Deutscher Metallbaupreis 2020: Siegerobjekt in der Kategorie „Metallgestaltung“

Siegerobjekt in der Kategorie „Metallgestaltung“ ist eine leicht, prägnant und ungewöhnlich gestaltete Luftskulptur für das historische Ofenhaus in Augsburg. Erfahren Sie, wie dem Metallbauer und Bildhauer durch Materialwahl, Aufbau und Gestaltung eine preiswürdige Arbeit gelungen ist.

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Gerold Sauter, Chef der Metallbaufirma Steiner, ist Metallbauer und Bildhauer.

Schwebender Rauch

Das ehemaligen Ofenhaus des Gaswerkes in Augsburg beherbergt nach Restaurierung und Umbau eine neue Brechtbühne und ein Restaurant mit Bar. Die für die Innenraumgestaltung zuständige Architektin Margarete Kolb wandte sich an Metallbildhauer Gerold Sauter. Der Chef der Metallbaufirma Steiner aus Augsburg erhielt die Aufgabe, eine im Raum schwebende Skulptur zu schaffen, die zugleich raumbildend und doch leicht und transparent ist. Denn die 18 Meter hohe Haupthalle des Restaurants sollte wie mit einer Zwischendecke getrennt aber nicht dominiert werden. In einem intensiven Entwurfsprozess entstanden in Abstimmung mit Auftraggeber, Innenarchitektin und Beleuchter Stephan Meyer die Idee und das Modell für eine Skulptur aus einem sehr feinen Metallgewebe. Inspiration für diese Lösung lieferten der Rauch des Gaswerkes und der Zigarrenrauch des genießenden Rauchers Berthold Brecht.

An Ort und Stelle gestaltet

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Die schwebende und leicht wirkende Luftskulptur hängt etwa 5,5 Meter über dem Gastraum und hat eine Ausdehnung von etwa 14 mal vier mal drei Meter. Fotos: M&T

Nach vielen Recherchen und Versuchen fiel die Wahl auf ein sehr transparentes, hauchdünn wirkendes Aluminium-Metallgewebe. Mit einem Gesamtgewicht von vierzig Kilogramm hängt es in einer Lauflänge von einhundert Metern an zweihundert 0,4 Millimeter dicken, kaum sichtbaren Edelstahldrähten an einem großen Metallgitter an der Decke. Die Verstellbarkeit der Skulptur war erforderlich, um sie für Reininigungsarbeiten abzusenken und zu verfahren.
Gerold Sauter und sein Team haben die Metallskulptur erst vor Ort bei der Montage ausgearbeitet. Dabei wurde Lage für Lage (von oben nach unten) von Hand gefaltet.
Entstanden ist ein besonderes Zusammenspiel von Installation und Raum. In tausenden von Knicken, Falten und Bögen bildet der Metallstoff immer wieder neue Gebilde aus, die je nach Lichtsituation – ob tagsüber durch Tageslicht oder abends durch künstliches Licht – diffus schillern oder wechselnde Schattenwürfe erzeugen.

Raumbildend und transparent

Der Augsburger Metallbauer Gerold Sauter und sein Team haben die Luftskulptur im Ofenhaus Augsburg in einem ständigen fließenden Prozess gestaltet. Mit intensiver handwerklicher Detailarbeit ist es gelungen, eine schwebende Skulptur zu schaffen, die raumbildend, leicht und transparent ist.

Gewinner-Video Luftskulptur

Letzte Aktualisierung: 29.10.2020