Nachrichten: Schweißtrainer, begehbares Glas, smarter Stahl, Einbruchschutz. Vakuumisolierglas, Edelstahlschleifen

Einige Nachrichten aus der Branche halten interessante Infos für Metallbauer bereit. So liefert ein Broschüre des DVS Argumente für virtuelle Schweißtrainer, begehbare Glasböden bieten traumhafte Ausblicke, smarter Stahl soll Bauwerke schützen, der Einsatz von Sicherungstechnik wirkt, die AGC Interpane bietet das neue Vakuumisolierglas Fineo an und das Schleifen von Edelstahl hat Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit.

Gute Aussichten für virtuelle Schweißtrainer

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Soeben erschienen: Die neue DVS-Broschüre informiert auf jeweils 24 Seiten in Deutsch und in Englisch über virtuelle Schweißtrainer in der Aus- und Weiterbildung. Bild: DVS

Welchen Vorteil haben virtuelle Schweißtrainer in der Aus- und Weiterbildung? Wie werden sie derzeit in den DVS-Bildungseinrichtungen und in der Industrie genutzt? Und können sie die schweißtechnische Ausbildung sinnvoll ergänzen oder qualitativ verbessern? Antworten auf diese und andere Fragen rund um das Thema VWTS (Abkürzung für Virtual Welding Training Systems) gibt eine neue Broschüre, die der DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren soeben veröffentlicht hat.
Bereits seit mehr als 15 Jahren beschäftigen sich der DVS und seine Beteiligungsgesellschaften mit Virtual Welding Training Systems (VWTS). Nun hat er seine vielfältigen Kontakte zu Anbietern, Anwendern und Entwicklern aus der Branche genutzt und seine Expertise in einer 24-seitigen Broschüre zusammengefasst, die nun in Deutsch und in Englisch erschienen ist. Sie informiert über verschiedene virtuelle Trainingssysteme, über ihr didaktisches Potenzial und ihren Nutzen in der Aus- und Weiterbildung von Schweißern. Darüber hinaus bietet sie erste Ergebnisse einer Studie zur Effektivität in der praktischen Ausbildung von Schweißern mit Sprachbarrieren und stellt Best Practice-Projekte vor.
Die Broschüre „Virtuelle Schweißtrainersysteme (VWTS) in der Aus- und Weiterbildung“ gibt es kostenlos zum Download und als Printversion zu bestellen unter www.dvs-ev.de/broschueren.

Schwindelerregende Aussichten auf dem Skywalk

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Nervenkitzel pur: Skywalk mit Glasboden aus Sicherheitsglas. Foto: starbow100/pixabay

Großformatige Verglasungen in der Fassade oder im Dach gehören zum gewohnten Bild im modernen Städtebau. Sie verbinden den Menschen auf einfache Art und Weise mit der Außenwelt. Ein gläsernes Kino der besonderen Art bieten Skywalks mit Böden aus dem transparenten Material. „Ob als Brücke zwischen zwei Wolkenkratzern oder stegartige Aussichtsplattform über Schluchten und Seen – bei einem Skywalk spielt das Naturmaterial Glas seine ganze Stärke aus: Es bietet einen Ausblick, der für echte Gänsehaut sorgt und garantiert auch in schwindelerregender Höhe einen jederzeit sicheren Stand“, so Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF).
Begehbare Glasböden müssen höchsten Sicherheitsanforderungen genügen. Das gilt nicht nur bei Skywalks, sondern auch generell beim Einsatz als tragender Fußbodenbelag. Erreicht wird die notwendige Stabilität – inklusive hoher Sicherheitsreserven – mit speziellem Verbundsicherheitsglas (VSG). Dabei werden mehrere Glasscheiben mit einer zähelastischen Folie fest miteinander zu einer Konstruktion verbunden, die extrem hohe Lasten aufnehmen kann. Erreicht wird die Verbindung unter Einsatz von hohem Druck und Hitze. „Das Ergebnis ist absolut widerstandsfähig und zu einhundert Prozent zuverlässig. Das muss es auch sein, um sich auf einen Skywalk vorzuwagen“, erklärt Grönegräs.

Smarter Stahl soll Bauwerke schützen

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Die Wissenschaftler (v.l.n.r.): Tizian Arold, Sebastian Degener, Prof. Dr.-Ing Thomas Niendorf, Malte Vollmer. Foto: Uni Kassel. Foto: Uni Kassel

