Nachrichten: Feststellanlagen, Einbruchschutz, RAL-Gütezeichen, Stahlbaustatistik, Vakuum-Isolierglas, Edelstahlseminar

Einige Nachrichten aus der Branche halten wichtige Infos für Metallbauer bereit. So warnt der BHE vor nicht zugelassenen Feststellanlagen, die Einbruchstatistik zeigt einen weiteren Rückgang, es gibt ein neues RAL Gütezeichen für heißgelagertes ESG, es wurde eine Ausfüllhilfe für Stahlbauunternehmen entwickelt, Vakuum-Isolierglas kann praxisgerechter bewertet werden und im Angebot ist ein Seminar für Edelstahl.

Vorsicht vor nicht zugelassenen Feststellanlagen

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Eine DIBt-konforme Feststellanlage besteht aus: (1) Brandmelder an der Decke oder (2) Brandmelder am Sturz, (3) Feststellvorrichtung, (4) Auslösevorrichtung und Energieversorgung, hier in einem Gerät dargestellt. Grafik: DIBt

Laut Bundesverband Sicherheitstechnik (BHE) werden derzeit in Deutschland nachrüstbare Feststellvorrichtungen für Brandschutztüren angeboten, die den Eindruck erwecken, sie dürften als Feststellanlagen für Feuerschutzabschlüsse verwendet werden. Diese Produkte sind zwar nach DIN EN 1155 Schlösser und Baubeschläge; Elektrisch betriebene Feststellvorrichtungen für Drehflügeltüren als Feststellvorrichtung geprüft, aber nur hinsichtlich der Beschläge. Diese nachrüstbaren Feststellanlagen entsprechen somit nicht der Definition „Feststellanlage“, die in den DIBt-Richtlinien festgeschrieben ist. Demnach sind Feststellanlagen Geräte oder Gerätekombinationen, die geeignet sind, die Funktion von Schließmitteln kontrolliert unwirksam zu machen. Die Richtlinien beschreiben ebenfalls die erforderliche Mindestausstattung: Eine Feststellanlage besteht aus mindestens einem Brandmelder, einer Auslösevorrichtung, einer Feststellvorrichtung und einer Energieversorgung. Ein wichtiger Grundsatz ist: Alle systemzugehörigen Teile müssen zusammen geprüft und zugelassen werden. Ein einziges nicht zugelassenes Teil hat zur Folge, dass die gesamte Anlage nicht zugelassen ist!
Systeme, die durch ein akustisches Signal eines Rauchwarnmelders oder einer Alarmsirene ausgelöst werden, sind nicht DIBt-konform und entsprechen nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

Besser gegen Wohnungseinbrüche geschützt

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Wohnungseinbruchdiebstahl in Deutschland (Quelle: Bundesministerium des Innern, Polizeiliche Kriminalstatistik 2018). Grafik: Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie

Die kürzlich veröffentlichten Zahlen der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zeigen, dass Einbruchschutz wichtig ist. Laut Statistik ist die Zahl der Wohnungseinbrüche 2018 erneut stark zurückgegangen. Insgesamt handelt es sich um 97.504 Fälle.
Laut der der Polizeilichen Kriminalstatistik sei der Rückgang beim Wohnungseinbruchdiebstahl um 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine besonders erfreuliche Entwicklung. So liegt dieser Wert inzwischen sogar etwas unter dem Stand von 2006 (2006: 106.107 Fälle). Über 45 Prozent der Wohnungseinbruchdiebstähle scheiterten bereits beim Versuch. So wurde auch in 2018 der seit fast 20 Jahren anhaltenden Trend, dass der Anteil, der nicht vollendeten Wohnungseinbrüche stetig steigt, weiter fortgesetzt.
Dies zeigt, dass die Sicherungsmaßnahmen gegen Wohnungseinbruchdiebstahl durchaus verbessert haben. Nach wie vor könnten aber noch mehr Einbrüche im Vorfeld durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik verhindert werden. „Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zu den Vorjahren inzwischen zurückgegangen ist, sollte man den Einbruchschutz nicht vernachlässigen. Die Gefahr ist keineswegs geringer geworden“, erläutert Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB).
Um sich ausreichend vor einem Einbruch zu schützen, ist es wichtig, bauliche Schwachstellen durch geprüfte einbruchhemmende Bauteile zu sichern. Fenster sollten beispielsweise mit einer speziellen Pilzkopfverriegelung und abschließbaren Fenstergriffen sowie Sicherheitsverglasung ausgestattet sein.
Um etwas in Sachen Einbruchschutz zu tun, bietet die KfW-Bankengruppe unter anderem einen Zuschuss für „Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz“. Über das Förderprogramm erhalten alle, die den Einbruchschutz in Wohnungen und Häusern verbessern möchten, einen Zuschuss in Höhe von zehn bis zwanzig Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Das Geld können sowohl Eigentümer als auch Mieter beantragen und es muss nicht zurückgezahlt werden. Maximal sind Investitionen in Höhe von 15.000 Euro förderfähig.

