Gebäudeautomation: „Wir denken produktübergreifend.“

Die rechtzeitige Abstimmung aller Gewerke ist wichtig für die Effizienz und Funktionsfähigkeit von Smart Buildung. Wir fragten Gerald Haas, Geze-Geschäftsführer Entwicklung, nach der Rolle des Zulieferers und des Montagebetriebes.

Gerald Haas Geze-Geschäftsführer Entwicklung
Gerald Haas, Geze-Geschäftsführer Entwicklung, erläutert M&T-Redakteur Jörg Dombrowski die aktuellen Trends in der Gebäudeautomation. Fotos: M&T

Welche Entwicklung hat die Gebäudeautomation in den letzten Jahren genommen?
In den letzten Jahren hat sich viel getan. Anfangs herrschten proprietäre Systeme vor, die immer nur Subgewerke vernetzen und automatisieren konnten. Diese waren schwer zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Zudem bringen bei der Wartung alle proprietären Systeme Probleme, weil die einzelnen Firmen entweder die Produkte weiterentwickeln und damit Inkompatibilitäten entstehen. Oder aber, weil die Produkte nicht weiterentwickelt werden und somit keine neuen Use-Case-Szenarien abgebildet werden können. Geze setzt auf offene Standards wie KNX oder BAC-net. Wir sind davon überzeugt, dass nur ein komplett vernetztes Gebäude alle Anforderungen der verschiedenen Kunden, Beteiligten und Nutzer erfüllen kann. Die Produktvernetzung wird in den nächsten Jahren zunehmen; große Trends wie „Big Data“ und „Internet of Things“ (IOT) werden auch vor der Gebäudeautomatisierung nicht Halt machen.

Welche Bedeutung hat die Gebäudeautomation für die Funktionalität eines Bauwerkes?
Kein zeitgemäßer Bau kommt mehr ohne Gebäudeautomation aus. Wir bieten branchenspezifische Lösungen an. Bei Zweckbauten zum Beispiel variieren die Anforderungen an den Betrieb und die Absicherung von automatischen Türen oder Fenstern. Auch in Bürogebäuden, Krankenhäusern oder Einkaufszentren werden multifunktionale Türen tagsüber mit unterschiedlichen Betriebsarten und zusätzlich in der Nacht als gesicherte Flucht- und Rettungswegtüren betrieben.

Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?
Sie ist vor allen in modernen Zweckbauten nicht mehr wegzudenken. Die intelligente Vernetzung über unser Gebäudeautomationssystem Geze Cockpit ermöglicht die Überwachung und das Bedienen der Türen oder das Ändern der Betriebsart. Diese Kontrolle aus der Ferne ist sehr wichtig: Personalaufwendige Kontrollgänge entfallen. Alarm- oder Störmeldungen sind schnell und komfortabel lokalisierbar und erlauben Gegenmaßnahmen. Die Vernetzung von Türen und Fenstern bietet neue Möglichkeiten wie eine kontrollierte Nachtauskühlung oder auch eine natürliche Klimatisierung. Das bringt energetische und Wohlfühl-Vorteile mit sich.

Wie wichtig ist bei der Gebäudeautomation die rechtzeitige Zusammenarbeit von Planer, Hersteller und Fassadenbauer beziehungsweise Montagebetrieb?
Sehr wichtig, die Veränderungen haben Auswirkungen auf alle unsere Kundengruppen. Die Herausforderung besteht darin, alle Gewerke für die jeweilige Gebäudeautomationslösung frühzeitig an einen Tisch zu bekommen. Dann ist der komplexe Gebäudeplanungs-, Errichtungs- und Betreiberprozess gut realisierbar. Auch der Nutzer, der Betreiber und das Facility Management stehen dann von Beginn an im Mittelpunkt.

Gerald Haas und Jörg Dombrowski
„Im Fokus steht bei uns die ganzheitliche Betreuung der Gebäudetechnik in einem Objekt“, sagt Gerald Haas, Geze-Geschäftsführer Entwicklung.

Welche Beratungsleistungen werden gegenwärtig besonders abgefragt?
Rund um das Thema „Smart Building“ und Gebäudeautomation entstehen natürlich neue Fragestellungen. Wir können spezifische Antworten auf die Frage geben, wie Türen und Fenster in smarten Gebäuden eingebunden sein müssen, wie die Visualisierung derselben optimal vonstattengeht und welche Vernetzungsanwendungen die größte Steigerung an Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz bringen.

Welche Unterstützung geben Sie dem Fassadenbauer/Metallbauer noch?
Im Fokus steht bei uns die ganzheitliche Betreuung der Gebäudetechnik in einem Objekt. Von der ersten Beratung über maßgeschneiderte Systemlösungen bis hin zu individuellen Service- und Wartungsleistungen. Dabei denken wir nicht in Sparten, sondern produktübergreifend. So können wir den Anforderungen eines immer komplexer werdenden Marktes gerecht werden. Beispielsweise, wenn es sich um spezielle Gebäudeanforderungen handelt. Durch unseren ganzheitlichen Ansatz profitieren Kunden und Partner von engen, persönlichen Kontakten, effizienten Prozessen und sicheren, komfortablen Produktlösungen.

Welches sind die aktuellen technischen Trends?
Das Thema „Smart Building“ ist natürlich in aller Munde, diese Entwicklung werden wir weiter vorantreiben. Auch das „Internet of Things“ ist ein zentrales Thema. Voraussetzungen dafür sind die Zusammenarbeit und das interdisziplinäre Zusammenwirken von verschiedenen Gewerken. Nicht zuletzt deshalb haben wir gemeinsam mit der Firma Priva – Spezialist für intelligente Gewächshaus- und Gebäudetechnik, Klimasteuerung und Prozessmanagement – eine Absichtserklärung über die Ausweitung unserer Zusammenarbeit unterzeichnet. Denn Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort gehören zu den wichtigsten Anforderungen im Bereich der Gebäudeautomation – überall auf der Welt. 

Letzte Aktualisierung: 08.07.2019