Nachrichten aus der Branche

Die Emag übernimmt die CNC­Technik Weiss aus Neckartailfingen, Leybold liefert Vakuum-Equipment für Weltraumanwendungen, LMT Tool Systems erweitert die Geschäftsführung, der Automobilzulieferer Iscar ist jetzt nach VDA 6.4 zertifiziert und Amag hat eine Qualitätsauszeichnung von Airbus erhalten.

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Dr. Guido Hegener, Geschäftsführer der EMAG Maschinenfabrik mit Hauptsitz in Salach.
Foto: Emag

Emag übernimmt CNC­Technik Weiss


Mit der Rundschleiftechnologie aus dem Hause Weiss baut die Emag Gruppe ihre Technologiepalette im Bereich des Schleifens weiter aus. „Mit der Schleiftechnologie von Weiss ergänzen wir unsere Produkte im Bereich der hochproduktiven und hochpräzisen Rundschleifmaschinen“, erklärt Dr. Guido Hegener, Geschäftsführer der Emag Maschinenfabrik. „Das Rundschleifen steht am Ende der Prozesskette, nachdem bereits ein hoher Teil der Wertschöpfung in die Bauteile geflossen ist. Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass wir hier unseren Kunden die besten Lösungen bieten können. Mit dem Know-how und den Maschinen aus Neckartailfingen erweitert sich unsere Palette an Lösungen entscheidend. Dies wirkt sich in einem noch attraktiveren Angebot für unsere Kunden aus“, führt Dr. Hegener weiter aus.
Das Unternehmen CNC­Technik Weiss hat sich in den letzten Jahren als erfolgreicher Entwickler von Rundschleifmaschinen einen Namen gemacht. Das Know-how hierfür hat das 1993 gegründete Unternehmen durch die Wartung und Modernisierung von Karstens Rundschleifmaschinen erworben. Die hohe Qualität der Serviceleistungen ließ den Kundenstamm schnell wachsen und erste Anfragen nach eigenen Maschinenlösungen führten schließlich zur Entwicklung eigener Rundschleifmaschinen.

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Der Bedarf an solchen Vakuumprüfkammern steigt in dem Maße, wie die Anzahl der Xenon-Ionen-Triebwerke für verschiedene Raumfahrtmissionen steigt.
Foto: Leybold

Vakuum-Equipment für Weltraumanwendungen


Raumfahrtmissionen und Projekte können nur dann erfolgreich sein, wenn die eingesetzten Werkstoffe und Komponenten zuvor unter Weltraumbedingungen auf der Erde getestet werden. Leybold liefert dafür die Technologie als ganzheitlicher Anbieter – bis hin zum Ultrahochvakuum.
Ein wachsender Anwendungsfall ist zum Beispiel das Simulieren und Testen von elektrischen Weltraumantrieben zur Bewegung von Raumfahrzeugen. Dafür werden ionisierte Gaspartikel durch ein elektrisches Feld beschleunigt. Moderne Ionen-Triebwerke erzeugen einen Gasstrom von 0,1 bis zehn Milligramm pro Sekunde. Um ein gutes Hochvakuum bei diesem erheblichen Durchfluss in den Prüfkammern aufrechtzuerhalten, ist ein sehr großes Saugvermögen erforderlich – oft im Bereich von 10.000 bis 100.000 Litern pro Sekunde.
Die dafür notwendigen experimentellen Kammersysteme zur Herstellung der Weltraumbedingungen existieren in allen Größen: von wenigen Litern zum Testen kleiner Objekte wie Leiterplatten bis hin zu mehreren tausend Kubikmetern für den Nachweis der Raumfahrttauglichkeit ganzer Raumschiffe.
Das Edelgas Xenon ist das schwerste stabile Edelgas und wird aufgrund des hohen resultierenden Schubs in den meisten Fällen für Ionentriebwerke verwendet. Der Vorteil einer großen Antriebsmasse ist aber eine große Herausforderung für Vakuumpumpen. Einer der Gründe ist die schlechte Wärmeleitfähigkeit von Xenongas, die zu kritischen Temperaturanstiegen bei Gastransfer-Vakuumpumpen wie Turbomolekularpumpen führt. Außerdem wären viele große Turbomolekularpumpen erforderlich, um das geforderte hohe Saugvermögen zu erreichen.
Leybold hat eine optimierte und einfache kryogene Lösung für das Pumpen von Xenon entwickelt. Die starken einstufigen Kaltköpfe vom Typ Gifford-McMahon tragen Metallplatten, die das Xenongas mit einem Saugvermögen am Rande des theoretischen Limits kondensieren.

