Arbeitsschutz: Sichere Sägen

Immer wieder passieren Unfälle an Sägen. Anforderungen an die Sicherheit dieser Technik sind in der DIN EN 13898 und in der im Oktober erscheinenden Nachfolgenorm DIN EN ISO 16093 festgelegt.

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Beim Umgang mit Sägen können immer wieder Unfälle passieren. Deshalb sollten die entsprechenden Konstruktions- und Verhaltensregeln beachtet werden. Foto: Metabo

Der Anwendungsbereich dieser Normen umfasst alle gängigen Sägetypen (horizontale und vertikale Bandsägen, Kreissägen, Bügelsägen) für die Kaltbearbeitung von Eisen- und Nichteisenmetallen sowie zugehörige Einrichtungen, zum Beispiel Spann- und Transporteinrichtungen. Die Sicherheitsanforderungen gelten für manuelle, teilautomatische oder automatische Sägen.
Die Hauptrisikofaktoren bei der Arbeit an Sägemaschinen sind:

  • Verletzungsgefahr durch scharfkantige Werkstücke oder beim Wechsel des Sägebandes,
  • Quetschgefahr der Hände oder der unteren Gliedmaßen durch kraftbetriebene Spanneinrichtungen,
  • Quetschgefahr durch Späneförderer,
  • Abtrennung von Körperteilen durch Einzug in laufendes Sägeblatt.

Achten Sie auf die Konstruktion

Da diese Gefährdungen durch eine nicht normgerechte Ausführung der Maschinen unzureichend berücksichtigt wurden, kam es bereits mehrfach zu schweren Unfällen. Als Unfallursache fallen immer wieder Konstruktionsmängel auf, wie ungenügender Zugriffsschutz auf das Sägeblatt bei Bandsägen oder nicht gesicherte automatische Bewegungen von Zuführ- oder Spannvorrichtungen. Aber auch Fehlverhalten auf Betreiberseite hat zu Unfällen mit abgetrennten Gliedmaßen geführt. Hier ist insbesondere das Nichtbeachten des Handschuhtrageverbots bei laufender Maschine zu nennen.
Bei der Anschaffung neuer Sägemaschinen sollten ausdrücklich auf folgendes geachtet werden:

  • Sind einstellbare Verkleidungen vorhanden, die das Sägeblatt soweit wie möglich abdecken können?
  • Sind Reinigungsbürsten (mitlaufend oder angetrieben) vor Zugriff geschützt?
  • Ist der Späneförderer abgedeckt, kraftbegrenzt oder einseitig fliegend gelagert?
  • Sind Quetsch- und Schergefahren bei kraftbetätigten oder automatischen Bewegungen abgesichert?
  • Sind kraftbetätigte Bewegungen nur im Tippbetrieb oder mit Ortsbindung möglich?
  • Sind Schließbewegungen von Spanneinrichtungen abgesichert, zum Beispiel durch:

o trennende Schutzeinrichtungen oder
o Begrenzung des Hubweges auf maximal sechs Millimeter oder
o Begrenzung der Schließgeschwindigkeit auf maximal zehn Millimeter pro Sekunde in Verbindung mit Tippbetrieb?
  • Sind bewegliche trennende Schutzeinrichtungen (zum Beispiel Klappen an der Verkleidung der Sägebandrollen) mit zwangsöffnenden Positionsschaltern überwacht?
  • Verfügt die Maschine über einen abschließbaren Hauptschalter und eine oder mehrere rot-gelb gekennzeichnete Not-Halt-Einrichtung(en)?
Das Unfallrisiko lässt sich deutlich verringern, wenn von den Hersteller die normgerechte Ausführung der Maschinen und von den Betreibern das sicherheitsgerechte Verhalten beachtet werden.
(Quelle: BGHM)

Letzte Aktualisierung: 07.11.2017