Metav 2018: Anhaltendes Konjunkturhoch bestätigt

Nach fünf ereignisreichen Messetagen hat die Metav 2018 – 20. Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung – am 24. Februar 2018 nach erfolgreichem Messeverlauf ihre Tore geschlossen.

Messe, METAV, Metallbearbeitung, Präzisionswerkzeuge
Zur Besucherzielgruppe der Metav gehörten alle Industriezweige, die Metall bearbeiten, insbesondere der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobil- und Zulieferindustrie, Luft- und Raumfahrt, Elektroindustrie, Energie- und Medizintechnik, der Werkzeug- und Formenbau sowie Metallbearbeitung und Handwerk. Fotos: Messe Düsseldorf/CTillmann

„Die Qualität der Kunden ist erfreulich hoch. Und es ist tatsächlich so, dass wir auch hier unsere Maschinen verkaufen konnten“, fasst Reiner Hammerl, Managing Director of Sales and Marketing bei Index in Esslingen, das Geschehen zusammen. Und Andreas Lindner, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung des spanischen Herstellers Bimatec Soraluce in Limburg, kann dies noch toppen: „Erst am heutigen Messetag haben wir auf der Metav einen Riesenabschluss über eine Million Euro gemacht, mit einem Kunden, den wir am Morgen nicht auf dem Plan hatten und für den es auch kein Angebot gab. Genau das ist der Punkt und macht die Qualität der Metav aus: Ein Kunde kommt auf die Messe und gibt eine Million Euro aus. Wir sind zufrieden!“
Der Bericht der beiden Aussteller zieht sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Gezielte Gespräche mit kompetenten Kunden auf hohem Niveau, teils unerwartete Maschinenverkäufe und die Erschließung neuer Kundengruppen – diese Aspekte spiegeln sich in zahlreichen Berichten der Aussteller wider.

Messe setzt Impulse für Investitionsentscheidungen

Messe, METAV, Metallbearbeitung, Präzisionswerkzeuge
Die zweitgrößte Ausstellergruppe auf der Metav waren Präzisionswerkzeuge.

Die hervorragende Branchenkonjunktur zeigte sich wie erwartet auch auf der Metav 2018. Rund ein Drittel der Besucher geben in der Besucherbefragung an, dass sie Investitionen planen, vor allem in Werkzeugmaschinen, Messtechnik, Fertigungs- und Prozessautomatisierung sowie Präzisionswerkzeuge. „Das zeigt uns, dass wir mit der Fokussierung der Metav auf den Kernbereich der Metallbearbeitung und die ergänzenden Themen in den Areas goldrichtig liegen“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim Metav-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), aus Frankfurt am Main. Bemerkenswert auch: Rund ein Viertel der Besucher mit Investitionsabsichten will mit neuen Maschinen seine Kapazitäten erweitern.
„Die boomende Konjunktur enthält allerdings für uns auch einen Wermutstropfen. Die Unternehmen sind stark ausgelastet. Deshalb war absehbar, dass viele Firmen ihre Mitarbeiter kaum entbehren können. In Folge kamen 26.500 statt der von uns erwarteten rund 30.000 Fachbesucher“, sagt Wilfried Schäfer. Allerdings liegt der Auslandanteil konstant bei rund elf Prozent. Die Auslandsbesucher kamen aus etwa fünfzig Ländern. Der größte Anteil reiste aus den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Österreich an.
Die deutschen Besucher kamen erwartungsgemäß zu drei Vierteln aus West- und Norddeutschland. Rund ein Fünftel machte sich erfreulicherweise aus dem Süden und Südwesten der Republik auf den Weg nach Düsseldorf. Nina Bruckner, Geschäftsführerin der Firma Karl Bruckner in Weinstadt, bestätigt: „Unser Ziel ist vor allem die Kundenpflege. Wir können daher auch unsere Topkunden aus Süddeutschland begrüßen und erwarten ein gutes Nachmessegeschäft.“ Tatsächlich beabsichtigen mehr als die Hälfte der Besucher, im Nachgang zur Metav gegebenenfalls Aufträge zu vergeben.

