Nachrichten: Ingenieurbaupreis, Einbruchfestigkeit, Designpreis, Brandschutz, Stahl-Innovationen

Einige Nachrichten aus der Branche halten wichtige Infos für Metallbauer bereit. So wurde der Deutscher Ingenieurbaupreis verliehen, die Einbruchfestigkeit von hochwärmedämmendem Mauerwerk untersucht, ein USA-Designpreis gewonnen, eine Studie zum vorbeugenden Brandschutz veröffentlicht und der Stahl-Innovationspreis vergeben.

Deutscher Ingenieurbaupreis verliehen

Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Rottweil
Der Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Rottweil ist Sieger beim Deutschen Ingenieurbaupreis 2018. Foto: Werner Sobek Stuttgart

Am 13. Juni 2018 wählte die Jury unter Vorsitz der Hamburger Universitätsprofessorin Dr.-Ing. Annette Bögle das im November 2016 fertiggestellte Siegerprojekt „Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge“ in Rottweil aus. Die Planung stammt von Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek vom Ingenieurbüro Werner Sobek Stuttgart. Bauherr ist die ThyssenKrupp Business Service aus Essen. Der Deutsche Ingenieurbaupreis ist als Staatspreis der bedeutendste Preis für Bauingenieure in Deutschland.
Bundesbauminister Horst Seehofer: „Mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2018 wollen wir die Aufmerksamkeit auf das hohe Niveau der Ingenieurbaukunst in Deutschland lenken. Der Testturm in Rottweil überzeugt eindrucksvoll durch seine innovative Fassade und Konstruktion. Wir zeichnen ein Hochleistungslabor aus, in dem ingenieurtechnische Entwicklungen für Wolkenkratzer weltweit getestet und zertifiziert werden. Mit der höchsten Besucherplattform Deutschlands begeistert das Ingenieurbauwerk zusätzlich als beeindruckendes Beispiel dafür, welchen Beitrag Ingenieurinnen und Ingenieuren für attraktive Städte und Gemeinden in unserem Land leisten.“
Das große Spektrum und die hohe Qualität der für den Preis 2018 eingereichten Projekte beeindruckte die Jury. Neben Hochbau- und konstruktiven Ingenieurbauprojekten überzeugten auch Technologien zur Gewinnung neuer Bauprodukte und innovative Fertigungstechniken.

Einbruchfestigkeit untersucht

Fenster nach mehreren manuellen Angriffen
Fenster nach mehreren manuellen Angriffen in RC3. Foto: IFT

In einem Forschungsvorhaben des IFT Rosenheim wurden allgemeingültige Aussagen zur Eignung von hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk hinsichtlich der Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 erarbeitet. Dazu wurden bereits als einbruchhemmend klassifizierte Fenster in Wandaufbauten aus ausgewählten Ziegeln montiert und erneut einer Einbruchprüfung unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich hochwärmedämmendes Mauerwerk durchaus zur Montage einbruchhemmender Bauteile der Widerstandsklassen RC2 und RC3 eignet. Je nach Widerstandsklasse sind jedoch Anforderungen an den Wand- beziehungsweise Putzaufbau zu stellen.
Im Forschungsvorhaben wurden die einbruchhemmenden Eigenschaften der Fenster durch den Befestigungsgrund nicht negativ beeinflusst. Auch das Herausbrechen des Fensters und der Durchbruch durch die Wandfläche gelangen bei entsprechendem Putzaufbau nicht.

USA Designpreis gewonnen

Glas-Faltwand von Solarlux
Die ausgezeichnete Glas-Faltwand von Solarlux realisiert weite Fassadenöffnungen. Foto Solarlux

Bereits zum wiederholten Male konnte das niedersächsische Familienunternehmen Solarlux einen begehrten Designpreis für sich entscheiden – und zwar weit über die Landesgrenzen hinaus. Mit dem International Design Award – kurz IDA – holt Solarlux einen der führenden Designpreise Amerikas nach Deutschland und setzt sich damit gegen tausende Einreichungen aus 95 Ländern durch.
Überzeugen konnte das innovationsstarke Unternehmen erneut mit der neuen Glas-Faltwand. In der Kategorie „Product“ beeindruckte der perfektionierte Mix aus Design, Transparenz und Funktion die amerikanischen Juroren. Das Ergebnis: die „gold“-Auszeichnung. Die Jury bestand aus renommierten und international bekannten Architekten, Redakteuren bedeutender Architekturzeitungen und Experten der Design- und Architekturszene.

