Elektrowerkzeuge: „Unsere Kernkom­petenz ist die Metallbearbeitung“

(September 2018) Seit zwei Jahren leitet Philipp Herwerth den Vertrieb der Trumpf-Elektrowerkzeuge für den deutschen Markt und hat ihn erfolgreich weiterentwickelt. Wir haben ihn gefragt, wie es weitergeht und welches sein liebstes Elektrowerkzeug ist.

Philipp Herwerth und Yvonne Schneider
Qualitäts-Werkzeuge: „Erst vor kurzem habe ich eine Blechschere aus den 30er Jahren von einem Kunden zurückbekommen. Unglaublich – und die Maschine läuft immer noch“, freut sich Philipp Herwerth. Fotos: M&T

Sie haben vor zwei Jahren die Leitung für den Vertrieb der Elektrowerkzeuge bei Trumpf übernommen. Was waren Ihre Erwartungen an die Stelle?
Ich freute mich auf eine interessante Aufgabe in einem für mich neuen, spannenden Umfeld. Und meine Erwartungen wurden definitiv nicht enttäuscht. Der B2B-Vertrieb der Trumpf-Elektrowerkzeuge über unsere TruTool-Partner und unsere Fachhändler unterscheidet sich deutlich zu den Vertriebsbereichen für die ich bisher bei Trumpf tätig war. Das Geschäft mit den Elektrowerkzeugen ist deutlich dynamischer. Im Fokus steht die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Fachhändlern und die Ausarbeitung gemeinsamer Vertriebs- und Marketingstrategien, um für die Bekanntheit und Marktdurchdringung unserer hochwertig in der Schweiz hergestellten Elektrowerkzeuge zu sorgen.
Spannend für mich ist auch die Arbeit mit unseren Endkunden aus den unterschiedlichsten Branchen, zu denen wir trotz unseres Fachhandelsvertriebs bei komplexeren technischen Fragestellungen oft direkten Kontakt haben. Wichtig war mir auch, einen direkten, technischen Bezug zu unseren Maschinen zu haben. Und ich muss sagen, die Arbeit mit den Werkzeugen macht definitiv Spaß. Das fällt mir immer wieder bei unseren Messeauftritten auf. Unsere Produkte dort den Kunden vorzuführen und aktiv beratend tätig zu sein, ist unbezahlbar.

Welche persönlichen Ziele haben Sie in dieser Zeit erreicht?
Als Vertriebler wird man an Zahlen gemessen und die positive Entwicklung macht mich stolz auf unser Team. Im aktuellen Geschäftsjahr, das zum 30. Juni 2018 endete, rechnen wir mit einem hohen einstelligen Umsatzwachstum. Diesen verdanken wir der erfolgreichen Einführung der 18-Volt-Akku-Reihe sowie unserer Kantenkampagne zur optimalen Schweißnahtvorbereitung.
Aber nicht nur das reine Umsatzwachstum und die Gewinnung von Interessenten sind mir wichtig. Die gute, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren TruTool-Partnern und Fachhändlern ist mir ein besonderes Anliegen. Nur gemeinsam schaffen wir es, den breiten Markt zu durchdringen. Daher war es mein ganz persönliches Ziel, die Zusammenarbeit mit den Händlern zu intensivieren, sich regelmäßig auszutauschen und einen guten Kontakt aufzubauen.

„Ohne das vielschichtige Know-how der Metallhandwerker wären viele Dinge nicht so gut, schön oder praktisch gelöst.“

Was ist Ihr Lieblingsprodukt und warum?

Philipp Herwerth Trumpf
„Unser Anspruch ist, dass wir den Anwendern ein qualitativ hochwertiges Werkzeug an die Hand geben“, berichtet Philipp Herwerth im Gespräch mit M&T-Redakteurin Yvonne Schneider.

Bei der Vielzahl an tollen, neuen Produkten insbesondere im Akkubereich fällt es mir natürlich schwer eine Entscheidung zu treffen. Doch mein Favorit ist unser TruTool TKF-1500, eine Maschine, um Schweißkanten für eine hochwertige Schweißnaht zu erstellen. Wenn man sieht, mit welcher Ruhe die Maschine über das Blech gleitet und dann vergleicht, wie lange dafür mit dem Winkelschleifer gearbeitet werden muss, um dieselbe Fase allerdings in schlechterer Qualität zu erzeugen, ist man wirklich beeindruckt.

Welche Entwicklungen sehen Sie im Bereich Elektrowerkzeuge in den nächsten Jahren? Wie sehen Sie Ihre Rolle in diesem Entwicklungsprozess? Und mit welchen Produkten und Angeboten reagiert Trumpf darauf?
Ich bin sicherlich nicht der Erste, der vorhersagt, dass der Trend in Richtung Akku-Maschinen weiter gehen wird. Auch wir bauen unser Portfolio aus und haben erst kürzlich als Ergänzung zu unseren 18-Volt-Akku-Nibblern und -Scheren drei 18-Volt-Akkubohrschrauber eingeführt.
Ich bin aber der Meinung, dass es noch einen weiteren Trend geben wird: und zwar der zu spezialisierten Maschinen. Mit unserer Akku-Schlitzschere TruTool C 200 haben wir erst kürzlich eine Maschine eingeführt, die speziell auf die Bearbeitung von Wickelfalzrohren abgestimmt ist.
Meine Rolle in diesem Entwicklungsprozess sehe ich als Bindeglied zwischen Markt und Entwicklung. Wichtig ist es, frühzeitig von den Kunden zu erfahren, welche Maschinen benötigt werden, welche Probleme bei der Handhabung auftauchen und wie wir als Hersteller diese Probleme lösen können.

