Branchentreff mit Mehrwert

Der Bundesverband Metall (BVM) und der Verlag Charles Coleman hatten am 25. und 26. Oktober 2019 zum Metallkongress nach Würzburg eingeladen. Rund 300 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter auch die Besucher des Feinwerkmechanikkongresses.

Feinwerkmechanik-Kongress-2019
Foto: Stefan Bausewein

Vor dem Kongress hatte sich die Bundesfachgruppe Feinwerkmechanik im Bundesverband Metall (BVM) getroffen, um ihre Jahrestagung durchzuführen. Mit Erfolg. Die Unternehmer setzten neue fachliche Impulse mit dem Ziel, die Bundesfachgruppenarbeit künftig weiter zu stärken und zu professionalisieren. Steigerung des Nutzwertes aus der Organisation für die rund 4.000 Feinwerkmechanikbetriebe im Metallverband stehen für 2020 auf der Agenda.
Peter Ebel, Unternehmer aus dem hessischen Taunussstein sowie Obermeister der Metallinnung Wiesbaden-Rheingau-Taunus eröffnete dann den Themenreigen des Kongresses. Mit seinem überaus authentischen Vortrag „Von der Belegschaft zur Mannschaft“ zeigte Ebel, wie das Thema Mitarbeitergewinnung- und Motivation in Zeiten des Fachkräftemangels in der betrieblichen Praxis funktionieren kann. Mit beeindruckenden Ergebnissen.


Die beiden Kongresstage warteten mit spannenden und höchst aktuellen Themen auf. Bei den Feinwerkmechanik-Gästen zeigte Dr. Joachim Schlosser von Elektrobit auf, wie Teams funktionieren und die Vielfalt der Eigenschaften im Team erkannt und genutzt werden kann. Spannend ging es weiter mit Technologiefragen, als Roland Zehentmaier von der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik berichtete, wie mit der Computertomographie ein weiterentwickeltes Verfahren zur Anwendung in der Werkstoffprüfung zur Verfügung steht, das von der Detektion von Rissen und Einschlüssen bis hin zur Montagekontrolle auch bei gemischt eingesetzten Materialien in Bauteilen nutzbar ist.
Bei der festlichen Abendveranstaltung wurde dann der Feinwerkmechanikpreis 2019 verliehen. Den Preis erhielt die Firma Kreyenberg aus Norderstedt für die Entwicklung und Umsetzung eines Bearbeitungskonzeptes für eine Baugruppe einer Espressomühle.

Arbeiten Sie mit kollaborativen Robotern

Der zweite Tag startete mit einer Präsentation, die die Feinwerkmechaniker vom Start weg in ihren Bann zog. Wameq Kazemi, Vertriebs- und Applikationsingenieur bei der Robotik Freise Automation in Quickborn zeigte anhand von anschaulichen Fallbeispielen aus der betrieblichen Umgebung auf, wo die Chancen zum Einsatz von CoBots genannten Klein-Robotern liegen. Diese schnell lernende Technik kann effizient bei Standardprozessen wie der Automatisierung von Be- und Entladeprozesse, in der Schweißtechnik oder der Konfektionierung eingesetzt werden. Kazemi präsentierte beeindruckende Chancen der Koexistenz, Kooperation und Kollaboration von Mensch und Maschine, die durchaus auch bei kleinen Losgrößen wirtschaftlich genutzt werden können und von daher für viele Feinwerkmechaniker interessant sein können.


Wie ein ausgeklügeltes digitales Werkzeug bei der Vorbereitung zur Zertifizierung helfen kann, zeigte Markus Rund von Quiub. Die von ihm entwickelte Plattform bildet alle QM-relevanten Aspekte bis hin zum Risikomanagement digital ab. Großer Vorteil sei, dass die internen Audits im Gegensatz zur einschlägig stattfindenden eintägigen Terminveranstaltung effizient als laufender Prozess (Spot-Audit) integriert werden, alle relevanten Akteure zur Mitarbeit und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements eingebunden sind und per Rollenzuweisung aktiv daran mitarbeiten. Der externe Auditor kann sich durch Zugang zum System viel zeitraubende Dokumentenprüfung sparen. Das System Quiub habe die ersten formalen Hürden bereits genommen und soll in Kürze marktfähig sein.

Tun Sie das Richtige

Dr. Stefan Zipse, Rechtsanwalt aus Köln mit den Schwerpunkten Vertriebsrecht, europäisches und deutsches Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, internationale Vertriebsvereinbarungen, setzte den kommunikativen Schlusspunkt zum Feinwerkmechanik-Kongress 2019 mit ausgewählten Rechtsfragen für Feinwerkmechaniker. Aktuelle Empfehlungen zu Liefervertragsfragen mit Blick auf den Brexit und die damit ungeklärten Fragen rund um die CE-Kennzeichnung griffen die Zuhörer interessiert auf, um ihre Unternehmen für den Fall der Fälle zu rüsten. Einen weiteren Nutzwert fanden die Feinwerkmechaniker in den Informationen zu aktuellsten Neuerungen im Datenschutz. Insbesondere die Praxisinformation zu den Risiken der Verknüpfung von Firmen-Homepages mit Social-Media-Kanälen war für viele Anlass, genau nachzufragen, um für ihre Unternehmen das Richtige zu tun.

Save the date

Metallbaukongress 2020 Save the date

Der nächste Metallkongress (für Metallbauer und Feinwerkmechaniker) findet am 30. und 31. Oktober 2020 in Melle statt. Gastgeber ist im nächsten Jahr das Unternehmen Solarlux.

Karlheinz Efkemann/BVM

Letzte Aktualisierung: 20.11.2019