Feinwerkmechanikpreis 2020: Analog und digital

Der Feinwerkmechanikpreis wurde in diesem Jahr für das Roxbo-Bohrlehrensystem vergeben. Erfahren Sie, wie der mittelständische Stanztechnik- und Werkzeugbaubetrieb Romacker aus dem bayerischen Gilching eine fünzigprozentige Kostenersparnis für seine Kunden erreicht.

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Bastian Romacker, der die App für das Roxbo-Bohrlehrensystem selbst entwickelt hat, freut sich über die Auszeichnung mit dem Feinwerkmechanikpreis 2020.

Der familiengeführte Vierzig-Mann-Betrieb aus dem Ort Gilching bei München bietet seinem internationalen Kundenkreis Bauteile in Stückzahlen von wenigen hundert bis zu mehreren Millionen Bauteilen pro Jahr. Zum Angebot gehören auch Komplettlösungen und die fertigungstechnische Beratung.
Aus der Fertigung von Bauelementen für die Freizeitindustrie ist vor vielen Jahren die Entwicklung einer starren Bohrlehre entstanden, die zum Beispiel in Skigeschäften benötigt wird, um die Bohrlöcher passgenau für einen bestimmten Bindungstyp in den Ski einzubringen.
Mit dem Siegerprojekt ist den bayerischen Werkzeugbauern nun eine entscheidende Verbesserung dieses Systems gelungen. Zur Konzipierung der neuen Vorrichtung wurde von allen weltweit etwa 15 Bindungsherstellern mit weit über hundert Modellen eine Datenbasis zusammenzutragen, die als Grundlage für die Entwicklung diente. Die vorhandene Bohrlehre wurde noch einmal von Grund auf neu gedacht, vor allem auch um in sehr enger Abstimmung mit den Kunden die Aspekte der Montageerleichterung, der Montagesicherheit und der Kostenersparnis zu berücksichtigen.

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Mit dem patentierten universell einsetzbaren Klemmmechanismus und den schnell auswechselbaren Bohrschablonen können nun alle Bohrbilder der Skibindungen schnell und fehlerfrei gebohrt werden. Fotos: M&T

Ein universell einsetzbares System

Die besondere Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, ein möglichst universell einsetzbares System zu konstruieren, vor allem auch deshalb, weil die Skibindungen weltweit nur bedingt genormt sind.
Der entscheidende Schritt war die Trennung der teuren patentierten und nun universell verwendbaren Klemmmechanik (dem Grundrahmen) von den individuellen Bohrbildern in Form der Bohrschablonen. Das neue Roxbo-Bohrlehrensystem ermöglicht den Kunden (Skiherstellern und Skigeschäften) ein wesentlich einfacheres Arbeiten über alle Skibreiten hinweg.
Zu einer entscheidenden Kostenersparnis von fünfzig Prozent für den Kunden kommen die Zeitersparnis durch das Vermeiden der Suche der Vorrichtungen, die Platzeinsparung beim Lagern der Bohrlehren und die Nachhaltigkeit durch die kleineren Verpackungen und die Wiederverwendbarkeit der Teile.
Besonders innovativ ist die Unterstützung der Anwender mit einer selbstentwickelten App. Damit können die Monteure zielsicher die richtige Bohrschablone auswählen und erhalten auf Wunsch eine Montageanleitung.

Verbindung von analoger Bohrlehre und digitaler App

Dem mittelständischen familiengeführten Werkzeugbaubetrieb Romacker aus Gilching ist es nach intensiver Entwicklungsarbeit und in enger Zusammenarbeit mit dem internationalen Kundenkreis gelungen, eine vorhandene Bohrvorrichtung komplett weiterzuentwickeln.
Mit der nun universell einsetzbaren Roxbo-Bohrlehre können die Kunden Geld (etwa fünfzig Prozent beim Invest), Zeit, Platz und Verpackungsmaterial sparen.
Bemerkenswert ist die Ergänzung des Systems mit eine selbst entwickelten App. Mit der App, mit dem neuen Grundsystem und mit vielen konstruktiven Detailverbesserungen wird die Montagesicherheit deutlich erhöht und es werden teure Fehler bei der Bindungsmontage vermieden.
Der bayerische Werkzeugbauer vermarktet das neue System selbst.

Bewerben Sie sich!
Auf www.feinwerkmechanikpreis.de finden Sie ab 1. Januar 2021 die Bewerbungsunterlagen für den Feinwerkmechanikpreis 2021, die Infos zum Wettbewerb und auch Infos zu den Siegern aus früheren Jahren.

Letzte Aktualisierung: 16.11.2020