Nachrichten: Aluminiumindustrie, Klebeschäden, Stahlbauauszeichnung, Nirosta und Feuerverzinkung

Einige Nachrichten aus der Branche halten wichtige Infos für Metallbauer bereit. So zeigt sich die Aluminiumindustrie für 2018 verhalten optimistisch, Klebeschäden sollen in Zukunft leuchten, Prof. Bucak erhält die Auszeichnung des Deutschen Stahlbaus, ein Seminar vermittelt Wissen zum Korrosionsverhalten nichtrostender Stähle und die DIN 18036 wurde überarbeitet.

Aluminiumindustrie verhalten optimistisch

Riss löst fluoreszierendes Leuchten aus
Ein Riss löst das fluoreszierende Leuchten aus. Foto: Uni Kassel

Die Entwicklung der Aluminiumkonjunktur in Deutschland war im bisherigen Jahresverlauf überwiegend positiv. So konnten die Aluminiumproduzenten (plus 0,9 Prozent) und Halbzeughersteller (plus 0,4 Prozent) ihre Produktion im ersten Halbjahr 2018 steigern, während die Produktion der Weiterverarbeiter leicht zurückging (minus 1,3 Prozent). Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2018 sind leicht positiv: „Trotz der politischen Unsicherheiten entwickelt sich die deutsche Wirtschaft bisher gut. Zu diesen allgemeinen Rahmenbedingungen kommen positive Konjunkturprognosen für Aluminium, welche in Deutschland und Europa für nahezu alle Produktbereiche aufwärtsgerichtet sind“, erklärte GDA-Geschäftsführer Christian Wellner.

Klebeschäden sollen leuchten

Mit einer Farbmarkierung wollen Ingenieurwissenschaftler der Universität Kassel Schäden bei geklebten Verbindungen frühzeitig sichtbar machen. Das Verfahren setzt auf Mikrokapseln, die bei beginnenden Rissen in Klebstoffen eine fluoreszierende Flüssigkeit absondern. Dabei werden in strukturelle Industrie-Klebstoffe winzige, nur zwanzig bis hundert Mikrometer große Kapseln eingebracht, die einen Farbstoff enthalten. Treten im gehärteten Klebstoff Mikrorisse auf, zerstören diese auch die Kapseln. Der Farbstoff tritt aus und beginnt innerhalb des Klebstoffes zu fluoreszieren. Da der Klebstoff durchsichtig ist, ist dieses innere Leuchten (bei transparenten Fügepartnern) von außen unter UV-Licht sichtbar.

Das Verfahren ist von einem Einsatz in der industriellen Fertigung noch ein Stück entfernt. Doch es eröffnet Perspektiven, Prüfverfahren zu verbessern und die Sicherheit von optisch transparenten Verbindungen wie geklebten Glasstrukturen zu erhöhen.

Das Projekt lief über zwei Jahre und wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Anschlussprojekte sollen das Verfahren zur Praxistauglichkeit weiterentwickeln.

Auszeichnung des Deutschen Stahlbaus vergeben

Prof. Dr.-Ing. Ömer Bucak
Prof. Dr.-Ing. Ömer Bucak, war viele Jahre Leiter des Labors für Stahl und Leichtmetallbau der Hochschule München und erläutert hier einem Studenten die Schwachstelle der Konstruktion. Foto: Bucak

Prof. Dr.-Ing. Ömer Bucak erhält die Auszeichnung des Deutschen Stahlbaus 2018. Prof. Bucak bereichert seit fast dreißig Jahren die Welt des Stahl- und Glasbaus. Als Professor an der Hochschule München begeisterte er als Lehrer, Chef und kollegialer Ansprechpartner ganze Generationen von jungen Studierenden des Bauingenieurwesens. Er leitete das Labor für Stahl- und Leichtmetallbau und folgte dabei ganz seinem Credo: Der Prüfstein aller Überlegungen und Berechnungen ist der gut geplante Versuch.

Bucak trug durch seine beeindruckende Persönlichkeit, seinen mediterranen Stil und sein tiefgehendes Interesse an der Materie maßgeblich zur Entwicklung des Stahlbaus bei. Hierbei halfen ihm auch seine Überzeugungskraft, seine Standhaftigkeit und seine praxisnahen Forschungsarbeiten.