Warum sollte der Metallbauer Trumpf-Elektrowerkzeuge verwenden?
Weil es einfach keine besseren Werkzeuge für die Metallbearbeitung gibt (lacht). Aber jetzt ohne Spaß. Unsere jahrzehntelange Kernkompetenz ist die Metallbearbeitung. Vor über 80 Jahren ist die erste Blechschere der Welt von uns entwickelt worden, danach der Nibbler und der Schweißkantenformer. Heute ist Trumpf Markt- und Technologieführer bei Werkzeugmaschinen und Lasern für die industrielle Fertigung. An den bewährten Funktionsweisen der Handwerkzeuge hat sich seitdem nicht viel verändert. Wir haben diese lediglich den Bedürfnissen der Anwender angepasst, sie leichter, handlicher und zum Großteil auch kabellos gestaltet.
Es ist schön, von erfahrenen Handwerkern zu hören, dass es bei den Nibblern oder Scheren nichts Besseres als eine Trumpf-Maschine gibt. Erst vor kurzem habe ich eine Blechschere aus den 30er Jahren von einem Kunden zurückbekommen. Unglaublich – und die Maschine läuft immer noch.

Welche Tipps und Hilfen bietet Ihr Unternehmen dem Handwerker zur Unterstützung seiner täglichen Arbeit?
Zunächst einmal ist unser Anspruch, dass wir den Anwendern ein qualitativ hochwertiges Werkzeug an die Hand geben. Zudem sollte die Maschine schnell einsatzfähig sein und ein Werkzeug oder ein Verschleißteil ohne Aufwand gewechselt werden können. So lassen sich beispielsweise bei den Nibblern die Stempel ohne Werkzeug austauschen. Das ist für einen Handwerker ein großer Vorteil, denn wenn er den passenden Stempel oder das passende Messer in der Hosentasche mit auf dem Dach hat, kann er ohne Hilfsmittel schnell und unkompliziert ein neues Messer einbauen und weiterarbeiten.
Weiterhin wissen wir, dass es wichtig ist, entsprechende Dokumentation über die Maschinen ohne viel Aufwand zur Verfügung zu stellen. Mit unserer neu gestalteten Homepage kann man ohne Problem auch von mobilen Geräten auf unsere Betriebsanleitungen und, viel wichtiger, auf die Explosionszeichnungen mit den Verschleiß- und Ersatzteillisten zugreifen. So kann der Handwerker direkt die benötigten Teile identifizieren und bei seinem Fachhändler bestellen. Die gängigsten Ersatz- und Verschleißteile werden von den Händlern vorgehalten, doch dank unseres neuen Logistikzentrums werden auch Bestellung innerhalb eines Tages abgewickelt und versendet.

Philipp Herwerth Trumpf Elektrowerkzeuge
„Wichtig ist es, frühzeitig von den Kunden zu erfahren, welche Maschinen benötigt werden, welche Probleme bei der Handhabung auftauchen und wie wir als Hersteller diese Probleme lösen können“, wünscht sich Philipp Herwerth.

Ihr Unternehmen ist seit vielen Jahren Förderer und Partner des Deutschen Metallbaupreises . Was bedeutet Ihnen das?
Für uns als Hersteller ist dies eine wichtige Veranstaltung, auch um den Kontakt zu den Anwendern unserer Werkzeuge zu halten. Zudem ist es auch ein klares Bekenntnis zum Metallbau, da wir uns selbst als Spezialist für die Metall- und Blechbearbeitung sehen. Und nicht zuletzt ist die Jurysitzung mit der Präsentation der kreativen Metallobjekte und die feierliche Preisverleihung ein schönes Highlight, auf das ich mich schon wieder freue.

Warum empfehlen Sie Metallhandwerkern, sich bei diesem Wettbewerb zu bewerben?
Ich sehe darin für die Metallhandwerker die Möglichkeit, ihre guten und innovativen Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und zu zeigen, was für ein Aufwand dahinter steckt. Oftmals fragt sich der Betrachter oder Nutzer einfach nicht, wie so ein Objekt realisiert wurde. Speziell mit den Making-Of-Filmen beim Metallbaupreis wird eben auch die Entstehungsgeschichte perfekt in Szene gesetzt und auf das Können und die Arbeit eines Metallhandwerkers entsprechend aufmerksam gemacht. Und genau das ist aus meiner Sicht wichtig: Ohne das vielschichtige Know-how der Metallhandwerker wären viele Dinge nicht so gut, schön oder praktisch gelöst. 

Letzte Aktualisierung: 10.10.2018