Nachrichten: Betonstahl, Edelstahl-Merkblätter, Wintergartentage, Planungssoftware, Glaskongress, Stahlbau-Ratgeber

Einige Nachrichten aus der Branche halten wichtige Infos für Metallbauer bereit. So ist für feuerverzinkte Betonstähle jetzt eine geringere Betonüberdeckung zulässig, es gibt neue Edelstahl-Merkblätter, die Wintergartentage und der Glaskongress finden in den nächsten Tagen statt und die Dübelbemessungssoftware wurde erweitert.

Geringere Betonüberdeckung zulässig

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Die Tabelle zeigt die mögliche Reduzierung der Mindestbetondeckung aus Dauerhaftig-keitsanforderung bei Verwendung von feuerverzinktem Betonstahl. Grafik: Industrieverband Feuerverzinken

Seit Januar 2019 gibt es eine neue allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für feuerverzinkte Betonstähle. Neben praxisrelevanten Verbesserungen für Verarbeiter wie dem Biegen von Bewehrungsstahl vor dem Feuerverzinken ermöglicht sie erstmals in den Expositionsklassen XC1 bis XC4 eine Abminderung der Betondeckung und damit die Einsparung von Beton, durch die sich auch statische sowie gestalterische Vorteile ergeben können.
Im Rahmen eines breit angelegten Forschungsprojektes wurde unter anderem belegt, dass in karbonatisiertem Beton ein deutlicher korrosionsschutztechnischer Vorteil des feuerverzinkten Betonstahls gegenüber unverzinkten Betonstählen festzustellen war. In den Expositionsklassen XC1 bis XC4 ist daher eine Abminderung der Betonüberdeckung gemäß der bauaufsichtlichen Zulassung möglich. Die Anforderungen an die Mindestbetonüberdeckung zur Sicherstellung des Verbundes bleiben davon unberührt. Bei der Festlegung der Mindestbetondeckung ist der jeweils größere Wert maßgebend, der sich aus den Verbund- beziehungsweise Dauerhaftigkeitsanforderungen ergibt (siehe Tabelle 1). In den Expositionsklassen XD und XS in denen es um Bewehrungskorrosion durch Chloridbelastung geht, bietet eine Feuerverzinkung ebenfalls einen zusätzlichen Schutz. Eine Abminderung der Betondeckung für die Expositionsklassen XD und XS ist jedoch noch nicht möglich, da der Nutzungsdauerzugewinn derzeit nicht hinreichend quantifizierbar ist.
Generell gilt, dass feuerverzinkte Betonstähle wie unverzinkte Betonstähle zur Bewehrung von Stahlbeton nach Eurocode 2 unter Beachtung der Regeln der Zulassung verwendet werden dürfen. Besondere Auflagen, die bei Entwurf und Bemessung, bei der Ausführung und beim Feuerverzinken zu beachten sind, sind in der Zulassung aufgeführt. Zulassungsinhaber der abZ ist das Institut Feuerverzinken. Es sind ausschließlich vom DIBt autorisierte Feuerverzinkungsunternehmen zum Feuerverzinken von Betonstählen gemäß Z-1.4-165 berechtigt.

Neue Edelstahl-Merkblätter herausgegeben

Der Werkstoff Edelstahl Rostfrei umfasst eine Materialgruppe, die neben hohen Korrosionsanforderungen verbunden mit guten Festigkeitseigenschaften auch ästhetischen Kriterien gerecht wird. Damit die Vorteile auch uneingeschränkt genutzt werden können, hat die Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (ISER), Düsseldorf, zwei weitere Merkblätter zur werkstoffgerechten Verarbeitung und Oberflächencharakterisierung aktuell neu herausgegeben.
Auf Basis der aktuellen Regelwerke und den bestehenden Standards wurde in einer erweiterten Neuauflage das Merkblatt 823 „Schweißen von Edelstahl Rostfrei“ umfassend überarbeitet. Es vermittelt insbesondere auch unter metallkundlichen Aspekten grundlegende Informationen zum Schweißen in anschaulicher und praxisrelevanter Form. Auf der Basis allgemeiner Erfahrungen werden nützliche Hinweise zum werkstoffgerechten Schweißen von ausgewählten, häufig verwendeten nichtrostenden Stählen gegeben. Das neue Merkblatt behandelt eine Thematik, die bei der Verarbeitung von Edelstahl Rostfrei von zentraler Bedeutung und häufig nachgefragt ist.
Die Frage des ästhetischen Erscheinungsbildes nichtrostender Stähle ist vielfach an Gleichmäßigkeit und Glanz geknüpft. Die bestehenden Normen können aber hinsichtlich der optischen Eigenschaften nur Orientierungshilfen vermitteln, weil die diesbezüglichen Spezifikationen sehr breit gefasst sind und sich ausschließlich auf die Verarbeitung beziehen. Das neue Merkblatt 985 „Reflexionseigenschaften von nichtrostendem Stahl“ beschreibt grundlegende Methoden, um von subjektiven Beschreibungen hin zu objektiven qualitativen Aussagen über den Oberflächenglanz zu gelangen.
Die neuen Merkblätter stehen unter www.edelstahl-rostfrei.de/Publikationen zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Wintergartentage mit Wissenstransfer

