Nachrichten: Neue VOB, komplexe Kunstinstallation, Stahlbaupreis, Befestigungs-App, Fassaden-Sonderlösung

Einige Nachrichten aus der Branche halten interessante Infos für Metallbauer bereit. So ist am 1. Oktober die neue VOB in Kraft getreten, eine Kunstinstallation vereint Stahlbau und textile Membrane, der Preis des Deutschen Stahlbaus 2020 wurde ausgeschrieben, eine App bietet Hilfestellung für Befestigungstechniker und die Fassaden des Neubaus der Funke-Mediengruppe in Essen glänzen mit Sonderlösungen.

Neue VOB in Kraft

Die Gesamtausgabe der überarbeiteten VOB 2019 ist durch den Erlass des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) vom 23. September 2019 mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 in Kraft getreten und ersetzt damit die VOB 2016. Zuletzt wurde die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil C (VOB/C) vom Deutschen Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) überarbeitet. Die VOB/A, die die von öffentlichen Auftraggebern anzuwendenden Allgemeinen Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen enthält, wurde bereits im März 2019 aktualisiert. Die VOB/B gilt in der Fassung von 2016 unverändert weiter.

Die VOB/C wurde mit zahlreichen Änderungen an den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) umfassend überarbeitet und ergänzt. Zu den überarbeiteten ATV gehört auch die DIN 18630 Metallbauarbeiten.

Begehbares Kreuz
Für das begehbare Kreuz der Künstlerin Mia Florentine Weiß entwickelten Form-TL Ingenieure eine präzise auf unterschiedliche Bedingungen abgestimmte Stahl-Membrankonstruktion.
Foto: Emanuel von Finckenstein

Eindrucksvoll inszeniert

Die Kunstinstallation - ein begehbares Kreuz, das symbolhaft für den Kreuzweg steht – ist aktuell im Hauptschiff der Nikolaikirche in Berlin zu sehen. Anlass für die raumgreifende Installation der Künstlerin Mia Florentine Weiss ist das einhundertjährige Jubiläum des Friedensvertrags von Versailles.

Für die konstruktive Umsetzung ihrer künstlerischen Vision unterstützten Mia Florentine Weiß die Ingenieure von Form-TL. Dabei liegt die Komplexität der Konstruktion im Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Anforderungen. Zum einen musste die begehbare Struktur im Innen- und im Außenraum statisch funktionieren. Konkret bedeutete das: Im Kirchenraum ist die zugelassene Bodenbelastung und somit das Strukturgewicht beschränkt, während die Konstruktion im Außenraum Regen und Wind standhalten muss. Das erforderte von den Ingenieuren ein präzises Austarieren von Gewicht und Stabilität. Zum anderen sollte die Konstruktion transportfähig und für den manuellen Aufbau gut handhabbar sein. So wurde die begehbare Installation als Fachwerk ausgebildet und mit Membrane umspannt. Die Stahlkonstruktion ist modular aufgebaut und besteht aus quadratischen Rahmen, die an den Stößen über Steck- und Schraubverbindungen zusammengefügt werden. Zugstäbe vervollständigen die Fachwerkkonstruktion. Ein eingelegter GFK-Gitterrost macht den Boden begehbar. Für ein möglichst glattes Erscheinungsbild der leicht durchlässigen Membrane berechneten Form-TL Ingenieure ein Zuschnittslayout. Zusammenfügt ergeben die Einzelteile eine passgenaue Hülle, die an den Rändern der Fachwerkkonstruktion nach unten gespannt wird. An den Stirnseiten der Kreuzarme und am Kopfende schließen Kissen aus ECTFE-Folie die Konstruktion ab. Der Zugang befindet sich an der langen Seite des Kreuzes. Ein Lagerbock am Kreuzungspunkt sorgt dafür, dass sich die gesamte Installation leicht nach oben anhebt, die Belastung gleichmäßig verteilt, und der Besucher am Ende über eine Treppe an der langen Seite wieder nach draußen gelangt.

Den Kunstraum zu durchschreiten, ist ein wesentliches Element der künstlerischen Vision für den Kreuzweg. Auch die Installation selbst bleibt in Bewegung und soll nach Berlin weiter auf Reisen gehen und in einigen Unterzeichnerländern des Versailler Vertrages zu sehen sein.

Beste Stahlbauwerke und Studienarbeiten gesucht

Mit dem Ingenieurpreis, Förderpreis und Preis des Deutschen Stahlbaues 2020 spricht „bauforumstahl“ BFS Tragwerksplaner, Studierende und Architekten an. „Wir gehen nun den nächsten Schritt zur volldigitalen Einreichung. Für unsere Teilnehmer steht ab sofort ein benutzerfreundliches Portal bereit, um an den Wettbewerben teilzunehmen“ betont Dr. Rolf Heddrich, Sprecher der Geschäftsführung von BFS. „Neu ist auch, dass wir nun den Ingenieurpreis mit den anderen Preisen zusammengelegt haben, um allen Gewinnern den glanzvollen Rahmen des Tages der Stahl-Architektur für die Preisverleihung zu bieten“.

