Nachrichten: Beschlagkonjunktur, Entmagnetisierung, Brandschutzinfos, textile Bekleidung, Feuerschutztüren

Einige Nachrichten aus der Branche halten interessante Infos für Metallbauer bereit. So befindet sich die deutsche Schloss- und Beschlagindustrie weiter auf Wachstumskurs, Rohrleitungen müssen wirkungsvoll entmagnetisiert werden, im September gibt es den 14. Brandschutztag, ein silbrig schimmerndes Gewand kleidet jetzt die neue Textilakademie NRW in Mönchengladbach, bei Schröders wurde das CE-konforme Feuerschutztür-Portfolio ausgebaut.

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Die Umsatzentwicklung der deutschen Schloss- und Beschlagindustrie ist weiter positiv. Grafik: FVSB

Schloss- und Beschlagindustrie weiter auf Wachstumskurs

Die deutsche Schloss- und Beschlagindustrie ist gut in das Jahr 2019 gestartet. „Die Unternehmen blicken dank weiterhin guter Aussichten im Bereich der Baukonjunktur optimistisch in die Zukunft“, so Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB). Das im April bei den Mitgliedern erhobene Stimmungsbild hat sich gegenüber der letzten Umfrage im Sommer 2018 weiter aufgehellt. Derzeit beurteilen rund 88 Prozent der Unternehmen die aktuelle Geschäftslage mit gut, die anderen mit befriedigend. Auch bei den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate herrscht Optimismus. Fast alle Teilnehmer rechnen mit einem anhaltend hohen Geschäftsniveau, vereinzelt werden sogar weitere Steigerungen erwartet. Mit einer Eintrübung rechnet derzeit niemand der Befragten.
Die Beurteilung der Auftragseingänge fiel gegenüber der letzten Umfrage ebenfalls besser aus, wobei per Saldo die größeren Impulse aus dem Ausland erwartet werden. Im Durchschnitt vergrößerte sich die Auftragsreichweite von 3,4 auf nun sechs Wochen deutlich. Die Kapazitätsauslastung ist ebenfalls angewachsen und wurde im Frühjahr mit durchschnittlich neunzig Prozent angegeben, was kurzfristige Produktionssteigerungen etwas beschränken könnte.
Eine Trendfortsetzung der vom Statistischen Bundesamt für das Jahr 2018 veröffentlichten amtlichen Zahlen scheint damit wahrscheinlich: Nach Auswertung der Monatsberichte im Verarbeitenden Gewerbe stieg der Umsatz der gesamten Schloss- und Beschlagbranche im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf über 7,8 Milliarden Euro an. Der Inlandsumsatz (4,2 Milliarden Euro) und der Auslandsumsatz (3,6 Milliarden Euro) zeigten eine ähnliche Entwicklung und legten beide jeweils um 1,7 Prozent zu. Die schwache Exportentwicklung in die Länder der Eurozone (plus 0,1 Prozent) konnte durch die überproportionalen Anstiege in die Nicht-Euroländer (plus 3,4 Prozent) überkompensiert werden, wobei dieser Wert aufgrund der anhaltenden BREXIT-Unsicherheit erneut gedämpft worden ist. Das Vereinigte Königreich entwickelt sich als Abnehmerland deutscher Schlösser und Beschläge seit drei Jahren in Folge rückläufig und lag 2018 deutlich unter dem Niveau von 2014, Tendenz weiter fallend.

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Intelligenter Rohrleitungsmolch zur Zustandsbewertung von Gashochdruckleitungen. Foto: Rosen-Group

