Die Jurysitzung

Der „Normalfall“: Die Jury trifft sich Anfang Juli an einem Freitagmittag in Köln im größten Veranstaltungsraum der Mediengruppe Rudolf Müller.

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Die Mitglieder der Jury 2019
Foto: M&T

Noch während der Vorstellungsrunde unterschreibt jedes Jurymitglied als erste Amtshandlung eine Geheimhaltungserklärung. Warum? Weil die Jurysitzung ein sicherer Raum ist, in dem sehr offen Fragen gestellt und diskutiert und gelegentlich sehr knappe Entscheidungen getroffen werden. Da wäre es nicht sinnvoll, wenn Details über den Ablauf oder das Abstimmungsverhalten bekannt werden. Denn jede Entscheidung - egal wie knapp - ist am Ende das gemeinsame Ergebnis der Jury.

Die Mitglieder der Jury sind Metallbau-Unternehmer, Sachverständige, Vertreter der Förderer und Partner des Deutschen Metallbaupreises sowie seine Gründer und Organisatoren Yvonne Schneider, Jörg Dombrowski und John Siehoff. 2019 waren es 21 Juroren, die die Entscheidungen trafen. Wie geht das vonstatten?

Das Prinzip ist einfach: Über jeden Schritt wird abgestimmt. Das bedeutet, dass in jeder Kategorie zu jeder Bewerbung ein verbindliches Abstimmungsergebnis getroffen wird. Kommt die Bewerbung eine Runde weiter? Kommt sie in die Endrunde oder ins Stechen? Auf diesem Weg erfolgt jeder Schritt durch Abstimmung. Jede Bewerbung wird besprochen. Jedes Ergebnis wird vermerkt.

Auf die Einhaltung dieses Regulariums achtet der Jurymoderator John Siehoff. Er leitet die Sitzung und sorgt für eine faire Diskussion. Ein eigenes Stimmrecht hat er nicht, außer es tritt ein Fall von Stimmengleichstand im letzten Stechen einer Kategorie ein. Bislang war das noch nicht der Fall.

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Deutscher Metallbaupreis Siegersignet
Foto: M&T

Meist kristallisieren sich recht schnell die stärksten Bewerbungen heraus. Dann beginnen die Plädoyers der Befürworter. Die Besonderheiten der Bewerbungen werden erläutert und abgewogen. Leitfaden der Diskussion ist der Katalog derjenigen Kriterien, die eine Bewerbung erfüllen sollte. Sie werden zu Beginn der Sitzung jedem Jurymitglied ausgehändigt und den Einschätzungen zugrunde gelegt.

Der Kreis der Favoriten wird dann schrittweise kleiner. Am Ende entscheidet häufig ein Stechen zwischen den letzten zwei oder drei verbliebenen Kandidaten, gelegentlich mit sehr knappem Ergebnis.

Sind in allen sechs Kategorien die Gewinner gefunden, fasst der Jurymoderator die Ergebnisse noch einmal zusammen. Dann beendet die Mitgründerin und Projektleiterin Yvonne Schneider die Sitzung.

Anschließend dient die Kölner Altstadt der Jury als Ort der Geselligkeit und des weiteren Austauschs zu Fachfragen und Neuigkeiten aus der Branche. Da der Zeitpunkt der Sitzung auf Anfang Juli fällt, ist nicht selten das gemeinsame Public-Viewing eines Fußball-Länderspiels der Rahmen. Am Samstagmorgen löst sich dann der für die Übernachtung im Hotel verbliebene Teil der Jury nach dem Frühstück auf. Und am Montag erhalten die Gewinner einen Anruf, in dem sie die Gratulation der Veranstalter entgegen nehmen und um die Vereinbarung eines Drehtermins gebeten werden.


Die Jurysitzung in den Zeiten von Corona

Besonnenheit im Umgang mit der Ansteckungsgefahr leitete in diesem Jahr die Planung der Jurysitzung. Am sinnvollsten erwies sich das Format, dass aus einer Mischung aus individueller Vorbereitung am PC, Videokonferenz und dem Ausfüllen und Versenden eines Stimmzettels bestand.

Die Jurymitglieder erhielten eine Woche vor der Videokonferenz eine Datei mit allen zugelassenen Bewerbungen zur Durchsicht. In der Videokonferenz am Freitag wurden inhaltliche Fragen zu den Bewerbungen geklärt. Das bezog sich vor allem auf technische Details und Fragen der Regelgerechtigkeit der Ausführung. Denn auch in Coronazeiten gilt das Motto „Klug geplant, perfekt gebaut“.

Anschließend wurde – ähnlich dem Prinzip der Eurovision-Song-Contest – durch eine abgestufte Vergabe von Punkten in jeder Kategorie sozusagen per Briefwahl (Abgabezeitpunkt Freitag Mitternacht) abgestimmt.

Nach Auswertung der Stimmen erhielten die Gewinner dann am Montagmorgen einen Anruf von den Veranstaltern des Deutschen Metallbaupreises. Die Jury wurde zeitgleich informiert.

Für das kommende Jahr ist wieder eine Jurysitzung nach dem herkömmlichen Prinzip geplant, da sich eine kompakte Sitzung mit persönlichem Kontakt für den Entscheidungsprozess als optimal erwiesen hat.

Letzte Aktualisierung: 01.07.2020