Die Teilnehmer erfahren jetzt erst auf der Preisverleihung, welche Projekte gewonnen haben. Die Jury nominiert bis zu zwölf Projekte pro Wettbewerb. Die Architekten- und die Ingenieurkammer Bremen sind ideeller Partner der Preise.

„Die hochkarätige Zusammensetzung der Jurys werten wir als starkes Statement der Branche für unsere Wettbewerbe. Darauf sind wir sehr stolz“ bekräftigt Heddrich.

Die Auslobungen laufen noch bis Februar/März 2020. Alle Informationen und die Anmeldung befinden sich unter bauforumstahl.de/wettbewerbe.

Befestigungstechnik wird digital

Die Fischer Professional App für Handwerker wurde jetzt auf Grundlage des Nutzerverhaltens weiter optimiert und um neue Funktionen ergänzt.

App in Aktion
App in Aktion: Mit cleveren Marketingmaßnahmen erhöht Fischer die Aufmerksamkeit für seinen mobilen Befestigungsberater.
Foto: Fischer

„Nachdem die Fischer Professional App vor rund einem Jahr online ging, zeigte sich schnell, dass sie eine wichtige Kommunikationslücke füllt“, sagt Matthias Schneider, Bereichsgeschäftsführer Digital Services bei Fischer. „Bereits jetzt nutzen zahlreiche professionelle Anwender die Möglichkeit, sich jederzeit von unterwegs zur Fischer Befestigungstechnik zu informieren und beraten zu lassen.“

Durch weitere Optimierungen lassen sich die richtige Befestigungslösung und alle anderen gewünschten Informationen jetzt noch einfacher, schneller und zielgerichteter mit der Applikation finden. Die Produktsuche wurde auf Grundlage des Suchverhaltens der Nutzer weiter verbessert. Neue wichtige Funktionen sind hinzugekommen. Beispielsweise können die Handwerker bei komplexen Fragen über die App direkt mit den Fischer Anwendungstechnikern chatten. Zudem lassen sich meistgenutzte Funktionen in einem Kachelfeld auf dem Dashboard individuell nach Wunsch zusammenstellen. So können Anwender das oft verwendete Feature nach dem Starten der App mit nur einem Fingertipp aufrufen – wie beispielsweise den Befestigungsberater, der per Abfrage gängiger Parameter intuitiv zur jeweils geeigneten Befestigungslösung führt. Um das betreffende Produkt dann zu erwerben, können Anwender sich lokale Geschäfte in örtlicher Nähe anzeigen lassen oder ihre Bestellung über den Online-Shop abschließen.

Sowohl App-Versionen mit Android als auch iOS Betriebssystem sind verfügbar. Die Applikation lässt sich unter dem Namen „fischer Professional“ im Apple Store und Google Play Store finden und auf dem Smartphone installieren.

Vielfältige Glasfassaden

Ein silberner Turm und schwarz glänzende Riegelbauten markieren seit Anfang 2019 die Vollendung des neuen Stadtteils „Grüne Mitte“ in Essen. Die Architekten von Alles-Wird-Gut haben für die Funke Mediengruppe eine großzügige, transparente Büro-Infrastruktur entworfen. Glas spielt dabei eine große Rolle: 16.200 Quadratmeter Fassadenglas aus dem Hause Saint-Gobain kamen zum Einsatz. Der passende Partner für die Glasverarbeitung fand sich im Saint-Gobain Glassolutions Objekt-Center Radeburg. Auch die konstruktive Sonderlösung von Jalousien im Scheibenzwischenraum stammt von dort.

Die neue Unternehmenszentrale der Funke Mediengruppe bildet den Schlussstein des Entwicklungsgebietes „Grüne Mitte“, das in den letzten zehn Jahren auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs entstand.

Ein silberner, turmartiger Rundbau am Jakob-Funke-Platz schafft den städtebaulichen Auftakt zum neuen Ensemble. Auf seinem Dach präsentiert eine riesige Newswall die aktuellen Nachrichten des Tages. Auf den fünf Stockwerken darunter wird in Büros gearbeitet. Das Erdgeschoss beherbergt den Funke-Kiosk – der die im Haus produzierten Medien vorstellt.

Im Sockelbereich des Turms wurde die Pfosten-Riegel-Konstruktion mit der besonders lichtdurchlässigen Dreifach-Isolierverglasung SGG Climatop versehen, die mit der hocheffizienten Sonnenschutzbeschichtung Cool Lite Xtreme 68/28 II ausgestattet ist. Somit konnte auf einen manuellen Sonnenschutz verzichtet werden.

Die beim Metallbauer werkseitig gefertigte Elementfassade für die Obergeschosse wurde zunächst ebenfalls mit Dreifach-Isolierverglasung SGG Climatop bestückt. Die farbneutrale Wärmeschutzbeschichtung Planitherm XN erhöht hier die Energieeffizienz. Vorgelagertes, hochreflektierendes Sonnenschutzglas SGG Antelio Silber sorgt darüber hinaus für die elegante, silberne Erscheinung des Turmes.

Vielfältige Glasfassaden
16.200 Quadratmeter Fassadenglas aus dem Hause Saint-Gobain kamen hier in mehreren Fassaden zum Einsatz.
Foto: tschinkersten fotografie

Letzte Aktualisierung: 30.10.2019