Brandschutzgläser: Falsch verklotzt

(Oktober 2018) An mehreren Feuerschutztüren eines Bauvorhabens wurden Risse in der Verglasung festgestellt. Lesen Sie hier, welche Ursachen der Sachverständige feststellte.

Fehlerhafte Verklotzung
Die Verklotzung ist fehlerhaft: Ein Klotz ist nach unten gefallen und hat damit keinen Randabstand mehr, der andere Klotz ist beschädigt und falsch positioniert. Fotos: Thomas

Die Risse beginnen in Höhe der Kanten des unteren Tragklotzes und verlaufen von dort in leichtem Bogen ohne wesentliche Richtungsänderungen oder Verästelungen zu einer anderen Glaskante. Die Risse betreffen nicht den gesamten Verbund des Brandschutzglases, sondern nur einzelne Scheiben. Zur Verklotzung der Brandschutzgläser wurden Hartholzklötze unterschiedlicher Dicke verwendet, die jeweils achtzig Millimeter lang sind.

Achten Sie auf die richtige Lage

Der Hersteller der Brandschutzgläser empfiehlt Klotzlängen von achtzig bis hundert Millimetern.
Wie die Untersuchung ergab, weicht die tatsächliche Lage der Klötze deutlich vom Soll ab, und zwar sowohl im Hinblick auf den Abstand zur Ecke als auch hinsichtlich der Lage an sich. Der Abstand zur Ecke soll eine Klotzlänge betragen. Nur wenn Glasbruch nicht zu befürchten ist, kann der Abstand im Einzelfall auf zwanzig Millimeter reduziert werden. Einige Klötze haben einen Abstand von lediglich siebzig beziehungsweise fünfzig Millimetern, andere gar keinen Abstand zur Ecke. Damit können bei jeder Bewegung des Türflügels Kräfte unmittelbar auf die Ecke der Verglasung wirken, was aber grundsätzlich vermieden werden muss.
Auch unterstützen die Klötze durch ihre Lage nicht alle Scheiben des Verbundes. Die sogenannte Anschlagverklotzung, bei der der Klotz bis an die innere Falzkante des Rahmens geschoben wird, ist vom Systemgeber zwar nicht vorgesehen, jedoch muss durch eine sorgfältige und vor allem dauerhaft fixierte Positionierung sichergestellt sein, dass sämtliche Scheiben des Verbundes unterstützt werden. Da der Klotz auch mindestens zwei Millimeter breiter sein soll als der Glasverbund, müsste er, wäre richtig verklotzt worden, in jedem Fall sichtbar überstehen. Dieser Überstand ist aber in den wenigsten Fällen erkennbar. Das bedeutet, dass entweder zu schmale Klötze verwendet wurden oder die Position nicht sorgfältig genug ausgewählt wurde.

Verklotzen Sie richtig

Sprünge an Tragklotz
Die Sprünge beginnen in Höhe der Kanten des unteren Tragklotzes und verlaufen von dort in leichtem Bogen zu einer anderen Glaskante. Sie betreffen immer nur einzelne Scheiben des Brandschutzglases.

Die Verklotzung ist grundsätzlich so auszuführen, dass die Glaskante nicht überbeansprucht wird. Deshalb sind sowohl Breite, Länge, Standfestigkeit und Verträglichkeit sowie Härte der Klötze als auch deren Anordnung sorgfältig auszuwählen. Die Tragfähigkeit der Klötze richtet sich dabei nicht nur nach dem Material und der Länge der Klötze, sondern ist auch abhängig von der Klotzkonstruktion. Je kleiner die lasttragende Fläche ist, umso größer wird die Glaskantenbelastung. Bei ungünstigen Überlagerungen, beispielsweise Glaskantenversatz oder nicht rechtwinkligen Glaskanten, erhöht sich das Risiko für einen Glasbruch. Es hat sich aus Erfahrung gezeigt, dass die Klotzlänge hundert Millimeter betragen sollte, um eine Punktbelastung und somit das Bruchrisiko der Verglasung zu vermindern.
Die Breite der Klötze richtet sich nach der Dicke der Verglasung. Sie sollten immer breiter sein als die Glasscheibe. In einschlägigen Bestimmungen spricht man von mindestens zwei Millimetern. Bei der Verklotzung von Brandschutzgläsern müssen in jedem Fall auch die Vorgaben der jeweiligen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) und der Einbauanleitungen beachtet werden.

Fazit: Berücksichtigen Sie die Kräfte

Im Allgemeinen sollte der Abstand zwischen Klotz und Ecke der Glaseinheit eine Klotzlänge betragen. Ein weiteres Argument für diesen Abstand ist die statische Belastung der Bauteile. Wird im Eckbereich verklotzt, wirken bei der Betätigung des Türflügels Kräfte aus zwei Richtungen auf die Scheibe, was ebenfalls zu Glasbruch führen kann.
Bei richtiger Verklotzung wirken die Kräfte nicht als Punktlast, sondern verteilt auf die gesamte Auflagefläche des Glases. Verschiedene Quellen lassen im Einzelfall allerdings zu, den Abstand des Klotzes von der Ecke auf zwanzig Millimeter zu reduzieren – aber nur dann, wenn das Glasbruchrisiko dadurch nicht erhöht wird.

Das sollten Sie beachten

  • Grundsätzlich sind die vom Glashersteller vorgeschriebenen Vorgaben einzuhalten.
  • Bei der Verklotzung von Brandschutzgläsern müssen auch die Vorgaben der jeweiligen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung und der zugehörigen Einbauanleitungen beachtet werden.

Die Beachtung folgender Normen, Richtlinien, Verordnungen und Regeln sind die Voraussetzung für die fachtechnisch einwandfreie Ausführung der Arbeit:

  • Fachregelwerk Metallbauerhandwerk – Konstruktionstechnik: Kap. 2.13.5 Brandschutzverglasungen,
  • DIN 18361 Verglasungsarbeiten,
  • Technische Richtlinien des Glaserhandwerks des Bundesinnungsverbandes des Glaserhandwerks,
  • allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ),
  • Einbauanleitungen,
  • Herstellerrichtlinien von Isolierglas- und Profilsystemherstellern.


Passend zum Thema haben wir für Sie die wichtigsten Infos zur Verklotzung zusammengestellt.
Zu den Infos

(Quelle: Fachregelwerk Metallbaupraxis )

Letzte Aktualisierung: 24.10.2018