Brandschutz: Sonderlösungen für Kö-Bogen-Tunnel

Um die Anfahrt und das Parken für die Besucher mit PKW zu vereinfachen, entstand mit dem Kö-Bogen der gleichnamige Kö-Bogen-Tunnel mit angeschlossener Tiefgarage. Für das Großprojekt musste eine Brandschutz-Sonderlösung für die Abschottung im Brandfall entwickelt und eingebaut werden.

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Ein Tunnel verbindet den Düsseldorfer Kö-Bogen mit der Tiefgarage. Spezielle Rauch- und Brandschutztore sowie -türen schotten im Notfall die Tiefgarage und die Fluchtwege vom restlichen Tunnel ab.

Mit dem Bau des Düsseldorfer Kö-Bogens, setzte die Landeshauptstadt einen neuen Akzent im Stadtbild. Die Kombination aus architektonisch eindrucksvollen Gebäuden, Einkaufs- sowie Entspannungsmöglichkeiten lockt tagtäglich eine Vielzahl von Besuchern an. Um die Anfahrt und das Parken für die Besucher mit PKW zu vereinfachen, entstand mit dem Kö-Bogen der gleichnamige Kö-Bogen-Tunnel mit angeschlossener Tiefgarage. Am Bau dieses Komplexes war die Firma Fritz Tür + Tor aus Augsburg beteiligt. Sie lieferte spezielle Rauch- und Brandschutztore sowie -türen, die im Notfall die Tiefgarage und die Fluchtwege vom restlichen Tunnel abschotten.
Der Bau von Gebäuden unterliegt diversen Brandschutzbestimmungen, um im Extremfall Menschenleben zu schützen. Ebensolche Bestimmungen gibt es auch für Tunnel, in welchen im Brandfall Feuer und Rauchgase eine enorme Gefahr für Menschen darstellen. Um in einem solchen Notfall die mit dem Tunnel verbundene Tiefgarage zu schützen und einen sicheren Zugang zu den Fluchtwegen zu ermöglichen, mussten im Bereich der Zufahrt sowie entlang des Tunnels spezielle Tore und Türen verbaut werden, die die Parkzone und die Fluchtwege vom Tunnel abkoppeln.

Spezielle Vorgaben für den Brandschutz

Für den Bau dieser Brandschutzelemente wurde die Firma Fritz Tür + Tor beauftragt, die auf die Anfertigung von Sonderlösungen spezialisiert ist. Für die Feuerschutz-Zufahrtstore mussten nicht nur bauliche Herausforderungen wie zum Beispiel die großen Maße von 4,50 mal 2,40 Meter sowie die Steigung von Zu- und Abfahrten der Tiefgarage berücksichtigt werden. Zusätzlich mussten Vorgaben eingehalten werden, nach denen die Tore über einen Antrieb geöffnet und von der Leitwarte aus geschlossen werden können sowie im Brandfall über Rauchmelder automatisch schließen.
Die Fluchttüren mussten in ihrer Bauweise den „Technischen Lieferbedingungen und Technischen Prüfvorschriften für Türen und Tore in Straßentunneln“, kurz TL/TP TTT entsprechen. Diese verlangen unter anderem, dass diese Brandschutzelemente beständig gegen aggressive Gase, Staub, Sicker-Schmelz und Reinigungswasser sowie einer permanenten Druck- und Sogbeanspruchung von mindestens 0,5 kN/m² sind, wie sie in Tunneln vorkommen können. Zudem müssen sich die Türen mit einer maximalen Öffnungskraft von sechzig Newton öffnen lassen können.

Maßanfertigungen für maximale Sicherheit

Um alle Anforderungen zu erfüllen, setzte die Fritz Tür + Tor auf vier einflügelige feuerbeständige Drehflügeltore in den Sondermaßen 4,50 mal 2,40 Metern sowie fünf einflügelige Türen aus Edelstahl des Typs TSN-11 von System Schröders, die jeweils der Feuerwiderstandsklasse T 90-1 RS entsprechen und somit mindestens neunzig Minuten einem Feuer standhalten. Die Tore wurden zudem an die schrägen Zu und Abfahrten angepasst und mit Antrieben, Steuerungselementen sowie einer unterbrechungsfreien Stromversorgung ausgestattet, um im Notfall sowohl durch den Befehl einer Feststellanlage als auch durch den einer zentralen Betriebsstelle zuverlässig schließen zu können. Des Weiteren wurden die Türen, die sich neben den Toren im Verlauf der Flucht und Rettungswege befinden, mit wartungsfreien Polymer-Verbundgleitlagern ausgestattet. Diese sorgen für eine wesentliche Verringerung der benötigten Kraft, die zum Öffnen und Schließen der Türen benötigt wird.

Extreme Sonderausführungen

Harald Grassmann, verantwortlich für Tunnelprojekte bei der Fritz Tür + Tor fasst das Projekt wie folgt zusammen: „Dank unserer jahrelangen Erfahrung in der Fertigung individueller Tore und Türen konnten wir auch bei diesem Projekt alle Vorgaben erfüllen. Durch unsere Zusammenarbeit mit System Schröders können wir auf vielseitige, ausgereifte, geprüfte und zugelassene Produkte zurückgreifen, die es uns erleichtern, nach den strengen gesetzlichen Vorgaben auch solch extreme Sonderausführungen, wie einflügelige, feuerbeständige Tore mit einer Breite von 4,5 Metern zu fertigen.“
Einen weiteren Vorteil der Zusammenarbeit zwischen der Fritz Tür + Tor und System Schröders ergibt sich zudem aus weiteren Leistungen der Erkelenzer Entwicklungsfirma, die es fertigenden Betrieben ermöglicht, auch außergewöhnliche Projekte zu realisieren. So übernimmt System Schröders unter anderem die Beantragung von erforderlichen Gutachten und Zustimmungen im Einzelfall. Grassmann erläutert: „Als Grundlage für das Nachweisverfahren TL/TP TTT benötigten wir ein Gutachten der Materialprüfanstalt für das Bauwesen in Braunschweig. Dieses wurde durch unseren Lizenzgeber beantragt und abgewickelt, sodass wir den Auftrag reibungslos erfüllen konnten.“