Nachrichten: Technologiepreis, Nachhaltigkeit, Verkehrssicherheit, Verzinkerpreis, Glaskalender

Einige Nachrichten aus der Branche halten interessante Infos für Metallbauer bereit. Der Seifriz-Preis wurde wieder ausgeschrieben, der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur wurde vergeben, fünf Verbände haben ein gemeinsames Papier zur DIN 18008 veröffentlicht, der Deutsche Verzinkerpreis wurde verliehen und der Glaskalender 2020 ist erschienen.

Lohnender Wissenstransfer

Noch bis zum 1. März 2020 können sich Handwerksbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet, die gemeinsam mit Wissenschaftspartnern eine Innovation entwickelt und umgesetzt haben, für den Seifriz-Preis 2020 bewerben.

Sie sind Handwerker und haben gemeinsam mit einem Partner aus der Wissenschaft eine Innovation für Ihren Betrieb, Ihre Branche oder darüber hinaus entwickelt und umgesetzt? Nutzen Sie die Chance und bewerben sich noch bis zum 1. März 2020 für den Seifriz-Preis 2020.

Als Transferpreis Handwerk + Wissenschaft wird der Seifriz-Preis bereits zum 31. Mal verliehen und konnte bisher über 120 innovative Handwerksbetriebe auszeichnen.

Zur Teilnahme aufgerufen sind Handwerksbetriebe und deren Wissenschaftspartner, die im Tandem eine Innovation in den Bereichen Produkt, Verfahren oder Dienstleistungen geschaffen haben. Ebenso können innovative Geschäftsmodelle, Strategien sowie Formen der Betriebsorganisation und Betriebskultur prämiert werden. Die Projekte sollen zeigen, wie Wissenstransfer beispielhaft gelingen kann.

Alle Informationen zum Bewerbungsverfahren und den Bewerbungskriterien finden Sie unter www.seifriz-preis.de .

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Der Neubau der Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt gewann mit der ersten Stampflehmfassade in Europa für einen großen Verwaltungsbau den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2020.
Foto: Roland Halbe

Nachhaltigkeitspreis vergeben

Deutschlands wichtigster Architekturpreis für nachhaltige Gebäude geht in diesem Jahr an den Neubau der Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt. Die Jury honoriert das Gesamtkonzept und die außerordentliche Nachhaltigkeitsqualität des ersten großen Verwaltungsbaus mit Stampflehmfassade in Europa. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur wird zum siebten Mal gemeinsam von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB verliehen. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer überreichte den Preis vor 1.200 geladenen Gästen im Rahmen des zwölften Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf.

„Die Alnatura Arbeitswelt zeigt auf außergewöhnliche Weise, wie sich die Möglichkeiten einer nachhaltigen Bauweise auf ganzheitliche, innovative Weise umsetzen lassen“, erklärt DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi. „Hier trifft gestalterische Qualität auf Verantwortung für Mensch und Umwelt – ein echtes Vorbild für eine hochwertige, klimagerechte Architektur.“

Der Neubau der Alnatura Arbeitswelt ist das größte Bürogebäude mit Stampflehmfassade und integrierter geothermischer Wandheizung in Europa. Das alte Baumaterial Lehm prägt dabei sowohl die äußere Gestalt als auch die innere Atmosphäre entscheidend mit und führt zu einer neuen Ästhetik im zeitgemäßen Bürobau. Das Gebäude ist Ergebnis einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen dem Bauherrn der Firma Campus 360, dem Nutzer Alnatura, den Architekten von
„haascookzemmrich“ STUDIO 2050, dem Lehmbauer Martin Rauch, den Energieingenieuren von Transsolar und vielen weiteren Fachplanern. Mit einer ressourcenschonenden Bauweise ist ein natürlich belüftetes Lowtech-Gebäude mit einer sehr guten Ökobilanz entstanden. Im Inneren bietet das Gebäude den rund 500 Mitarbeitern eine helle, anregende Arbeitsumgebung, die Kommunikation fördert und Räume für Kreativität schafft.

Weitere Informationen zum Sieger und den Finalisten gibt es unter www.nachhaltigkeitspreis.de und www.dgnb.de.