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Jörn Grindel wurde zum 20. Januar 2020 zum weiteren Geschäftsführer der LMT Tool Systems ernannt.
Foto: LMT

Geschäftsführung erweitert


Jörn Grindel wurde zum 20. Januar 2020 zum weiteren Geschäftsführer der LMT Tool Systems ernannt. Die Vertriebsgesellschaft von LMT Tools erweitert so die Geschäftsführung neben Daniel Ehmans und Jochen Ohler. Mit dieser Stärkung der Führungsspitze unterstreicht der Spezialist für Präzisionswerkzeugtechnik seinen Fokus auf die global vernetzte Organisation und die starke Kundenorientierung.
„Mit der Entscheidung, Jörn Grindel in die Geschäftsführung der LMT Tool Systems aufzunehmen, honorieren wir seine bisherigen Erfolge und vertrauen vollumfänglich in seine zukünftigen Leistungen“, erläutert Daniel Ehmans, CEO LMT Tools. „Wir freuen uns, gleichzeitig größere Verantwortung für die Führung einer unserer wichtigsten Vertriebsregionen an Herrn Grindel übertragen zu können.“
Als Head of EMEA leitet Jörn Grindel seit dem Frühjahr 2019 die Vertriebsregion Europa, Naher Osten und Afrika. Diese Funktion wird er auch weiterhin ausfüllen. Der Manager vereint tiefe Kenntnisse des europäischen Werkzeugmarktes mit einer ausgeprägten Engineering-Expertise.

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VDA 6.4 deckt einen Bereich der Branche ab, der von der neuen internationalen Automotive-Norm IATF 16949 nicht erfasst wird. Das ist besonders für international agierende Hersteller von Bedeutung.
Foto: Iscar

Iscar nach VDA 6.4 zertifiziert


Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat sein Regelwerk 6.4 – Produktionsmittel überarbeitet und einen dazugehörigen Zertifizierungsprozess etabliert. Iscar hat diesen erfolgreich durchlaufen und besitzt jetzt einen weiteren wichtigen branchenspezifischen Qualitätsnachweis. Im Fokus der Zertifizierung stand unter anderem die kooperative Zusammenarbeit mit den Kunden.
Die stetig wachsenden Anforderungen an die Fahrzeuge führen auch dazu, dass die Automobilindustrie immer stärker auf zuverlässige Partner angewiesen ist – gerade bei den Produktionsmitteln, einem der zentralen Erfolgsfaktoren in diesem Sektor. Die Qualität von Produktionsmitteln und Werkzeugen, aber auch die kooperative Zusammenarbeit mit dem Kunden sind besonders wichtige Aspekte, derer sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) im Regelwerk 6.4 – Produktionsmittel annimmt. Der VDA hat das vor zwanzig Jahren entstandene Regelwerk 2017 überarbeitet und an die ISO 9001:2015-Struktur angepasst. Im Zuge dieser Revision hat der Verband zudem einen eigenständigen Zertifizierungsprozess ins Leben gerufen, der Anwendern die Möglichkeit eröffnet, einen branchenspezifischen Qualitätsnachweis zu erbringen.
Iscar hat die Vorteile eines solchen Zertifikates erkannt und sich entschlossen, diesen Prozess im Geschäftsjahr 2019 umzusetzen.
Neben den bereits vorhandenen Zertifikaten ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 und OHSAS 18001:2007 besitzt das Unternehmen jetzt einen weiteren wichtigen branchenspezifischen Qualitätsnachweis. Dieser bringt neben einem sicheren Marktzugang zur deutschen Automobilindustrie auch fortlaufende Verbesserungen der Prozesse und damit auch die weitere Steigerung der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.

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Gerald Mayer, CEO der Amag Austria Metall freut sich über den sogenannten „Accredited Supplier“-Award.
Foto: Amag

Airbus-Qualitätsauszeichnung für Zulieferer


Die Amag hat vom europäischen Flugzeughersteller Airbus im Januar 2020 in Toulouse, Frankreich, am Airbus Material & Parts Supplier Day den sogenannten „Accredited Supplier“-Award, die höchste von vier Qualitätsauszeichnungen für Lieferanten erhalten. Amag ist damit auch der einzige Lieferant von Aluminiumwalzprodukten, der diese höchste Auszeichnung erhalten hat. Der Preis wird für hervorragende Liefertreue und ausgezeichnete Produktqualität verliehen und ist Teil des Supply Chain & Quality Improvement (SQIP)-Programmes. Airbus betreibt dieses Programm gemeinsam mit ausgewählten Premiumlieferanten, um eine kontinuierliche Verbesserung der gesamten Lieferkette sicherzustellen.
„Wir freuen uns über diese nunmehr dritte Auszeichnung und bedanken uns bei Airbus für die langjährige und hervorragende Zusammenarbeit. Wir sehen diesen Erfolg als Ansporn, weiter an unserer Leistungsfähigkeit und damit an der Entwicklung der Geschäftsbeziehung zu arbeiten. Die gemeinsamen Projekte für die nächsten Jahre sind bereits aufgesetzt“, so Gerald Mayer, CEO der Amag Austria Metall.
„Mit der Auszeichnung als „Accredited Supplier“ im Jahr 2019 würdigt Airbus den hohen Service- und Qualitätsstandard der Ranshofener Produkte. Wir schätzen die langjährige Partnerschaft, die bereits zu mehreren anderen Auszeichnungen, wie dem „Best Performer“-Award 2018 geführt hat“, so Kati Schirmacher, Supply Chain Quality & Operations Manager bei Airbus.

Letzte Aktualisierung: 14.02.2020