Studie zum vorbeugenden Brandschutz herausgegeben

Branchenbarometer Brandschutz
Die Studie stellt aktuelle Trends und Prognosen zu Digitalisierung und BIM im vorbeugenden Brandschutz vor. Foto: FeuerTrutz Network

Der neue FeuerTrutz „Branchenbarometer Brandschutz 2018“ veröffentlicht erstmalig die Ergebnisse einer aktuellen Online-Befragung von Anwendern im vorbeugenden Brandschutz zu den Themen Digitalisierung und Building Information Modeling (BIM). Auch wenn sich viele der Befragten noch nicht im Detail mit BIM beschäftigt haben, so ist das Interesse daran doch groß und das Potential der digitalen Planungs- und Projektsteuerungsmethode wird hoch eingeschätzt. BIM und damit verbundene digitale Lösungen und Anwendungen werden die gesamte Baubranche nachhaltig verändern. Gerade der vorbeugende Brandschutz mit seiner Vielzahl an Mitwirkenden und der Fülle von Schnittstellen könnte durch die Digitalisierung von erheblichen Qualitäts- und Effizienzgewinnen profitieren. Aber das Meinungsbild der Befragten ist facettenreich und neben den Chancen sehen viele auch Risiken und große Herausforderungen. Die Besonderheit dieser Studie ist es, dass die Verbindung von vorbeugendem Brandschutz und BIM bzw. Digitalisierung in einer inhaltlichen Zuspitzung untersucht wird.
Des Weiteren bietet die Studie einen Einblick in die Einschätzung der Branchenteilnehmer bezüglich der Nützlichkeit von BIM in einzelnen Projekt- und Produktbereichen sowie in die Einschätzungen der größten Vorteile und Risiken durch die Digitalisierung. Sie gibt ebenso Aufschluss darüber, welche Themen den Branchenalltag der Hersteller, Planer, Betreiber und Verarbeiter in Zukunft durch Digitalisierung und BIM bestimmen werden und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf das Selbstverständnis der Branche und die dazugehörigen Berufsbilder haben.
Weitere Infos unter: www.baufachmedien.de/branchenbarometer-brandschutz-2018.html .

Stahl-Innovationen ausgezeichnet

U4-Haltestelle Elbbrücken
Geplante Fertigstellung Ende 2018: Die neue U4-Haltestelle Elbbrücken gewann den Preis in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“. Foto: Hochbahn

Der Stahl-Innovationspreis 2018 wurde am 13. Juni im Rahmen des Berliner Stahldialogs zum elften Mal verliehen. Eine Jury mit zwanzig Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Design und Architektur hat aus 561 Einreichungen 13 Preisträger und vier Sieger aus den Bereichen Produkte aus Stahl, Stahl im Bauwesen, Forschung und Entwicklung sowie Stahl-Design ausgewählt. Mit dem Sonderpreis „Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ wurde eine zukunftsweisende Entwicklung aus der Fahrzeugtechnik ausgezeichnet. Der Wettbewerb ist mit Preisgeldern in Höhe von 60.000 Euro dotiert.
Viele industrielle Prozesse benötigen Dampf, der oft mit hohen Kosten und großem Energieeinsatz erzeugt wird. Das Unternehmen Turbonik, ein 2017 gegründetes Spin-off von Fraunhofer UMSICHT, wurde für die neuartige Mikro-Dampfturbine mit dem Stahl-Innovationspreis 2018 in der Kategorie „Produkte aus Stahl“ ausgezeichnet.
Zusammenstöße im Zugverkehr können aufgrund der hohen bewegten Massen gravierende Folgen haben. Passive Sicherheitsmaßnahmen wie crashgerechte Fahrzeugstrukturen mindern die Folgen, wenn aktive Maßnahmen versagen. Für die Entwicklung neuartiger Crashmodule, die Fahrgäste und Zugpersonal von Personenzügen künftig besser schützen, wurde das Institut für Fahrzeugkonzepte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit dem Stahl-Innovationspreis 2018 in der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ ausgezeichnet.
Ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für die Anbindung der östlichen Hafen City an die Hamburger Innenstadt nimmt Gestalt an. Das Ensemble aus oberirdischer U- und S-Bahn-Haltestelle sowie der neuen Verbindungsbrücke als zentraler Halte- und Umsteigepunkt „Elbbrücken“ wird mit seiner futuristischen Architektur zum städtebaulichen Highlight. Das Unternehmen SEH Engineering aus Hannover wurde für die Realisierung des komplexen Stahlbaus mit dem Stahl-Innovationspreis 2018 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“ ausgezeichnet.
Die Firma Pro-Mesh ist für die Entwicklung von Seda, einem neuen Gewebe aus Edelstahl, mit dem Stahl-Innovationspreis 2018 in der Kategorie „Stahl-Design“ ausgezeichnet worden. Das Unternehmen definiert mit Seda die Assoziation von Stahl grundlegend neu. Kein Blech, kein Profil, sondern ein zartes Gewebe wird aus Stahl hergestellt.
Mit der zu erwartenden Regelung der CO2-Grenzwerte im Nutzfahrzeugbereich wächst der Druck auf die Hersteller, die Elektrifizierung der Fahrzeuge weiter voranzutreiben und die Effizienz konventioneller Antriebe zu steigern. Das Institut für Turbomaschinen und Fluid-Dynamik der Leibniz Universität Hannover wurde für die neu entwickelte Turbinen-Generatoreinheit mit dem Sonderpreis „Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ des Stahl-Innovationspreis 2018 ausgezeichnet.

Letzte Aktualisierung: 28.06.2018