Metallbaukongress 2016: Gut informiert

Die Branche hat sich in diesem Jahr erneut in Würzburg getroffen – austauschen, netzwerken und informieren standen auf dem Programm der zweitägigen Veranstaltung. Höhepunkt war die Verleihung des Deutschen Metallbaupreises während der Abendveranstaltung.

Metallbaukongress 2016 Stahlbau
In der Rotationshalle des Vogel Convention Centers in Würzburg trafen sich in diesem Jahr etwa 250 Metallbauer über aktuelle Trends und künftige Entwicklungen ihrer Branche informieren. Foto: M&T

Am 21. und 22. Oktober 2016 fanden im Vogel Convention Center in Würzburg der diesjährige Metallbau- und der Feinwerkmechanik-Kongress statt. Nützliche Vorträge, aussagekräftige Aussteller und ein festlicher Auszeichnungsabend boten beste Voraussetzungen für einen rundum gelungenen Branchentreff.

Die fast 300 Teilnehmer am Metallkongress ließen es sich trotz meist voller Auftragsbücher nicht nehmen, an den zwei Tagen in Würzburg Kollegen zu treffen, aktuelle Informationen zu erhalten und interessante Gespräche zu führen.

Den Einführungsvortrag von Dirk Werner (IW Institut der deutschen Wirtschaft Köln) und Diether Hils (BVM) zur Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung im Metallhandwerk hörten die Teilnehmer am Metallbaukongress und am Feinwerkmechanik-Kongress zusammen, da dieses Problem in den nächsten Jahren das gesamte Metallhandwerk beschäftigen wird. Die Referenten lieferten Fakten zur Situation und machbare Hilfen sowie Lösungsvorschläge für das Problem.

Beim Metallbaukongress ging es dann mit einem spannenden Thema für die Torbauer und -montagebetriebe unter den Metallhandwerkern weiter. Klaus-W. Hein vom IFT-Rosenheim gab einen Überblick über die aktuelle Normungssituation und erläuterte anhand der neuen Tore-Richtlinie des BVM gut handhabbare Möglichkeiten, um normgerechte Tore zu bauen und zu montieren. Lehrreiche Schadensfälle und Möglichkeiten zur Schadensvermeidung rundeten das Thema ab.

Mit anschaulichen Schadensfällen ging es dann auch im Vortrag von Frank Kammenhuber, einem erfahrenen Gutachter und Mitinhaber einer Sachverständigenpartnerschaft in Hamburg, weiter. Er ging vor allem auf Möglichkeiten zur Bewertung von Mängeln ein und gab abschließend einen kleinen, aber beeindruckenden Einblick in die Bautechnik der neuen Elbphilharmonie in Hamburg, bei der er als Gutachter direkt beteiligt war. Der kräftige Beifall zeigte, dass er den Nerv der Zuhörer getroffen hatte.

Den Abschluss des ersten Tages lieferte Dr. Tobias Rodemann, Richter am Oberlandesgericht in Düsseldorf, der aktuelle Gerichtsurteile für die Metallhandwerker einleuchtend und verständlich kommentierte. Die abschließende rege Diskussion hatte fast den Charakter einer Rechtsberatung.

Am Abend folgte das Highlight des Kongresses, die festliche Verleihung des Deutschen Metallbaupreises und des Feinwerkmechanikpreises .

Praktische Hilfen

Der zweite Tag startete mit dem Vortrag von Rainer Böddecker (BVM). Er gab mit seinem „Erfahrungsbericht eines Auditors“ einen guten Überblick zu den wichtigsten praktischen Punkten bei der Umsetzung der werkseigenen Produktionskontrolle und vermittelte anschauliche Tipps für die Vorbereitung des Wiederholungsaudits.
Der Einsatz von Glas gehört bei den meisten Metallbauern zum täglichen Geschäft. Die neue Normenreihe DIN 18008 hat dabei einige Änderungen gebracht. Deshalb stellte Markus Jäger (BVM) anschließend die wichtigsten Neuheiten für absturzsichernde Verglasungen zum Beispiel im Fassaden- und Geländerbau vor. Sein anschaulicher Vortrag beantwortete viele Fragen zur neuen Norm und zeigte praktikable Möglichkeiten zur Umsetzung.

Im nächsten Referat setzte Heiko Behrendt vom „Unabhängigen Landeszentrum für Datensicherheit Schleswig-Holstein“ sein Thema vom Vorjahr fort. Er gab informative Tipps zur Vermeidung von Systemausfällen und Datenverlusten im mittelständischen Metallhandwerksbetrieb.

Den Abschluss des Metallkongresses bildete der ungewöhnliche Vortrag von Prof. Claus Mattheck, der „Denkwerkzeuge aus der Natur ableitete“ und viele interessante Ansätze für den Leichtbau lieferte. Er inspirierte die Teilnehmer mindestens dazu, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen.

Die begleitende Fachausstellung von Zulieferern des Metallhandwerks fand in den Pausen den regen Zuspruch der Metallhandwerker. In der Sheddachhalle konnten sie sich aus erster Hand über Neuheiten für ihren betrieblichen Alltag informieren.

Der nächste Metallkongress findet am 3. und 4. November 2017 im dann neu eröffneten Carmen-Würth-Forum in Künzelsau statt.

Sehen Sie in der Bildergalerie Eindrücke des Kongresses 2016.


Auch in diesem Jahr erwartete Sie wieder eine Vielzahl interessanter Aussteller auf der begleitenden Fachschau.




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