„Beschaffung von C-Teilen einfacher und effizienter machen“

Im Handwerk herrscht extremer Produktivitätsdruck. Ein strafferer Beschaffungsprozess kann Zeit für die eigentliche Handwerksarbeit freisetzen. Als Sales-Director E-Business International des Zulieferers Würth erläutert Moritz Schwarz, warum es sich somit für Handwerksbetriebe lohnt, über die noch junge Handelsplattform Wucato zu bestellen.

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„Unternehmen stehen vor der Aufgabe, mit weniger Mitarbeitern immer mehr zu leisten. Automatisierte oder durch Digitalisierung vereinfachte Beschaffungsprozesse sparen die dafür nötige Zeit ein.“
Foto: M&T

Warum baut der Würth-Konzern eine Handelsplattform auf und aus?

Die Fachkräfte im Metallhandwerksbetrieb werden immer dringender in der Montagehalle oder auf einer Baustelle gebraucht. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, mit weniger Mitarbeitern immer mehr zu leisten. Automatisierte oder durch Digitalisierung vereinfachte Beschaffungsprozesse sparen die dafür nötige Zeit ein. So bleibt mehr Zeit fürs Wesentliche, das Kerngeschäft des Unternehmens.

Wie spart der Betrieb diese Zeit?

Der Zeitaufwand für eine Bestellung erzeugt im Schnitt zwischen 80 und 120 Euro Prozesskosten. Vor allem C-Teile haben einen deutlich geringeren Warenwert im Vergleich und erzeugen viel Aufwand. Dieser wird durch einen vereinfachten Bestellprozess über Wucato verringert. Wer häufiger die gleichen Teile braucht, kann etwa automatisch generierte Bestellvorlagen nutzen und mit drei Klicks eine Bestellung abschließen.

Welche Vorteile sehen Sie bei Ihrem System im Vergleich zu Wettbewerbern?

Vieles ist vergleichbar, aber bei Wucato wird besonderer Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und das persönliche Gespräch gelegt. Kunden werden von einem Ansprechpartner betreut und über den gesamten Onboarding-Prozess begleitet. Dabei wird Wucato nicht einfach nur integriert, sondern die Prozessstruktur betrachtet und Potenziale zur Optimierung identifiziert, zum Beispiel die Konsolidierung von Lieferanten oder die Abbildung von Freigaben. Darüber hinaus kann der Kunde auf Wunsch eine konsolidierte Rechnung erhalten, in der seine gesamte Bestellung aufgeführt ist. Für viele Firmen bedeutet dies eine Erleichterung des Beschaffungsprozesses oder der Zuweisung von Kosten zu Projekten. Außerdem verfügen wir über ein extrem flexibles System an Rechtezuweisungen für Bestellungen. Eine Firma kann genau regeln, wer zu welchen Bestellungen befugt ist. So lassen sich Abteilungs- und Projektstrukturen oder Berechtigungshierarchien sauber abbilden. Und der Kunde hat jederzeit Zugriff auf all seine Bestelldokumente. Falls in der täglichen Anwendung Probleme auftreten, ist sowohl der Service, als auch der persönliche Ansprechpartner immer erreichbar.

Welche Einkaufskonditionen hat der einzelne Betrieb?

Die Lieferanten sind im Shop mit ihrem Angebot vertreten. Im Marktplatzbereich gibt es die Besonderheit, dass individuelle Preise und Konditionen abgebildet werden können. Man kann also neue Lieferanten und Sortimente entdecken, aber auch bei seinen Stammlieferanten zu gewohnten Bedingungen bestellen.

Für welche Betriebe lohnt sich die Nutzung einer solchen Plattform?

Wucato hat Kunden in allen Betriebsgrößen, von einem bis mehreren 1000 Mitarbeiter. Unserer Erfahrung nach haben Metallhandwerks-Unternehmen bereits ab wenigen Mitarbeitern durch die in solchen Betrieben üblichen EDV-Strukturen meist gute Voraussetzungen für die Anbindung an Wucato. Diese ist übrigens kostenlos. Das heißt, einer unserer Berater kommt in den Betrieb, erfährt, welche Lieferanten der Betrieb hat, richtet das System ein, bildet die betriebsspezifischen Prozesse und -Strukturen ab und schult die Mitarbeiter in der Nutzung.

Sie rufen Ihre Kunden dazu auf, ihre Lieferanten zu Wucato mitzubringen. Wie ist das zu verstehen?

Aktuell verfügt Wucato über 10 Millionen Artikel. Über alle Verkaufskategorien hinweg sind namhafte Lieferanten vertreten. Kunden pflegen oftmals schon jahrelange Beziehungen zu Lieferanten, die trotz Digitalisierung von hoher Bedeutung sind. So kommt es, dass Kunden die Aufnahme eines noch fehlenden Sortiments in Wucato empfehlen. Wucato fragt dann bei dem Lieferanten an, ob er seine Produkte auf diesem Weg anbieten möchte. Die Erfahrung zeigt, dass sehr viele Lieferanten diese Möglichkeit gerne nutzen. Das Sortiment muss im Idealfall so groß sein, wie die Kunden es von Wucato fordern.

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„Unserer Erfahrung nach haben Metallhandwerks-Unternehmen bereits ab wenigen Mitarbeitern durch die in solchen Betrieben üblichen EDV-Strukturen meist gute Voraussetzungen für die Anbindung an Wucato“, sagt Moritz Schwarz.
Foto: M&T

Wie halten Sie die Daten aktuell?

Sowohl die externen Lieferanten außerhalb des Konzerns, als auch die Unternehmen der Würth-Gruppe halten die jeweiligen Sortimente selbst aktuell. Jeder Anbieter hat daran ein großes Interesse. Nur so kann er die Bestellungen seiner Kunden optimal versorgen.

Welche Beratung erhält ein Anrufer bei Wucato?

Die Anfrage wird direkt von einem unserer Service-Mitarbeiter angenommen. Fragen zum Bestellprozess und dessen Abwicklung über Wucato können von unserem Service-Team direkt beantwortet werden. Wenn sich herausstellt, dass es um eine fachlich-spezifische Anfrage zu den technischen Eigenschaften eines Produktes geht, wird durch Wucato mit dem Lieferanten Rücksprache gehalten und der Kunde schnellstmöglich informiert. Wird ein persönlicher Beratungstermin gefordert, wird der Anrufer an den zuständigen Vertriebsmitarbeiter weitergeleitet.


Wie funktioniert der 3-Stunden-Liefer­service des Würth Online Shops?

Wir sichern zu, dass wir eine Bestellung aus dem Sortiment von rund 8.000 Produkten, das wir in jeder unserer Filialen vorhalten, innerhalb von drei Stunden auf die Baustelle bringen. Das kostet pro Lieferung 9,90 Euro und ist somit vermutlich erheblich günstiger als eine Fahrt zum Baumarkt oder zu unserer nächsten Filiale.

Vita
Moritz Schwarz
In den Niederlanden und in Mexiko studierte Moritz Schwarz Business Administration mit dem Schwerpunkt Strategic Management. Nach dem Abschluss als Master of Science stieg er als Internal Consultant bei Bayer Business Services ein. Nach dem Wechsel zur Würth Group bekleidete er Funktionen als Assistent der Konzernführung und als Leiter International E-Business Integration, bevor er seine jetzige Position als International Sales Director E-Business übernahm.

Letzte Aktualisierung: 30.03.2020