Metallbaunorm: Zeitgemäßer und praktikabler

Nach fast vier Jahren Arbeit und vielen Sitzungen des Normenausschusses ist sie nun fertig und wird im Jahr 2019 eingeführt – die neue DIN 18360 Metallbauarbeiten. Lesen Sie hier, was sich ändert.

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Auch die Einordnung der Maßnahmen zum Schutz der Leistung in Nebenleistungen und besondere Leistungen wurden in der neuen DIN 18360 überarbeitet. Foto: M&T

Sie ist sicherlich eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Norm für den Metallbauer und definiert die normativen Grundlagen für die Ausführung von Metallbauarbeiten. Werden im privatrechtlichen Bereich Bauverträge auf der Grundlage der VOB/B abgeschlossen, so gelten darüber hinaus die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) der VOB Teil C. Dazu gehört die DIN 18360 Metallbauarbeiten.
Nachdem die letzte gründliche Überarbeitung der Norm in den 80er Jahren erfolgte, war eine grundlegende Aktualisierung unbedingt erforderlich. Schließlich haben sich der Stand der Technik und damit natürlich auch der Inhalt und die Form der Arbeit des Metallbauers in den letzten drei Jahrzehnten erheblich verändert.

Achten Sie auf die Leistungsbeschreibung

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Aktualisiert wurden die Hinweise für die Planung und Ausführung von Befestigungen. Foto: Windeck

Der Normenausschuss, in dem das Metallhandwerk gut vertreten war, hat fast vier Jahre an der neuen DIN 18360 gearbeitet. Herausgekommen ist eine deutlich praktikablere, besser handhabbare und an die aktuellen Gegebenheiten angepasste Norm, deren Umfang in etwa gleich geblieben ist (was bei einer Überarbeitung heutzutage eher die Seltenheit ist). Eine der wichtigsten Änderungen ist sicher die eindeutigere und ausführlichere Formulierung der planerischen Voraussetzungen, die der Bauherr dem Metallbauer zu liefern hat. Auch der Formulierung der Nebenleistungen und der besonderen Leistungen wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Beispielweise gab es in den Hinweisen für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung vor allem im Punkt 0.2 einige Änderungen. Neu aufgenommen wurden unter anderem „Zu erwartende zeit- und lastabhängige Verformungen“, „Art und Umfang von Sicherheitseinrichtungen, zum Beispiel bei kraftbetätigten Toren und Türen“, „Anforderungen an die Barrierefreiheit“ und „Anforderungen an die Ausführung von Schwellen an Türen und Fenstertüren“.
Im Punkt 3 zur Ausführung erfolgten eine Reihe von Änderungen und Ergänzungen bei den Punkten zur Bedenkenanmeldung. Als Bedenken nach § 4 Abs. 3 VOB/B kommen nach der neuen DIN 18360 nun zum Beispiel auch „Abweichungen des Bestandes gegenüber den Vorgaben“ und „zu hohe Baufeuchtigkeit“ in Betracht.

Berücksichtigen Sie die Anforderungen

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In der Leistungsbeschreibung müssen nun „Art und Umfang von Sicherheitseinrichtungen, zum Beispiel bei kraftbetätigten Toren und Türen“ aufgeführt sein.

Für die Toleranzen sind die DIN EN ISO 13920 Schweißen; Allgemeintoleranzen für Schweißkonstruktionen; Längen- und Winkelmaße; Form und Lage und die DIN 18202 Toleranzen im Hochbau; Bauwerke maßgeblich. In den konstruktiven Anforderungen ist nun zum Beispiel auch enthalten, dass Tau- und eindringendes Niederschlagswasser durch konstruktive Maßnahmen abzuleiten ist. Bei Verwendung verschiedener Metalle ist Kontaktkorrosion zu vermeiden.
Für die Befestigung am Bauwerk ist unter anderem ergänzt worden, dass Verankerungen, die einer bauaufsichtlichen Zulassung bedürfen, gemäß ihrer Zulassung in der Korrosionswiderstandsklasse III oder IV auszuführen sind.
Die Produkte des Metallbauers wurden teilweise neu geordnet und kategorisiert. Aufgeführt werden jetzt:

  • Fenster,
  • Türen,
  • Vorhangfassaden, Außenwandbekleidungen, Schaukästen und Vitrinen,
  • Bekleidungen, abgehängte Metalldecken,
  • Überdachungen, Vordächer, festste­hen­de Sonnenschutzkonstruktionen,
  • Zargen ohne Prüfzeugnisse oder Zulassungsbescheide,
  • Türblätter ohne Prüfzeugnisse oder Zulassungsbescheide,
  • Tore,
  • Bühnen, Stege, Abdeckungen, Roste,
  • Treppen, Leitertreppen, ortsfeste Treppenleitern, Handläufe, Geländer, Umwehrungen, Gitter.
Neu definiert wurden zum Teil auch die Nebenleistungen und besonderen Leistungen. Der Katalog der besonderen Leistungen wurde um eine Reihe von Punkten erweitert. Ausdrücklich genannt sind nun zum Beispiel auch das Herstellen und Anbringen beziehungsweise Einbauen von Musterstücken, soweit diese nicht in die Leistung eingehen, Leistungen zum Ausgleich von größeren Unebenheiten und Maßabweichungen des Untergrundes als nach DIN 18202 zulässig und das Erstellen und Liefern von statischen Berechnungen. Auch der besondere Schutz von Bau- und Anlagenteilen sowie Einrichtungsgegenständen ist eine besondere Leistung.

Fazit: Informieren Sie sich über das Erscheinen der Norm

Die letzte Sitzung des Hauptausschusses Hochbau, bei der die Inhalte der Norm endgültig besprochen wurden, war im Juni 2018. Einer Einführung steht damit nichts mehr im Wege. Nach den üblichen Regularien, denen eine VOB-Teil-C-Norm folgen muss (neue Herausgabe auch der VOB/A), ist mit einer Veröffentlichung frühestens im Sommer des Jahres 2019 zu rechnen. Auch das Fachregelwerk Metallbauerhandwerk – Konstruktionstechnik wird dann zeitnah mit den Anforderungen der neuen DIN 18360 aktualisiert und die Norm wird im Volltext-Normenpool ausgetauscht.

Letzte Aktualisierung: 07.01.2019