Entmagnetisieren von Rohrleitungen

Um die Integrität zu gewährleisten, werden Gashochdruckleitungen durch eine so genannte „intelligente Rohrleitungsmolchung“ überprüft.
Ein Rohrleitungsmolch ist ein zylindrischer Körper, der aus mehreren Scheiben besteht, die mit Manschetten gegen die Rohrwand abgedichtet sind. Er wird durch den Differenzdruck innerhalb des Rohres transportiert. Die Länge eines Molches beträgt sechs bis zehn Meter, die Vorschubgeschwindigkeiten bewegen sich zwischen ein und fünf Meter pro Sekunde.
Die Wandstärke des Rohres wird mittels Magnetstreuflussverfahren (Magnetic Flux Leakage) gemessen. Dafür sind starke, ringförmig am Molch angebrachte Magnete notwendig; unmittelbar danach werden über Sensoren die eingebrachten Magnetflusslinien registriert. Diese im Zuge der Messungen aufgenommenen Signale werden mit Referenzsignalen verglichen. Aufgrund der Abweichungen können mögliche Stellen mit Materialverlust oder Ovalitäten erfasst werden. Da der intelligente Molch ein System zur Bestimmung der zurückgelegten Entfernung mitführt, kann die Position der Befunde erfasst werden. Nachteil dieser Messmethode ist, dass die überprüften Rohrleitungen dauerhaft magnetisiert sind. Deshalb sollte aufgrund der Messergebnisse eine zeitnahe Reparatur der beanstandeten Stellen erfolgen.
Für die beteiligten Unternehmen, die Terranets bw als Betreiber und die Leonhard & Weiss als ausführendes Bauunternehmen, war klar, dass durch die Molchung noch ein starker Restmagnetismus im Rohr vorhanden sein wird. Um den bekannten Problemen durch Magnetismus beim Schweißen – Ablenkung des Lichtbogens und Einschluss von Poren und Bindefehlern – zu begegnen, wurde die EWM beauftragt, mit ihrem Entmagnetisierungsgerät Degauss 600 den Restmagnetismus im Rohr während des Schweißens zu eliminieren. Grundprinzip ist, dass ein stromdurchflossener Leiter ein Magnetfeld erzeugt. Um ein Rohr zu entmagnetisieren, wird ein Stromkabel möglichst eng um das Rohr gewickelt. Durch einen Stromfluss kann ein Gegenmagnetfeld gleicher Stärke erzeugt und der Restmagnetismus so eliminiert werden. Je mehr Windungen aufgebracht werden, desto größer ist die maximale Feldstärke, die mit konstantem Strom erzeugt werden kann.

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Die Live-Großbrandprüfung im Brandprüfzentrum des MPA NRW in Erwitte ist das traditionelle Highlight des Brandschutztages. Foto: Feuertrutz Network

Beeindruckende Live-Großbrandprüfung

Am 19. September veranstaltet Feuertrutz Network gemeinsam mit dem MPA NRW den 14. Brandschutztag „Brandschutz im Brennpunkt 2019“ mit einer Live-Großbrandprüfung. Thematischer Schwerpunkt der Veranstaltung sind die bauordnungsrechtlichen Grundlagen für die Verwendung von Bauprodukten und der Anwendung von Bauarten.
Nach nun zwei Jahren hat die MVV TB 2017 die Bauregellisten in den Ländern abgelöst. Das derzeitige Regelwerk enthält trotzdem noch einige Stolpersteine für die am Bau Beteiligten. Der Umgang mit lückenhaften Normen sowie Abweichungen von CE-gekennzeichneten Bauprodukten stellt alle vor eine große Herausforderung. Zudem befindet sich die MVV TB noch immer in der Überarbeitung. Ein Anhörungsverfahren dazu fand bereits Anfang 2019 statt. Unter anderem ist zu erwarten, dass es eine separate Technische Regel zu den Konkretisierungen bei der Technischen Gebäudeausrüstung geben wird. Anerkannte Branchenexperten erläutern, wie diese Herausforderungen im beruflichen Alltag bewältigt werden können und welche Änderungen durch die Überarbeitung zu erwarten sind.
Das traditionelle Highlight des Brandschutztages: Im Rahmen einer Live-Großbrandprüfung im Brandprüfzentrum des MPA NRW in Erwitte werden typische Ausführungsmängel und Abweichungen bei der Anwendung und Verwendung von unterschiedlichen Bauteilen nachgestellt und anschließend ausgewertet.
Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen sind erhältlich online unter www.feuertrutz.de/brandschutztag, telefonisch unter 0221 5497-420 oder per E-Mail an anmeldung@feuertrutz.de .

