Bundesverband Metall fordert Überbrückungshilfen

Die Corona-Krise trifft feinwerkmechanische Zulieferer im Handwerk. Der Bundesverband Metall hat sich mit Schreiben vom 11. März 2020 direkt an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gewandt, um die existenziellen Sorgen und Forderungen der zuliefernden Feinwerkmechanik-Betriebe deutlich zu machen.

Erwin Kostyra
BVM-Präsident Erwin Kostyra
Foto: Maria Staggart

Insbesondere die Betriebe der Feinwerkmechanik (Maschinenbauer, Werkzeugmacher, Zulieferer) werden – nach Finanzkrise, Russlandembargo und Einbrüchen bei der Automobilindustrie – zunehmend in den existenzbedrohenden Sog der weltweit sich ausbreitenden Corona Krise gezogen.
„Bereits eingetretene und künftig zu erwartende Liquiditätsengpässe in den Betrieben müssen, auch wenn sie derzeit noch gar nicht bezifferbar sind, überbrückt werden. Dazu ist dringend und kurzfristig von der Politik, von Sozialpartnern und allen am Prozess Beteiligten zu handeln und für Entlastung zu sorgen“ unterstreicht Präsident Erwin Kostyra die Forderungen des Metallhandwerks an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Forderungen des Bundesverbandes Metall für die Dauer der Krise:

  1. Sofortige Umsetzung des Kurzarbeitergeldes mit der Übernahme der Sozialversicherungsleistungen
  2. Befristetes Aussetzen der Mitarbeiterinformationspflicht. Die meisten Tarifverträge sehen eine Mitarbeiterinformationspflicht mit Fristsetzung vor. Diese Regelung muss für die Dauer der Krise ausgesetzt werden, um den Unternehmen einen noch kurzfristigeren Zugriff auf Kurzarbeitergeld zu ermöglichen.
  3. Kurzfristige einzurichtende Darlehensprogramme zur Überbrückung mit niedrig- oder besser unverzinslichen Krediten zur Unterstützung der kleinen und mittelständischen Betriebe.
  4. Den Betrieben sollte es möglich sein, Staatsbürgschaften in Anspruch zu nehmen .
  5. Einfache und unbürokratische Beantragung der Hilfen ist ein wesentlicher Faktor für deren Erfolg .
  6. Auf EU-Ebene koordinierte Maßnahmen, die den Warenverkehr im europäischen Binnenmarkt aufrechterhalten, damit nicht zusätzlich zu den internationalen Schwierigkeiten auch noch Brüche in den EU-Lieferketten drohen.

Letzte Aktualisierung: 27.03.2020