Neues Ausstellungskonzept ist etabliert

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„Das zeigt uns, dass wir mit der Fokussierung der Metav auf den Kernbereich der Metallbearbeitung und die ergänzenden Themen in den Areas goldrichtig liegen“, Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW.

Das Area-Konzept, das vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben wurde, und auf die Themen Qualität, generative Fertigung, Werkzeug- und Formenbau sowie Medizintechnik fokussiert, hat sich nun bei Ausstellern und Besuchern voll etabliert. „Wir waren 2016 zum ersten Mal auf der Metav, weil uns das neue Konzept der Areas überzeugt hat. Wir finden in der Moulding Area die gesamte Prozesskette für Hasco wieder, von der Maschine über den Normalienbedarf bis hin zur Software“, sagt beispielsweise Axel Fehling, Gebietsverkaufsleiter bei Hasco Hasenclever in Lüdenscheid.
Die Areas stellen Themen und Produkte gleichermaßen heraus. In den angeschlossenen Foren werden ergänzende Informationen angeboten. Die Fachbesucher kennen dieses Angebot mittlerweile. Ihr Interesse richtet sich demnach stark auf Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge, dabei auch speziell auf Maschinen für den Werkzeug-, Formen- und Modellbau, Prüf- und Messtechnik sowie Qualitätsmanagementsysteme und – mit erheblichem Zuwachs – auf Additive Manufacturing. Über neunzig Prozent der Besucher sind mit der Angebotspalette zufrieden.
Eine zentrale Rolle spielt auch Industrie 4.0. Lösungen dazu wurden im gleichnamigen Themenpark präsentiert, aber auch auf vielen Ständen der 560 Aussteller. Der VDW nutzte das Messeumfeld, um über seine Brancheninitiative zur Entwicklung einer gemeinsamen, herstellerneutralen Schnittstelle für die Anbindung von Maschinen an übergeordnete IT-Systeme zu berichten. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns, trifft aber genau den Nerv vieler Anbieter und Nutzer in kleinen und mittelständischen Unternehmen“, sagt Schäfer.

Nachwuchs auf den Wandel in der Produktion einstellen

Das andere große Thema der Branche ist der Fachkräftemangel in den technischen Berufen. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau arbeitet unter anderem mit der Sonderschau Jugend auf der Metav schon seit vielen Jahren daran und nutzt die Messe, um jungen Menschen die Faszination Technik und die beruflichen Möglichkeiten in der Branche zu vermitteln. „Die Nachhaltigkeit der Nachwuchsentwicklung ist vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den Veränderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, der Schlüssel für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Diese waren unter anderem zentrale Themen in den Gesprächen mit Ausbildern und Lehrern im Rahmen der Sonderschau Jugend“, sagt Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau.
Die Aussteller schätzen die Aktionen der Nachwuchsstiftung Maschinenbau. „Wir spüren den Fachkräftemangel deutlich. Hier können wir die jungen Menschen live für die neuen Technologien begeistern, denn sonst ist es schwierig an den Nachwuchs heranzukommen, zumal es keinen klassischen Ausbildungsberuf für Additive Manufacturing gibt“, sagt Lars Markus, Leiter Anwendungstechnik und Service Additive Manufacturing bei Renishaw in Pliezhausen.

Rahmenveranstaltungen vertiefen das Ausstellungsprogramm

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Auch die Rahmenveranstaltungen zur Metav 2018 kamen gut an. Sie thematisierten die generative Fertigung, Schleif- und Spanntechnik und den Brandschutz. Ein Highlight war sicher die Konferenz Inside 3D Printing. Programmdirektor Franz-Josef Villmer, Professor für Produktentwicklung, Innovationsmanagement und Rapid Technologies an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, sagt: „Die führende internationale Fachkonferenz Inside 3D Printing auf der Metav 2018 kam auch in diesem Jahr inhaltlich, fachlich und von der Organisation bei den Teilnehmern hervorragend an. Sie schätzten das vielseitige Programm mit top-aktuellen Schwerpunkten, 45 Vorträge internationaler Referenten und die Diskussion und den Austausch mit Experten. Praktische Anschauung bot die Möglichkeit zum Metav-Besuch im Anschluss an die Konferenz, bei dem die Vorträge und die Diskussionen vertieft werden konnten.“
„Alles in allem hat die Metav 2018 die gute wirtschaftliche Lage der Branche und die Investitionslaune der Abnehmerindustrien bestätigt“, sagt Wilfried Schäfer vom VDW abschließend. Das sieht auch die Mehrheit der Aussteller so. Über achtzig Prozent wissen jetzt schon, dass sie bei der nächsten Metav wieder dabei sein werden. Sie wird im März 2020 stattfinden.