Der Ausgezeichnete ist einer der Begründer des konstruktiven Glasbaus. Ob Verbundgläser oder geklebte Glaskonstruktionen, seine Forschungen fanden Eingang in Projekte wie den Petuelring-Tunnel in München und die Elbphilharmonie in Hamburg. Dort führte er die Belastungstests der Scheiben durch, die durch ihre dreidimensionale Ausformung gestaltprägend für das Erscheinungsbild des Leuchtturmprojekts im Hamburger Hafen sind.

Die Ehrung erfolgt auf der Abendveranstaltung des 39. Deutschen Stahlbautags, die am 11. Oktober 2018 in der Mercatorhalle in Duisburg stattfindet.

Korrosionsverhalten nichtrostender Stähle

Korrosionsbelastung
Die Korrosionsbelastung in Eissporthallen liegt zumeist zwischen C3 (mittlere Korrosivität) und C4 (hohe Korrosivität). Foto: Sven Wanke

Die Passivschicht an seiner Oberfläche bestimmt die Korrosionsbeständigkeit von nichtrostendem Stahl. Wie beständig der Stahl ist, wie es zu einer Zerstörung der Passivschicht kommen kann, wird in dem Seminar „Korrosionsverhalten nichtrostender Stähle“ aufgezeigt.

Das Seminar findet am 30. und 31. Oktober 2018 im Stahl-Zentrum in Düsseldorf statt und wendet sich an Fach- und Führungskräfte aus Industrie und anwendendem Gewerbe, die für den Einsatz und die Verarbeitung nichtrostender Stähle Verantwortung tragen.

Die Stahl-Akademie führt in Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (ISER) dieses Seminar durch, das sich auch im Rahmen von Gruppenarbeit durch regen Gedankenaustausch zwischen Fachleuten auszeichnet. Nutzen auch Sie diese Gelegenheit zur Weiterbildung.

Weitere Infos unter:  www.stahl-online.de/index.php/seminar/korrosion-von-nichtrostenden-staehlen/ .

DIN 18036 überarbeitet

Kürzlich wurde die überarbeitete DIN 18036 Eissportanlagen; Anlagen für den Eissport mit Kunsteisflächen; Grundlagen für Planung und Bau veröffentlicht. Neben einer Fülle von Aktualisierungen, Anpassungen und redaktionellen Überarbeitungen wurden erstmals die Themen Anforderungen an den Korrosionsschutz sowie Vorgaben zur Beschaffenheit der Deckenoberfläche über der Eisfläche in die Norm aufgenommen.

DIN 18036 richtet sich an Planer, Bauausführende und Betreiber von Eissporthallen und liefert insbesondere umfassende Informationen zu bauphysikalischen und konstruktiven Besonderheiten von Eissportanlagen. Im Hinblick auf die Verwendung von Stahlkonstruktionen für Eissportanlagen sagt DIN 18036: „Stahlkonstruktionen sind vor Korrosion zu schützen und daher mit einem geeigneten Korrosionsschutzsystem unter Berücksichtigung der geplanten Nutzungsdauer für das Gebäude auszuführen.“ Zahlreiche Beispiele aus dem In- und Ausland zeigen, dass die Nutzungsdauer von Eissportanlagen nicht selten bei weit mehr als fünfzig Jahren liegt. Derart lange Nutzungsdauern sind ohne Instandhaltungen nur durch eine Feuerverzinkung gemäß DIN EN ISO 1461 oder ein Duplex-System aus Feuerverzinkung und nachfolgender organischer Beschichtung erreichbar. Reine organische Beschichtungen erreichen ohne Instandsetzungen lediglich Schutzzeiträume von 25 bis dreißig Jahren.

Die Korrosionsbelastung in Eissporthallen kann im Bereich der Korrosivitätskategorien C3 (mittel) bis C4 (hoch) angesiedelt werden. Für den Korrosionsschutz mit organischen Beschichtungen ist für Eissportanlagen gemäß DIN 18036 die Normenreihe der DIN EN ISO 12944 anzuwenden, die auch Duplex-Systeme aus Feuerverzinkung und nachfolgender Beschichtung regelt. Der Korrosionsschutz durch Feuerverzinken (Stückverzinken) ist gemäß DIN EN ISO 1461 in Verbindung mit DIN EN ISO 14713 auszuführen. Für tragende feuerverzinkte Stahlbauteile ist zudem die DASt-Richtlinie 022 verbindlich anzuwenden.

Letzte Aktualisierung: 04.10.2018