 | EDELSTAHL: Geflecht für die Fassade |
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 Das Edelstahlgeflecht setzt im Erdgeschoss des Hochhaus „1Bligh Street“ in Sydney mit einer Länge von etwa neunzig Metern und einer Höhe von bis zu 17 Metern einen eindrucksvollen optischen Akzent. Foto: Schmolz + Bickenbach
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Das an ein Kettenhemd erinnernde Edelstahlgeflecht am Hochhaus „1Bligh Street“ in Sydney dient einerseits als Umzäunung eines Kinderspielbereichs und setzt andererseits mit einer Länge von etwa neunzig Metern und einer Höhe von bis zu 17 Metern einen eindrucksvollen optischen Akzent an der unteren Fassade des Hochhauses. Architektonische Kettengeflechte in diesen Dimensionen werden heute ausschließlich von der Promesh GmbH im württembergischen Mühlacker hergestellt. Den Draht fertigte die Sprint Metal Edelstahlziehereien GmbH.
„In der Fassadengestaltung haben Kettengeflechte im Vergleich zu zahlreichen anderen Materialien einen entscheidenden Vorteil: Sie bilden eine einheitliche und auf Hochglanz polierte Oberfläche, die beispielsweise auch als Plattform für Lichtinstallationen dienen kann“, erklärt Jörg Schüle, Geschäftsführer der Promesh GmbH. „Darüber hinaus ist rostfreier Edelstahl äußerst wartungsarm und lässt sich zu hundert Prozent recyceln.“ Bei seinem aktuellen Projekt in Sydney, das bereits in der Planungsphase mehrfach ausgezeichnet wurde, umschließt das Ringgeflecht den Outdoor-Spielbereich einer im Hochhaus untergebrachten Kindertagesstätte wie ein luftdurchlässiger Vorhang, und mit seinen etwa 1.500 Quadratmetern umhüllt der geflochtene Edelstahldraht fast ein Drittel des ovalen Gebäudes in den unteren Stockwerken.
Da das Hochhaus in unmittelbarer Näher zum Hafen von Sydney errichtet wird, sind die Anforderungen an das verwendete Material sehr hoch: Der rostfreie Edelstahl muss sowohl der salzhaltigen Luft als auch den Belastungen durch Wind langfristig standhalten. Zudem sind die Verarbeitungseigenschaften entscheidend – sei es bei der Drahtherstellung oder beim Biegen und Schweißen der Kettenringe. „Wir haben Promesh für diese Anwendung einen Draht aus dem austenitischen Werkstoff 1.4404 empfohlen, der zum Beispiel häufig im Offshore-Bereich eingesetzt wird. Er behält auch geschweißt eine hohe Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion“, erklärt Matthias Stich, Geschäftsführer von Sprint Metal, einer Tochtergesellschaft der Schmolz + Bickenbach AG.
Die Erschmelzung des Werkstoffs, die Herstellung des Walzdrahts mit einer Dicke von acht bis zehn Millimetern und die Weiterverabeitung zu einem Vorziehdraht mit einem Durchmesser von 1,6 Millimetern übernahm die französische Konzerntochter Ugitech nach den Vorgaben von Sprint Metal. Im deutschen Werk in Reichshof fertigte die Edelstahlzieherei schließlich den Architekturdraht mit einem Durchmesser von 1,1 Millimetern.
Aus dem fertigen Draht fertigte anschließend die Promeshim württembergischen Mühlacker das Ringgeflecht, das unter der Marke Alphamesh weltweit angeboten wird. Das auf Metallgeflechte spezialisierte Unternehmen verarbeitete rund sieben Tonnen Draht mit einer Gesamtlänge von über 920 Kilometern zu einem Kettengeflecht, das auch heute nach dem gleichen „Webmuster“ aufgebaut ist wie ein mittelalterliches Kettenhemd.
Dabei umschließt jeder einzelne Ring vier weitere. Doch während früher sämtliche Kettenglieder mühsam gebogen und verschweißt werden mussten, wird das moderne Werkstück durch hoch spezialisierte „Ringgeflechtsmaschinen“ in nahezu endlosen Abmessungen hergestellt. Dabei wird der Draht in die Maschine eingeführt, entsprechend dem eingestellten Ringdurchmesser in der erforderlichen Länge abgeschnitten, zu einem Ring gebogen und abschließend an den beiden Drahtenden miteinander verschweißt.
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