Gestaltungswettbewerb: Alles sehr gut in Form

Auf der diesjährigen Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München wurden wieder die Sieger des Bundesnachwuchswettbewerbs „Die gute Form – Gestaltung im Handwerk“ präsentiert und geehrt. Gezeigt wurden die Stücke auf einem komplett neu gestalteten Stand des Metallhandwerks.

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Der Sieger Manuel Lufen aus Berlin (Ausbildungsbetrieb: Stefan Fittkau Metallbau und Kunstschmiede) mit seinem Wandregal: „Mich fasziniert die Flexibilität, die man mit diesen Materialien im Metallhandwerk hat.“ Foto: BVM

Etwa drei Wochen vor Messebeginn hatte sich eine fünfköpfige Jury im Ausbildungszentrum des bayerischen Metallhandwerks in Garching zusammengefunden, um die teilnehmenden Exponate am Wettbewerb zu jurieren. Die Arbeit der Jury war in diesem Jahr besonders schwierig, weil die zehn eingereichten Arbeiten (teilnehmen können die jeweils ersten und zweiten Landessieger aus den Bundesländern) ein besonders hohes gestalterisches, fertigungstechnisches und handwerkliches Niveau hatten.

Schließlich wurden in einem neutralen Bewertungsprozess, bei dem die Arbeiten nach insgesamt sieben Kriterien in unterschiedlicher Gewichtung genau beurteilt werden, die drei Siegerarbeiten ermittelt.
Ausgezeichnet wurden die Gewinner dann bei einer Bühnenshow am 11. März 2017 auf der IHM in der Halle B1. Eröffnet wurde die Show durch Professor Hartwig Gerbracht von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim und Jurymitglied: „Die Gute Form im Handwerk ist gegeben, wenn der Handwerker zum Poeten wird, seine Werkzeuge und Materialien wie Tasten gebraucht. Er gestaltet nützliche Objekte mit ästhetischem Mehrwert“.

Spannungsreich gestaltete Objekte

Sieger des Gestaltungswettbewerbs wurde Manuel Lufen aus Berlin mit einem Wandregal, den zweiten Platz belegte Dominik Unterrainer aus Hessen mit einer Tischleuchte und den dritten Platz errang Andreas Burkart aus Bayern mit einer Wetterfahne. Der erste und der dritte Sieger nahmen die Preise – jeweils eine Nagelskulptur aus der Schmiede Benjamin Petzel – aus den Händen der Bundesfachgruppenleiter Michael Stratmann und Clemens Mühlenhoff entgegen. Der zweite Sieger ist momentan in Ruanda zum „Sozialen Friedensdienst im Ausland“ und war per Videobotschaft zugeschaltet. Stellvertretend bekamen seine Eltern den Preis für ihn überreicht.
Manuel Lufen setzte sich mit einem perfekt gefertigten und spannungsreich gestalteten Wandregal durch. Der Grundkörper aus Aluminiumblechen und Stegen überzeugte die Jury durch die hochwertige Gestaltung und die saubere und präzise Herstellung. Diese handwerkliche Arbeit nutzt die Präzision aktueller Technologien und zeigt weder Verbindungselemente noch Schweiß- oder Lötnähte.

Der zweite Platz ging an Dominik Unterrainer aus Hessen für eine Tischleuchte. Das Kernstück ist ein Tubus aus Damaszenerstahl, der zwei Lichtquellen enthält. Der Nachwuchsmetallgestalter bewies eine hohe Gestaltungssicherheit bei gleichzeitiger ausgezeichneter technischer Ausführung.
Andreas Burkart aus Bayern belegte mit seiner geschmiedeten Windfahne den dritten Platz. Die Arbeit besticht durch ihre klare und spannungsreiche Formensprache. Sowohl die Schmiedetechnik als auch die technische Lösung des Drehmechanismus sind meisterhaft ausgeführt.

Einmalige Leistungsschau des Metallhandwerks

Präsentiert wurden die Exponate des Wettbewerbs „Die gute Form“ vom 8. bis 14. März auf einem völlig neu gestalteten Stand des Metallhandwerks in der Halle B1.
Entwickelt wurde das Standdesign an der HAWK unter der Leitung von Professor Hartwig Gerbracht – in enger Zusammenarbeit mit der Bundesfachgruppe Metallgestaltung im Bundesverband Metall (BVM). Der vom Fachverband Metall Bayern ausgerichtete Messeauftritt erhielt Förderzuschüsse des Freistaats Bayern.
Das Metallhandwerk hat den Messestand mit weiteren preisgekrönten Exponaten und innovativen Produkten dazu genutzt, um auf das innovative Potenzial der metallhandwerklichen Berufe aufmerksam zu machen. Neben den Metallgestaltern zeigten Betriebe der Fachbereiche Metallbau und Feinwerktechnik ihr Portfolio zur Gestaltung im Metallhandwerk. Ein offener Pavillon mit Werkstattcharakter, die individuell entworfenen Messemöbel wie Konsolen und Vitrinen sowie das verwendete Material und seine Gestaltung inszenierten die Objekte im Spannungsfeld zwischen Gebrauchsgegenstand und einzigartig gestaltetem Produkt.