des Tiefbauteiles, kommt der Fassade des Hochbauteiles eine besondere Rolle zu. Sie musste aus gestalterischer Sicht eine kontrastierende Wirkung in Material und Form gegenüber dem Tiefbauteil besitzen. Die Umhüllung sollte zudem einen „Screen“ erzeugen, der dem Gebäude trotz zahlreicher und unregelmäßig verteilter Durchbrechungen des Betonkörpers wie Zugangsöffnungen und Belüftungsgitter ein homogenes Fassadenbild verleiht. Desweiteren war ein hoher passiver Vandalismusschutz gegenüber „Graffiti-Angriffen“ und mechanischen Beanspruchungen gefordert.
Um diesen Kriterien zu entsprechen, wurde eine Stahl-Gitter-Konstruktion als selbsttragende Vorhangfassade entwickelt. Die horizontal strukturierten Gitterroste umspielen den Betonkörper des Hochbauteils im Abstand von neunzig Zentimeter im Wand- als auch im Dachbereich. Die gesamte Fassadenkonstruktion ist aus feuerverzinkten und anschließend beschichteten Gitterrosten im Duplex-Verfahren realisiert.
Dies bietet einen hohen mechanischen Schutz und auf Grund der Struktur der Gitterroste wenig Angriffsfläche für Graffiti-Sprayer. Gleichzeitig verleiht sie dem Gebäude eine homogene Struktur und führt so zu der gewünschten Zeichenhaftigkeit.
Alle sechs notwendigen und zweiflügeligen Türen beziehungsweise Einbringöffnungen sind im Detail so ausgebildet, das sie sich der homogenen Fassadenstruktur unterordnen und zu keinem störenden optischen Element werden.
Mit Hilfe von sparsamer LED-Technik, die innerhalb der Metallgitter-Konstruktion montiert ist, werden je nach Höhe des Rheinpegels, verschiedene Farbspektren auf die Betonfassade des Hochbaus abgebildet. Die am Tage zurückhaltend und homogen erscheinende Metall-Fassade entfaltet bei Einbruch der Dämmerung eine eigenständige Wirkung.