Ausstellerstimmen

Nina Bruckner, Geschäftsführerin der Firma Karl Bruckner Präzisionswerkzeugfabrik, Weinstadt:
„Die METAV bietet uns ein sehr gutes Kosten-Nutzenverhältnis. Unser Ziel ist hier vor allem die Kundenpflege. Wir können daher auch unsere Topkunden aus Süddeutschland begrüßen und erwarten ein gutes Nachmessegeschäft.“

Markus Piber, Managing Director, Deckel Maho Pfronten:
„Die Qualität der Kunden ist sehr hoch, weil es sich sehr oft um die Eigentümer handelt, die selbst noch an der Maschine stehen. Somit ist natürlich auch das Know-how sehr hoch. Es sind sehr interessante Gespräche, zumal die Kunden meistens an einer partnerschaftlichen Beziehung interessiert sind – was für uns ein ganz wichtiges Instrument für die Zukunft ist.“

Björn Svatek, Sales and Marketing Director Modular Solutions, Emag Maschinenfabrik, Salach:
„Die Metav ist für uns eine klassische Käufermesse und eine der besten Messen, was den Verkauf von Maschinen betrifft. Ich war trotzdem überrascht über den großen Besucherandrang in diesem Jahr. Auch die Qualität der Gespräche ist auf der Metav definitiv höher als im Ausland.“

Christian Thiele, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing, Paul Horn, Tübingen:
„Stark frequentiert, sehr gute Qualität. Die Metav 2018 überzeugte uns durch zahlreiche Besucher auf dem Horn-Stand. Dabei hat sich die Qualität der Kontakte, Gespräche und Anfragen im Vergleich zur ebenfalls guten Vorveranstaltung 2016 nochmals gesteigert.“

Jens Wunderlich, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, Profiroll Technologies, Bad Düben:
„Nordrhein-Westfalen ist ein zu wichtiger Markt für uns. Deshalb können wir auf die Metav nicht verzichten. Unsere Kunden sind zu achtzig Prozent kleinere metallverarbeitende Unternehmen. Außerdem begrüßen wir auf der Messe auch immer Kunden aus Russland. Sie kommen von privat geführten Unternehmen, die ganz gezielt deutsche Technik beschaffen wollen.“

Paul Pfeiffer, Inhaber, CNC Automatendreherei Eggemann, Ennepetal:
„Ich bin zur Metav gekommen, um mir Maschinen anzuschauen und eventuell Verträge abzuschließen, also Maschinen zu kaufen. Wir sind nicht zum ersten Mal hier, wir kommen, weil die Messe in der Nähe ist und man immer wieder etwas Neues sieht: neue Maschinen oder auch neue Werkzeuge. Ich bin sehr gerne auf der Metav, sie ist sehr interessant und ich komme gerne immer wieder.“

Frank Neuschulz, Geschäftsführender Gesellschafter, Mayer Feintechnik, Göttingen:
„Den bekannten Tunnelblick habe ich heute nur fotografiert und nicht bekommen. Auch wenn die Summen schwindelerregend waren. Ich habe auf der Messe etwas mehr Geld ausgegeben als ich ursprünglich wollte. Ich habe 0,6 Millionen Euro in die deutsche Wirtschaft investiert und somit meinen ganz persönlichen Beitrag geleistet. Nun geht es wieder nach Hause.“

Dennis Lautenschläger, Riegler GmbH, Mühltal Nieder Ramstadt:
„Wir sind aus dem Werkzeugbau, Fachrichtung Medizintechnik und schauen, was es Neues am Markt gibt, welche Innovationen wir zum Beispiel an Frästechnik und Montagewerkzeug finden.“

Letzte Aktualisierung: 22.03.2018