Nachrichten aus der Branche

(Januar 2021) Um Sinn und Unsinn der Batterieproduktion in Deutschland geht es im neuen Podcast des VDW, beim Ausbau des firmeneigenen Vorführ- und Technologiezentrums setzt die Inter-CAM-Deutschland auf das Maschinen-Know-how von Oltrogge, Hufschmied veranstaltete eine Virtual Masterclass über die Zerspanung von carbonfaserverstärkten Thermoplasten, die Ceram-Tec-Gruppe hat jetzt Dentalpoint erworben und eine Studie belegt die Rolle von KI für die deutsche Wirtschaft.

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Wissenschaftler am wbk des Karlsruher Instituts für Technologie entwickelten mit Coil2Stack eine neue Methode, um Batteriezellen schneller und flexibler produzieren zu können. Foto: Markus Breig, KIT

Umstrittene Batterieproduktion

Im neuen Podcast „Tech Affair – Industry for Future“ des VDW äußern sich dieses Mal Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zum Thema „Batterieproduktion in Deutschland – Sinn oder Unsinn?“.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier steckt drei Milliarden Euro in die Förderung der Batterieproduktion in Deutschland. Etwa ein Drittel der weltweit benötigten Batterien sollen bis 2030 hierzulande und in der EU produziert und verkauft werden. Und das, obwohl asiatische und nordamerikanische Länder schon jahrelange Expertise in der Massenproduktion von Energiespeichern gesammelt haben. Der erste Gedanke könnte da sein: Die Regierung verschleudert Steuergelder, weil sie – gerade aufgewacht – versucht, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Wir haben Leute befragt, die mitten im Geschehen stecken. Zum Beispiel zu Daimlers Verlagerung der Produktion von E-Autos nach China und gleichzeitigem Stellenabbau in Deutschland. Und über Angst.
Prof. Jürgen Fleischer, Leiter des BMBF-Clusters „Intelligente Zellproduktion“ und des wbk Instituts für Produktionstechnik, mahnt: „Die Batterie definiert heute das Auto, doch eigentlich muss das Auto die Batterie definieren. Das bedeutet Differenzierung. Und hier liegt die Stärke des deutschen Maschinenbaus.“
Prof. Wolfgang Schmutz, Geschäftsführer der ACI Systems in Zimmern, weiß: „Wir sind auf dem Weg aufzuholen, an bestimmten Stellen vielleicht sogar zu überholen.“
Grundvoraussetzung fürs Gelingen ist, dass von den „vielen klugen Köpfen“ „nicht jeder sein gallisches Dorf baut“. Das lässt sich auf nationaler genauso wie europäischer Ebene verstehen.

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Das firmeneigene Vorführ- und Technologiezentrum in Bad Lippspringe ist ausgestattet mit zwei hochwertigen CNC-Maschinen. Foto: Oltrogge

Zukunftsweisende Werkzeugmaschinen

Beim Ausbau des firmeneigenen Vorführ- und Technologiezentrums setzte die Inter-CAM-Deutschland auf das Maschinen-Know-how von Oltrogge. Die Mazak Integrex i 100ST des Premium-Herstellers Mazak – in der Region OWL exklusiv durch Oltrogge vertrieben – ergänzt ab sofort die bestehenden CNC-Maschinen im Inter-CAM-Technologiezentrum in Bad Lippspringe um eine vollausgestattete Multi-Funktionsmaschine zum Zerspanen. Sie bietet gleichzeitig optimale Ausgangsbedingungen für die Entwicklung neuer CAD/CAM-Softwareanwendungen im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Technologietage und Events mit Kunden, Interessenten und langjährigen Partnern, wie auch der Firma Oltrogge Werkzeug.

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Hufschmied SMC-Programm – für mehr Effizienz beim Kunststoff-Fräsen. Foto: Hufschmied Zerspanungssysteme

Lösbare Zerspanungsherausforderungen

Über 200 Teilnehmer aus aller Welt hatten sich für den 26. November 2020 angemeldet, um sich bei der Hufschmied Virtual Masterclass über die Zerspanung von carbonfaserverstärkten Thermoplasten zu informieren. Konkret ging es um den Hochleistungskompositwerkstoff Toray Cetex TC1225 des Herstellers Toray Advanced Composites. Mit dabei war auch der italienische Maschinenhersteller Cms. Eine zweite virtuelle Veranstaltung des Werkzeugspezialisten mit SolidCam, Ensinger und Hermle am 8. Dezember 2020 – diesmal auf Deutsch – wurde ebenfalls sehr gut angenommen. Mit den Masterclass-Webcasts will Hufschmied seinen Kunden einen zeitsparenden und komfortablen Zugang zu Informationen über neue Technologien und den Dialog mit Zerspanungsexperten aus der Branche bieten.