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Der Vorsitzende des Bundesverbandes Wintergarten Dr. Steffen Spenke wird die Wintergartentage 209 eröffnen. Foto: Bundesverband Wintergarten

Am 21./22. März 2019 treffen sich die Wintergartenbauer in Berlin zu den Wintergartentagen. Auf dem Programm der Veranstaltung des Bundesverbandes Wintergarten e.V. stehen fundierte Fachvorträge, die unterschiedliche Bereiche von Vertrieb, Planung, und Bau von Wintergärten, Terrassendächern und anderen Glasbauten thematisieren.
Den Anfang der Fachtagung macht Dr. Edgar Joussen (Kanzlei Joussen & Schranner, Berlin), der über die Rechte von Auftraggebern und Auftragnehmern referiert. Dieses Mal wird besonders der richtige Umgang mit den im Baualltag leider auch auftretenden Beanstandungen von Kunden im Mittelpunkt stehen.
Als nächstes steht dann die die aktuell heiß diskutierte Entwicklung rund um die DIN 18008 auf dem Programm. Es referiert Ralf Spiekers vom Bundesinnungsverband für Tischler/Schreiner im Bundesverband Holz und Kunststoff, der für etwas mehr Klarheit in der für viele unübersichtlichen Situation sorgen wird.
Am zweiten Tag berichten zunächst die Sachverständigen Guido Strasser (München) sowie Peter Ertelt (Bruchköbel) aus ihrer Arbeit als Sachverständige. Es geht dabei unter anderem um Themen wie Befestigung von Wintergärten und Terrassenüberdachungen, barrierefreie Schwellen.
Dem Block folgt der „Wintergarten-Wiki“ von Dr. Uwe Arndt (Darmstadt) mit aktuellen Informationen und Hinweisen rund um die Belange der Branche.
Den Nachmittags-Block leiten Matthias Willberg und Henning Wagner (Leer) mit einem Beitrag zu „Digitalisierung in Verkauf, Planung und Fertigung von Wintergärten und Terrassendächern“ ein.
Neben dem Fachprogramm ist wie bei den Wintergartentagen der letzten Jahre auch wieder reichlich Freiraum für das „Networking“ sowie den Erfahrungsaustausch eingeplant.
Die Fachtagung ist für alle Interessierten Fachkollegen offen. Weitere Informationen und das Anmeldeformular findet man auf der Homepage des Bundesverbandes: https://bundesverband-wintergarten.de .

Planungssoftware erweitert

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Mit dem Modul C-FIX lassen sich Verankerungen in Beton nach der neuen EN 1992-4 bemessen. Die Norm soll bis Juni 2019 in den Bundesländern in Deutschland bauaufsichtlich eingeführt werden. Foto: Fischer

Fischer hat jetzt seine Planungssoftware C-FIX der Fixperience Suite erweitert. Zusätzlich zu den bereits verfügbaren Möglichkeiten für Dübelnachweise wurde die nun veröffentlichte Bemessungsvorschrift DIN EN 1992-4 implementiert. Komfortabel und bequem können jetzt die Nachweise für statisch und quasistatisch beanspruchte Verankerungen nach dem neuesten Stand der Technik durchgeführt werden.
Das Modul C-FIX enthält alle relevanten technischen Bewertungen für die Bemessung von Stahl- und Verbundankern in Beton sowie Injektionssystemen für Mauerwerk nach neuestem Stand der Technik. Planer, Statiker und Handwerker können mit dem Tool immer den erforderlichen Nachweis nach den jeweiligen Anforderungen führen. Jüngstes Upgrade ist die Integration der neuen DIN EN 1992-4 für die Bemessung von Befestigungen in Beton.
Durch die bewährte intuitive Benutzerführung in der Programmoberfläche und die Interaktion des Programms mit dem Benutzer kann eine Bemessung schnell und effizient durchgeführt werden. Fehleingaben oder geometrische Konflikte werden automatisch erkannt und Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet.
Nach dem Vorliegen eines gültigen Ergebnisses kann der Nachweis als Bericht in eine PDF Datei exportiert werden. Der Bericht ist so gestaltet, dass die Bemessung durch Zitierung der Formeln, Formelbezüge und Angaben zur Bemessung vollständig nachvollziehbar ist.
Die Planungssoftware steht zum kostenfreien Download bereit, unter: www.fischer.de.