Neues RAL Gütezeichen für heißgelagertes ESG

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Das neue RAL Gütezeichen ESG-HF. Foto: BF

Die deutsche Bauaufsicht hatte seit jeher in der Bauregelliste A zusätzliche Anforderungen an den Heißlagerungsprozess von ESG definiert, um ein angestrebtes Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Vom heißgelagerten ESG nach EN 14179 unterschied sich das so definierte „ESG-H“ als nationale Besonderheit im Wesentlichen durch zwei Punkte: zum einen durch eine längere Haltezeit mit höherer Temperatur, zum anderen durch eine obligatorische Fremdüberwachung. „Solche nationalen Zusatzanforderungen in der Bauregelliste wurden bekanntlich mit dem Urteil C-100/13 des Europäischen Gerichtshofes vom 16. Oktober 2014 für unzulässig erklärt. Das Produkt ‚ESG-H‘ als deutsche Besonderheit gibt es daher nicht mehr“, erklärt der GGF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs und führt weiter aus: „Es gibt derzeit unter Experten keine Einigkeit, ob die erhöhten Anforderungen an die Haltezeit tatsächlich die Versagenswahrscheinlichkeit des Produktes durch Spontanbrüche aufgrund von Nickelsulfid-Einschlüssen verringern. Die Fremdüberwachung wird aber weiterhin als wesentliche Voraussetzung für das in Deutschland angestrebte hohe Sicherheitsniveau angesehen.“
Die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) vom 31. August 2017 schreibt in Anlage A 1.2.7/2 vor, dass, wenn Scheiben nach DIN EN 14179-2 derart eingebaut werden, deren Oberkante mehr als vier Meter über Verkehrsflächen liegt, sie nur in Mehrscheiben-Isolierverglasungen Verwendung finden dürfen. Alternativ seien konstruktive Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Versagensfall, wie eine Splittersicherung, Vordächer oder ähnliches vorzusehen. „Damit ist die Verwendung von heißgelagertem ESG also bereits eingeschränkt“, so Grönegräs. Im jüngsten vorliegenden Entwurf der DIN 18008 vom Januar 2019 heißt es in Teil 2 unter Punkt 4.3, dass im Falle von für Vertikalverglasungen verwendbaren Glasarten monolithische Einfachgläser oder äußere monolithische Scheiben von MIG aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und heißgelagertem ESG aufgrund der Versagenswahrscheinlichkeit durch Nickelsulfid-Einschlüsse nur eingebaut werden dürfen, wenn deren Oberkante unter vier Metern über Verkehrsflächen liegt. Davon abweichend dürfe heißgelagertes ESG als monolithisches Einfachglas oder äußere monolithische Scheiben von MIG ohne Begrenzung der Einbauhöhe verwendet werden, wenn durch geeignete Maßnahmen die Versagenswahrscheinlichkeit durch Nickelsulfid-Einschlüsse so reduziert wird, dass Verglasungskonstruktionen ausreichend sicher errichtet werden können. „In Anhang C werden diese Maßnahmen beschrieben. Daraus ergibt sich de facto die Notwendigkeit einer Fremdüberwachung“, führt Grönegräs weiter aus.
„Zusammen mit dem BF wollen wir Rechtssicherheit für die Hersteller und Anwender von heißgelagertem ESG schaffen. Darum bieten wir unter dem neuen RAL-Gütezeichen ein System der Fremdüberwachung an, das die Anforderungen von Norm und Bauaufsicht erfüllt“, so Jochen Grönegräs.

Vereinfachung statistischer Erhebungen

Stahlbauunternehmen sind ab einer gewissen Größe dazu verpflichtet, ihre Produktionsmengen regelmäßig an die Statistischen Landesämter zu melden. Um diesen Vorgang für die Unternehmer zu erleichtern und mehr Transparenz in den Stahlbau spezifischen Daten zu schaffen, hat Bauforumstahl eine Ausfüllhilfe entwickelt.
Die Statistischen Landesämter erfassen in regelmäßigen Abständen die Produktionsmengen und -werte im Stahlbau. Diese werden vom Statistischen Bundesamt gesammelt und zur öffentlichen Nutzung freigegeben. Auch Bauforumstahl hat umfangreiche Auswertungen der statistischen Daten für den Stahlbau durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass stahlbauspezifische Besonderheiten in den für alle Industriebereiche geltenden Fragebögen und den zugehörigen Hinweisen kaum Berücksichtigung finden.
„Mit der Ausfüllhilfe haben wir nun eine maßgeschneiderte Lösung erzielt, die nicht nur mehr Transparenz schafft, sondern auch die Erhebung der Daten wesentlich erleichtert“, so Dr. Rolf Heddrich, Sprecher des Spitzenverbandes.
Die von Bauforumstahl veröffentlichte Ausfüllhilfe dient der bundesweit einheitlichen Meldung von Leistungen im Bereich „Stahlbau“ nach dem aktuellen Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019). Sie umfasst eine kurze Erläuterung des GP 2019, stahlbaurelevante Definitionen und Berechnungsvorschriften inklusive eines einfachen Berechnungsbeispiels sowie eine ausführliche Beschreibung der stahlbaurelevanten Meldenummern.
Die Ausfüllhilfe steht ab sofort unter www.bauforumstahl.de zum kostenlosen Download bereit.

