Feinwerkmechanikpreis 2019: Komplett zerspant

Als Sieger des Feinwerkmechanikpreis 2019 wurde und beim Metallkongress in Würzburg ein neues effizientes Bearbeitungskonzept für eine Baugruppe einer Espressomühle ausgezeichnet. Lesen Sie, wie die Firma Kreyenberg aus Norderstedt damit Ressourcen schont und den Ausschuss senkt.

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Durch die Technologieumstellung von Guss auf Komplettzerspanung werden die Teile in wesentlich höherer Qualität zu annähernd gleichen Konditionen gefertigt.
Foto: Kreyenberg

Bei der Bearbeitung einer vierteiligen Gehäusebaugruppe für eine Espressomühle kam es immer wieder zu Problemen mit Lunkern im Guss, weil der Anspruch an die Oberflächenqualität relativ hoch war. Allein dadurch wurde eine Ausschussquote zwischen zwanzig bis dreißig Prozent verursacht.
Deshalb wurde durch den Gewinner des Feinwerkmechanikpreises 2019 ein Konzept entwickelt und seinem Kunden vorgestellt, bei dem die Gehäuse aus dem Vollen gefräst werden. Da das ganze Projekt das Gehäuse nicht teurer machen durfte, musste von Anfang an konsequent auf Kostentreiber geachtet werden. Im Zuge der Technologieumstellung konnten auch einige technisch gewünschte Änderungen an der Baugruppe mit eingepflegt werden, was im Guss so nicht möglich gewesen wäre.
Auch wurde darauf geachtet, geeignete automatisierte Fräsmaschinen für diese Prozesse zu initialisieren. Wo möglich, wurde auf Mehrfachspannungen gesetzt. Die Automatisierung sollte soweit wie möglich sinnvoll umgesetzt werden. Für die Fertigung wurden moderne Programmiersysteme mit fortschrittlichen Frässtrategien, die die Möglichkeiten moderner Fräswerkzeuge optimal ausnutzen, eingesetzt.

Effektive Späneverwertung


Aufgrund des sehr hohen Zerspanungsvolumens (13,2 Kilogramm Späne bei 19,6 Kilogramm Rohteilgewicht) spielt in der Kostenbetrachtung die Späneverwertung eine große Rolle. Dabei wurde in neue Container und eine Brikettierpresse investiert, wodurch das Spänemanagement deutlich einfacher geworden ist, große Mengen von Kühlschmiermitteln zurückgewonnen werden und die Quote der verkauften Späne deutlich gestiegen ist.
Für die spätere Lackierung müssen die Teile gewaschen werden. Dabei wurde der Waschprozess mit Hilfe einer Roboterlösung in eine neue automatische Waschstraße integriert. Dadurch wurden deutlich bessere Reinigungsergebnisse bei weniger Personaleinsatz erreicht.

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Für Clemens Kreyenberg, Jascha Hintze und Jöran Kreyenberg (von links) stand die weitgehende Automatisierung der Prozesse im Vordergrund der Technologieumstellung beim Siegerprojekt.
Foto: M&T


Fazit: Konsequente Automatisierung


Die Jury ist der Meinung, dass es mit der ausgezeichneten Fertigungslösung vorbildlich gelungen ist, durch einen innovativen Technologieeinsatz, den Kundenanforderungen zu entsprechen und die Gehäuseteile in deutlich verbesserter Qualität zu fertigen. Durch den konsequenten Einsatz von Automatisierungslösungen konnten auch die steigenden Mengenanforderungen des Kunden wirtschaftlich erfüllt werden.

Infos im Internet Auf www.feinwerkmechanikpreis.de finden Sie alle Sieger-Objekte des Feinwerkmechanikpreises 2014 bis 2019.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2019