Glaskongress mit informativem Programm

Der Bundesverband Flachglas (BF) und die Gütegemeinschaft Flachglas (GGF) laden zum diesjährigen Glaskongress 2019 ein. Er findet am Mittwoch, 3. und Donnerstag, 4. April 2019, im Hotel „Mövenpick Stuttgart Airport“ in Stuttgart statt. Der erste Tag des Glaskongresses 2019 beginnt mit den Mitgliederversammlungen von BF und GGF. Abgerundet wird der erste Tag von einer Stadtführung in der Stuttgarter Innenstadt und einem gemeinsamen Abendessen in der „Alten Stuttgarter Reithalle“ samt Begleitung durch eine Live-Band.
Der zweite Tag des diesjährigen Glaskongresses startet nach der Begrüßung mit dem Thema „Spontanbrüche von ESG: Der Heißlagerungstest ist besser als gedacht“, von Dr. Andreas Kasper, Group Manager „Chemistry of Glass Melting“, Lead Engineer „Float Glass“ Saint-Gobain, Herzogenrath R&D Centre. Danach übernimmt Jan Peter Hinrichs (BuVEG Berlin) das Zepter. Der Geschäftsführer berichtet über „Die Rolle der Gebäudehülle bei der energetischen Modernisierung des Gebäudebestandes in Deutschland“. Nach dem Lunchbuffet geht es dann weiter mit dem kurzweiligen Beitrag „Dummheit als Chance“ von Dr. Leon Windscheid, seines Zeichens Speaker und Wirtschaftspsychologe sowie Gewinner der Fernseh-Show „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch.
„Digitalisierung in der Praxis“ lautet der Titel des darauffolgenden Beitrags von David O’Sullivan, Prokurist/Kaufmännische Leitung Wiko Metalltechnik. Anschließend referiert Georg Brunnhuber, Vorsitzender des Vereins Bahnprojekt Stuttgart-Ulm über „Stuttgart21 – viel mehr als ein Bahnhof. Die Vorteile des Bahnprojektes“, gefolgt von dem Thema „Sonnenschutz in der Fassade – Notwendiges Übel oder sinnvolle Ergänzung?“, das von Ralf Simon (Geschäftsführung Forschung und Entwicklung Warema Renkhoff SE) vorgetragen wird.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie unter: www.gk2019.bundesverband-flachglas.de .

Stahlbau-Ratgeber mit Gesamtkostenübersicht

Mit der sechsten Auflage der Broschüre „Kosten im Stahlbau 2019“ bietet Bauforumstahl Bauherren, Architekten und Ingenieuren einen kompakten Ratgeber zur Kostenkalkulation. Der Kalkulationshelfer bündelt alle relevanten Daten für Planung, Fertigung, Korrosionsschutz, Brandschutz, Lieferung und Montage. Die Neuauflage enthält erstmals auch eine Darstellung der Gesamtkostenverteilung.
Der seit 2009 alle zwei Jahren erscheinende Leitfaden „Kosten im Stahlbau“ beinhaltet Preisindikationen zum Tragwerk inklusive Deckensystemen oder Treppen sowie zur Oberflächenbehandlung und Brandschutzmaßnahmen. Zusätzlich informiert die Broschüre über die grundlegenden, technischen Zusammenhänge, die zur korrekten Einordnung und Abschätzung der eigenen Kalkulation benötigt werden.
„Ein Gebäude bereits in der frühen Planungsphase kostentransparent darstellen zu können, bietet für die Planer einen großen Mehrwert, wenn es um die Realisierung alternativer Lösungsvorschläge geht“, so Dr. Rolf Heddrich, Sprecher Bauforumstahl.
Der kompakte Ratgeber ist ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Bauökonomie der Universität Stuttgart, unterstützt durch die Council of Construction Economists (CEEC), herausgegeben von Bauforumstahl.
Die 6. Auflage steht ab sofort unter https://bauforumstahl.de/wirtschaft-und-politik/baukosten/ zum Download bereit.

Letzte Aktualisierung: 07.03.2019