Praxisgerechtes Nachweisverfahren für Vakuum-Isolierglas

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Prüfung von Vakuum-Isolierglas nach Ift-Hausverfahren: Künstliche Alterung durch mechanische Belastung. Foto: Ift Rosenheim

Zur Jahrtausendwende schien Vakuum-Isolierglas (VIG) das Produkt der Zukunft zu werden. Allerdings scheiterte diese Chance an der Verfügbarkeit, den sehr begrenzt herstellbaren Abmessungen, der geringen Größenvielfalt sowie dem fehlenden Nachweis der Dauerhaftigkeit.
Nach wie vor ist VIG in Europa ein ungeregeltes und nicht harmonisiertes Bauprodukt und ein Nischenprodukt. Die zwischenzeitlich im Rahmen der ISO-Normung erarbeitete ISO 19916-1 zu VIG berücksichtigt aber nicht die einseitig wirkende Klimalast, die noch durch Winddruck und Soglasten überlagert wird. Bereits vor der Veröffentlichung des finalen ISO-Normentwurfs entwickelte das Ift Rosenheim ein Prüfverfahren zum praxisgerechten Nachweis der Dauerhaftigkeit von VIG.
Bei Versuchen am Ift Rosenheim kam es zu großen Scheibendurchbiegungen und somit zu entsprechend großen Scherlasten im Randverbund. Daher entwickelte das ift Rosenheim das Prüfverfahren, das auf der neuen ISO basiert und zusätzliche Einwirkungen zum praxisgerechten Nachweis der Dauerhaftigkeit berücksichtigt.
Inkludiert sind hierbei die Ermittlung der Wärmedurchgangskoeffizienten Ug der Vakuum-Isoliergläser sowie klimatische und mechanische Belastungen in einer Musterfassade im Labor. Zusätzlich wird bei kleinformatigen Scheiben die Dauerbelastung durch Feuchte und UV-Strahlung geprüft. Abschließend findet ein Vergleich der Wärmedurchgangskoeffizienten der Gläser vorbeziehungsweise nach den Belastungen statt. Auch die Schalldämmung kann optional geprüft und bewertet werden.
Zur Validierung des Prüfverfahrens erfolgt parallel zu den Laborprüfungen eine In-situ-Belastung der VIG in einer Ift-Musterfassade.
Nach ein, zwei und drei Jahren werden die Verglasungen ausgebaut, ihr Ug-Wert im Labor geprüft und die Veränderung gegenüber dem Anfangszustand beurteilt und mit den Ergebnissen der Kurzeitprüfungen verglichen.
Neue Produktionsstätten in Europa werden die Lieferzeit verbessern und so VIG sicher einen deutlichen Aufwärtstrend bescheren.
Vor allem im Bereich der Renovierung, bei Denkmalfenstern und bei großen Glasflächen bietet VIG durch sein niedrigeres Gewicht und die geringere Bautiefe Vorteile. In einigen Bauvorhaben in Europa wurden bereits VIG eingebaut. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung praktischer Umsetzung erfolgt.

Seminar über nichtrostende Stähle

Gemeinsam mit Werkstoffspezialisten und in kleinen Gruppen wird im Fachseminar „Nichtrostende Stähle“, das vom 14. bis 15. Mai 2019 in Düsseldorf stattfindet, umfassendes Grundlagenwissen über Eigenschaften, Verarbeitung und Anwendungen von nichtrostenden Stählen vermittelt. Dieses Seminar soll dem Anwender helfen, den Werkstoff besser zu verstehen, den richtigen nichtrostenden Stahl für sein Projekt auszuwählen und die passende Verarbeitungstechnik kennen zu lernen.
Die Stahl-Akademie VDEh, die das Seminar in Kooperation mit der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei durchführt, hat noch freie Plätze.
Folgende Themen sind geplant:
- Herstellungsweg der nichtrostenden Stähle,
- Einführung in die Werkstoffkunde der nichtrostenden Stähle,
- Bezeichnungsweise nichtrostender Stähle,
- Duplexstähle,
- Vorgehensweise bei der Werkstoffauswahl nichtrostender Stähle,
- Bedingungen für den schadensfreien Einsatz von nichtrostenden Stählen,
- Hochlegierte Werkstoffe für besondere Beanspruchungen,
- Handling von nichtrostenden Stählen im Betrieb,
- Werkstoffauswahl für Schmiedeprodukte,
- Schweißtechnische Verarbeitung,
- Angebot der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei,
- Spannende Bearbeitung,
- Oberflächenbehandlung von nichtrostenden Stählen nach der Warm- und Kaltumformung.
Weitere Infos und Anmeldung unter www.edelstahl-rostfrei.de.

Letzte Aktualisierung: 06.05.2019