Fassade: Strahlend weiß

Ein neues Quartier für insgesamt 1.300 Einwohner ist in Böfingen, Ulms nordöstlichem „Stadtteil im Grünen“ entstanden. Es liegt am Ortstrand zwischen dem Lettenwald im Osten und dem bestehenden Wohngebiet Buchlandweg im Westen. Nach einem städtebaulichen Realisierungswettbewerb findet sich hier heute eine gute Durchmischung von Geschossbauten und Einfamilienhäusern.

Fassade, Beschichtung, Aluminiumbleche, Selbstreinigung
Matt und reflexionsfrei präsentieren sich die strahlend weißen Elemente der Fassade in Duraflon RAL 9016 Struktur. Foto: Conné van d´Grachten/HD Wahl

Das Ulmer Büro Braunger Wörtz Architekten zeichnet für den Entwurf eines Häuser-Ensembles auf einer fast quadratischen Parzelle verantwortlich. Der Bauherr, die Eberhardt Immobilienbau, hatte eigens dafür einen Wettbewerb ausgelobt, aus dem die Architekten als Gewinner hervorgingen. Nach dem Baugesuch übernahm der Bauherr die weitere Ausführung des Baus. Insgesamt drei Gebäude mit 56 Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten positionierten die Planer auf einer zur Umgebung erhöhten Ebene. Alle Gebäude sind in den Grundstücksecken angeordnet. Der größte Bau umfasst acht Stockwerke und ein Staffelgeschoss. Ihm gegenüber befinden sich ein kleineres, viergeschossiges Gebäude und ein orthogonal zum großen Haus gedrehter, länglicher Bau mit vier Ebenen und ebenfalls einem Staffelgeschoss. Insgesamt steht eine Wohnfläche von etwa 4.900 Quadratmetern zur Verfügung. Die Einfahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Nordostseite und füllt die vierte Ecke der Parzelle. Die begrünten Freiflächen zwischen den Gebäuden bleiben so komplett autofrei.

Ein transparenter Entwurf

„Ziel war es, Räume zu entwickeln, die das Gefühl des Lebens in der Natur auch im Innenraum spürbar werden lassen“, erklären Braunger Wörtz Architekten ihren „entmaterialisiert-transparenten“ Entwurf. Das Tragwerk der Fassaden besteht jeweils aus einem umlaufend gedämmten Stahlbetonskelett, das alle drei Baukörper allseitig überzieht. Dadurch folgt die Gebäudehülle einer Art Setzkastenprinzip: Durch die Struktur entstehen Felder, die je nach Anforderung mit festverglasten oder öffenbaren Fensterflächen, Loggien oder geschlossenen Wandelementen gefüllt werden.

Mit passivem Selbstreinigungseffekt

Strahlend weiß leuchten deren Rahmen. Sie wurden mit einer Duraflon-Oberfläche versehen: HD Wahl, der Spezialist für die Beschichtung von Aluminiumbauteilen in der Fassade fertigte auf Wunsch der Architekten eine fein strukturierte, sehr matte Oberfläche ganz ohne Umweltreflexionen. Gleichzeitig musste sie robust sein: Die Rahmen sind nicht nur permanent der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, sondern müssen auch auftreffendes Regenwasser ableiten. Anders als bei vielen konventionellen Pulverbeschichtungen wird bei Duraflon der Struktureffekt nicht durch eine „Verkraterung“ des Lackfilms mit der Gefahr einer erhöhten Verschmutzungsneigung und schlechteren Reinigungsfähigkeit erreicht. Die Strukturbildner werden stattdessen in die dicht vernetzte Lackschicht mit ihrer typisch hydrophoben Oberfläche eingebaut. So bleibt der passive Selbstreinigungseffekt der Einbrennlackierung auf Fluorpolymerbasis auch bei rauen Strukturen erhalten. Darüber hinaus ist die Oberfläche überdurchschnittlich lange witterungs- und farbbeständig.

Flexibel gestaltete Räume

Im Inneren der Gebäude tragen die Wohnungstrennwände, die ebenfalls aus Stahlbeton sind, die Struktur. Durch das sich konsequent wiederholende Tragwerk entstehen flexibel gestaltbare Räume. Vom Ein-Zimmer-Apartment bis zur Vier-Zimmer-Wohnung sind sie frei kombinier- und einteilbar. Auch an die sich mit der Zeit verändernden Alters- und Familienstrukturen der Bewohner lassen sie sich anpassen.

Von außen wird das Ensemble dauerhaft hochwertig wirken - dank des Einsatzes von Duraflon wird das Weiß des Gebäudeensembles im neuen Ulmer Wohnquartier am Lettenwald auch noch in vielen Jahren gepflegt erscheinen.

Letzte Aktualisierung: 19.07.2017