Smarte Materialien können Sicherheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von Bauwerken deutlich erhöhen. So wird bereits seit langer Zeit versucht, im Bauwesen Materialien einzusetzen, welche bei übermäßig hohen Belastungen, wie zum Beispiel im Falle eines Erdbebens, das Bauwerk vor Beschädigung oder gar vollständiger Zerstörung schützen. Bislang ist dies jedoch an den zu hohen Kosten der verfügbaren Legierungen gescheitert. Forschern der Universität Kassel ist es nun gelungen, einen smarten Stahl zu entwickeln, der auch in ausreichend großen Dimensionen mit guten Eigenschaften kostengünstig herstellbar ist. Dies eröffnet neue Wege zum Einsatz in der Baubranche.
„Stähle, wissenschaftlich korrekter ausgedrückt Eisenbasis-Legierungen, mit Formgedächtniseffekt sind hier eine vielversprechende Alternative zu den bestehenden Legierungen, da sie kostengünstig herzustellen sind“, so der Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Thomas Niendorf von der Universität Kassel. In einem seiner durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekte, federführend bearbeitet durch seinen Mitarbeiter Malte Vollmer, wurden die neue Legierung und der zugrundeliegende Prozess zusammen mit Kollegen der TU Bergakademie Freiberg und des IFW Dresden entwickelt. Die Ergebnisse wurden nun in der neuesten Ausgabe des renommierten Forschungsjournals Nature Communications veröffentlicht.
Den Forschern gelang es über geeignete chemische Modifikationen eine dieser Legierungen für neue Anwendungen im Bauwesen zu qualifizieren. Sie verwendeten als Basis eine Eisen-Legierung, die bereits smarte Eigenschaften, das sogenannte pseudoelastische Verhalten, zeigte, jedoch dies allein in der Form kleiner Laborproben. Durch neue Legierungszusätze und eine angepasste Prozesskette stellen sie die Legierung nun so geschickt ein, dass die bisherigen Limitierungen in der Bauteilgröße überwunden sind. Ergebnis ist die weltweit größte einkristalline Struktur, die in einem smarten Stahl realisiert wurde, ein Durchbruch auf dem Weg zum industriellen Einsatz.

Einsatz von Sicherungstechnik wirkt

Das Bayerische Landeskriminalamt hat jetzt wieder die jährliche Auswertung der im Jahr 2018 aufgrund von Sicherungstechnik verhinderten Einbrüche in Bayern vorgelegt. Auswertungsgrundlage waren wiederum die Meldungen der 33 örtlichen (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen in Bayern. Die Auswertung ist auch im Internet unter www.polizei.bayern.de, Rubrik „Schützen und Vorbeugen - Beratung - Technische Beratung“, eingestellt.
Im Jahr 2018 wurden 1.507 Einbrüche in Bayern durch den Einsatz von Sicherungstechnik verhindert. Dies ist wieder einmal ein Beleg dafür, dass der Einsatz von Sicherungstechnik wirkt. Der beim Wohnungseinbruch weiterhin steigende Versuchsanteil von 46,7 Prozent (gemäß PKS Bayern 2017) auf 48,7 Prozent (gemäß PKS Bayern 2018) weist ebenfalls auf eine zunehmende Verbreitung wirkungsvoller Sicherungstechnik hin.
In finanzieller Hinsicht werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umfangreiche Fördermöglichkeiten zum Einsatz von Sicherungstechnik in Bestandsgebäuden angeboten. Die dazu passende Technik findet sich unter anderem in den KPK-Herstellerverzeichnissen für geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Produkte.

Neues Vakuumisolierglas Fineo

Die AGC Interpane hat jetzt die Produktion ihres neuen Vakuum-Isolierglases Fineo am belgischen AGC-Standort Lodelinsart gestartet. Das neue Vakuum-Isolierglas Fineo besteht aus zwei mindestens drei Millimeter dicken Glasscheiben, die jeweils eine hochisolierende Beschichtung erhalten und durch eine Vakuumschicht von 0,1 Millimeter voneinander getrennt sind. Das Glas ist vier- bis fünfmal dünner als ein Dreifachglas. Ein Wärmedämmwert so gut wie der eines Dreifachwärmedämmglases,15 Prozent mehr Tageslichttransmission, dreißig Prozent höherer solarer Energiegewinn, hohe Gewichtseinsparung, plus drei Dezibel beim Schallschutz (RW + Ctr nach EN 12758), Langzeit-Investition: konstante technische Werte, konstanter Ug-Wert auch bei Horizontal- und Schrägeinbau, ideal für Modernisierung und Denkmalschutz. Weitere Informationen zum Vakuum-Isolierglas finden Sie auf der Homepage der AGC Interpane.

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Nur sechs Millimeter dick, aber mit technischen Werten, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Fineo startet. Foto: AGC Interpane/René Müller

Schleifen hat Einfluss auf Korrosionsbeständigkeit

Wie die Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (ISER) berichtet liegt jetzt der Schlussbericht des IGF-Vorhabens „Optimierung industrieller Korundschleifprozesse zur Sicherstellung der Korrosionsbeständigkeit nichtrostender Stähle“ vor.
Der Einfluss von Bandschleifprozessen mit Korund- und Siliziumkarbidkorn auf das Korrosionsverhalten austenitischer nichtrostender Stähle wurde systematisch untersucht. Dabei zeigte sich, dass beim Einsatz von Granulatschleifbändern ein signifikanter Einfluss auf das Korrosionsverhalten geschliffener Oberflächen festzustellen ist. Mit Granulatschleifbändern geschliffene Oberflächen wiesen regelmäßig eine schlechtere Korrosionsbeständigkeit auf als Oberflächen, die mit sonst gleichen Parametern mit einlagig gestreuten Bändern bearbeitet wurden. Den vollständigen Schlussbericht finden Sie auf der Homepage der ISER unter www.edelstalh-rostfrei.de.
Mit den neuen Erkenntnissen können Schleifprozesse angepasst und optimiert und somit eine gute Korrosionsbeständigkeit der bearbeiteten Oberflächen sichergestellt werden.
Ihre Informationsstelle Edelstahl Rostfrei

Letzte Aktualisierung: 02.07.2019