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Die Ceram-Tec-Gruppe hat jetzt den Schweizer Spezialisten für keramische Zahnimplantate, Dentalpoint, erworben. Grafik: Ceram-Tec-Gruppe

Keramische Marktführerschaft

Die Ceram-Tec-Gruppe hat den nächsten Schritt in der Transformation zu einem Medtech-Unternehmen getan und den Schweizer Spezialisten für keramische Zahnimplantate, Dentalpoint, erworben. Damit baut der global führende Medizintechnologiekonzern sein Angebot als Zulieferer im Bereich Hochleistungskeramik weiter aus.
Mit der Übernahme der Schweizer Dentalpoint zum 4. Januar 2021 investiert Ceram-Tec in den stark wachsenden Zukunftsmarkt für metallfreien Zahnersatz und baut damit sein Portfolio für medizintechnische Anwendungen nachhaltig aus. Als einer der führenden Anbieter im Bereich metallfreier, zweiteiliger Keramikimplantate leistet Dentalpoint einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung der Implantologie und verfügt über eine etablierte und innovative Produktplattform. Durch die Transaktion entsteht ein weltweit führender Anbieter von Lösungen im Bereich keramische Dentalimplantate, die höchste Produktqualität im Hinblick auf Verträglichkeit und Ästhetik vereinen.
„Mit der Akquisition bauen wir nicht nur unser Portfolio im Medical Segment konsequent aus, sondern erweitern zugleich unseren Zugang zum Dentalmarkt, unsere Produktentwicklungskompetenz und unsere Fertigungskapazitäten in einem stark wachsenden Marktumfeld“, sagt Dr. Hadi Saleh, CEO der Ceram-Tec-Gruppe.
Adrian Hunn, CEO der Dentalpoint, ergänzt: „Durch die Integration in die Ceram-Tec-Gruppe erwarten wir neue Impulse für unser bestehendes Geschäft und den Ausbau unserer internationalen Präsenz. Dabei wird Dentalpoint als Unternehmen und mit der etablierten Marke Zeramex am Markt bestehen bleiben und weiter expandieren.“

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Die Studie zeigt den Beitrag von KI zur Innovationsleistung und Perfomance der deutschen Wirtschaft. Grafik: bmwi

Künstliche Intelligenz

Eine Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zeigt: Unternehmen, die Künstliche Intelligenz einsetzen, sind nicht nur innovativer. Sie erzielen außerdem bei gleichem Umsatz einen höheren Gewinn und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze.
Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für die Digitale Wirtschaft und Start-ups: „Künstliche Intelligenz verschafft einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil, den es zu nutzen gilt. Unternehmen, die heute in KI investieren, legen nicht nur den Grundstein für eine profitable Zukunft. Sie stärken gleichzeitig ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit und die der deutschen Wirtschaft. Dafür sind Datensouveränität und eine breite Datenverfügbarkeit wesentliche Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg. Diese Ziele verfolgen wir mit GAIA-X, mit dem ein innovatives europäisches Ökosystem für Daten entsteht.“
Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) erzielten deutsche Unternehmen im Jahr 2018 einen Umsatz mit Weltmarktneuheiten von 7,6 Milliarden Euro. Rund neun Prozent des gesamten deutschen Umsatzes mit Weltmarkneuheiten können damit auf diese Technologie zurückgeführt werden.
Entgegen der häufig vermuteten negativen Beschäftigungswirkung sorgt Künstliche Intelligenz für mehr Beschäftigung. Zwischen 2016 und 2018 sind laut Studie rund 48.000 Stellen in der deutschen Wirtschaft durch den Einsatz von KI entstanden.
Die Studie ist Teil eines umfassenden Forschungsauftrags zum Thema Digitalisierung, den das BMWi für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren beauftragt hat.
Die Studie kann unter diesem Link heruntergeladen werden:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Technologie/auf-kuenstliche-intelligenz-kommt-es-an.pdf?__blob=publicationFile&v=8 .

Letzte Aktualisierung: 08.02.2021