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Das silbrig schimmernde Gewebe verleiht dem Ausbildungszentrum für die Textil- und Bekleidungsindustrie eine starke Präsenz auf dem Campus der Hochschule Niederrhein. Foto: Thomasmayerarchive.de

Ein fließendes Gewand

Ein maßgeschneidertes Kleid schmiegt sich um den Neubau der Textilakademie NRW in Mönchengladbach. Das silbrig schimmernde Gewebe verleiht dem Ausbildungszentrum für die Textil- und Bekleidungsindustrie bereits von weitem eine starke Präsenz auf dem Campus der Hochschule Niederrhein. Die Lerninhalte der Akademie werden so nach außen transportiert, und der vielfältige Einsatz von Textilien wird erlebbar. Dabei steht die transparente, beweglich anmutende Membrane im starken Kontrast zu der klaren Geometrie des dreigeschossigen Kubus, den sie umhüllt. Das Gebäude von „slapa oberholz pszczulny | sop architekten“ beinhaltet ein zentrales Atrium, Lehr- und Verwaltungsräume und eine Aula. Sämtliche Fensterflächen liegen so hinter der Membrane verborgen, lediglich der Eingangsbereich zeigt sich unverhüllt und empfängt Schüler und Besucher mit einer großzügigen Glasfassade.
Scheint sich die textile Fassade auf den ersten Blick in einer gleichmäßigen Wellenbewegung um den Kubus herum zu bewegen, zeigt sich die Differenziertheit im Detail: Denn sämtliche Stoffbahnen des fließenden Gewandes unterscheiden sich in ihrem jeweiligen Zuschnitt voneinander. Die gewünschte dynamische Wirkung der Hülle beeinflusste also maßgeblich die Konstruktionsweise. Hinzu kam der Wunsch der Architekten nach einer möglichst schlanken, unscheinbaren Tragkonstruktion. Beide Parameter erforderten eine präzise Planung und enge Abstimmung der Projektbeteiligten untereinander: So arbeiteten Form-TL Ingenieure, welche für Seile, Stahlunterkonstruktion und Membrane zuständig waren, Hand in Hand mit den ausführenden Unternehmen. Basis für die vorgespannte Fassade bildete die von Form-TL mit Kehl- und Gratseilen formgefundene Membran-Seil-Konstruktion. Als formgebende und lastabtragende Elemente sind die Seile linear entlang der Fassade von oben nach unten in Kehle und Grat gespannt, somit teilen sich die Seile die Last von Windsog und Winddruck.

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Die Feuerschutzabschlüsse „System Schröders TSN-1-CE und TSN-2-CE“ entsprechen der Feuerwiderstandsklasse EI230. Foto: System Schröders

CE-konformes Feuerschutztür-Portfolio ausgebaut

Bereits im Juli 2017, kurz nach Einführung der Produktnorm EN 16034 konnten die feuerbeständigen Türen und Tore „System Schröders TSN-11-CE und TSN-12-CE“ bei den Lizenznehmern von System Schröders erworben werden. Erweitert wurde das Portfolio im Sommer 2018 um die hochfeuerhemmenden Abschlüsse „System Schröders TSN-3-CE und TSN-4-CE“. Nun hat System Schröders das Sortiment abermals erweitert. Die Feuerschutzabschlüsse „System Schröders TSN-1-CE und TSN-2-CE“ entsprechen der Feuerwiderstandsklasse EI230 und bestanden wie ihre Vorgänger erfolgreich die Brand- und Rauchversuche nach EN 1634-1 beziehungsweise EN 1634-3 sowie Dauerfunktionstests nach EN 1191. Auch liegt bei diesen Tür- und Tortypen der Klassifizierungsbericht nach EN 13501-2 vor. Das einflügelige Element ist ab sofort in den Maßen von 525 mal 500 Millimeter bis 2.300 mal 4.600 Millimeter bei Lizenzbetrieben verfügbar. Für zweiflügelige Tore stehen Maße von 1.250 mal 1.850 Millimeter bis 4.600 mal 4.600 Millimeter zur Auswahl.
Architekten, Hersteller und Verarbeiter können bereits jetzt auf Elemente nach EN 16034 in den bereits gültigen Bereichen setzen. Dadurch können Projekte im Bereich Feuerschutzabschlüsse nach sichereren Standards realisiert werden und die Lizenzbetriebe „System Schröders“ sind bereits vor Ablauf der Koexistenzphase zukunftssicher aufgestellt. Der Ablauf, nach dem nur noch der Einsatz CE-gekennzeichneter Feuerschutzabschlüsse zulässig ist, ist aktuell auf den 31. Oktober 2019 terminiert. Dieser kann jedoch noch nach hinten verschoben werden, da bisher nur Außentüren und Tore nach EN 16034 verkauft werden dürfen. Der Verkauf von entsprechenden Innentüren ist voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2019 möglich.

Letzte Aktualisierung: 04.06.2019