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Das gemeinsame Papier zur DIN 18008 wird von den beteiligten Verbänden auf ihren Homepages zum Download angeboten.
Foto: Verbände

Verbändepapier veröffentlicht

Der Bundesverband Metall, der Bundesverband Flachglas, der pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff, Tischler Schreiner Deutschland und der Verband Fenster + Fassade haben ein gemeinsames Verbändepapier zur neuen DIN 18008 erarbeitet. „Die Ende Juli 2019 vom zuständigen Normenausschuss verabschiedeten Schlussfassungen zu den Teilen 1 und 2 der Norm erläutern nicht, wie man die in Teil 1 geforderte Verkehrssicherheit bei Glasflächen objektiv bewerten kann. Das Verbändepapier soll diese Lücke schließen, indem es konkrete Handlungsempfehlungen und Hilfestellungen bei der Risikobeurteilung bietet“, so die Geschäftsführer der beteiligten Verbände.

Der Bundesverband Metall vertritt in den zuständigen Gremien die Auffassung, dass einschlägige Praxis in den Metallbaubetrieben die Verwendung von Glas mit sicherem Bruchverhalten ist, womit sich eine Risikobewertung mit Blick auf die Verkehrssicherheit in aller Regel erübrigen dürfte. Unabhängig davon unterstützt der BVM das Verbändepapier als Gewerk übergreifende Hilfestellung für den Bauherrn und Planer sowie nachrangig die Ausführenden für eine mögliche Risikobeurteilung für Türen und wandersetzende, bodentiefe Verglasungen.

Dass überhaupt eine Risikobeurteilung zur Verkehrssicherheit gefordert ist, statt einfach eine Vorschrift zu formulieren, liegt nach Ansicht der Verbände darin begründet, dass Baukosten nach Vorgabe der Politik nicht unnötig verteuert werden sollen und sich ganz unterschiedliche Faktoren auf die Verkehrssicherheit auswirken. Deshalb sei eine pauschale Aussage meist nicht möglich. Darauf basierend haben die Verbände ihre gemeinsame Hilfestellung entwickelt.

Basis des Papiers ist die Einigkeit der Verbände, die gefundene Kompromisslösung als konstruktiven Rahmen für die Branche zu nutzen. Die Hilfestellungen richten sich gezielt an den Bauherrn und Planer sowie nachrangig an den Ausführenden. Die im Verbändepapier beschriebene, mehrschrittige Risikobeurteilung kann für Türen und Wand ersetzende, bodentiefe Verglasungen an zum Begehen geeigneten Flächen benutzt werden. Denkbare Anwendungsmöglichkeiten seien daher die individuelle Beurteilung im Neubau und die Bewertung bei Glastausch.

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Erster Preis Architektur: Das neue TAZ-Gebäude in Berlin von E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten ETH BSA SIA Architekten mit feuerverzinkter Fassade.
Foto: Rory Gardiner

Verzinkerpreis verliehen

Der Industrieverband Feuerverzinken hat zum 16. Mal den mit 15.000 Euro dotierten Verzinkerpreis für Architektur und Metallgestaltung verliehen. Auch im Jahr 2019 wurden, der dreißigjährigen Tradition des Preises folgend, herausragende Projekte ausgezeichnet, die den Beitrag von feuerverzinktem Stahl für die Baukultur und die Gestaltung der Lebenswelt unterstreichen.

Die Mehrheit der 48 Einreichungen und vor allem die ausgezeichneten Projekte zeigen das breite Anwendungsspektrum von feuerverzinktem Stahl und die Relevanz des Feuerverzinkens unter dem immer wichtiger werdenden Postulat der Wiederverwendbarkeit und Nachhaltigkeit, aber auch seine wachsende ästhetische Bedeutung. Die unabhängige Jury vergab in der Kategorie Architektur einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Preise. In der Kategorie Metallgestaltung wurden ein erster und ein zweiter Preis verliehen. Kategorie-übergreifend wurden zwei Anerkennungen für Projekte vergeben, die durch ihre herausragende Nachhaltigkeit beeindruckten.

Der erste Preis für Architektur ging an E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten ETH BSA SIA, Zürich für das neue TAZ-Gebäude in Berlin. Der zweite Preis wurde an Knoche Architekten BDA, Leipzig und Schrag Fassaden, Chemnitz für das Feuerwehrzentrum Köln-Kalk verliehen. Dritte Preise erhielten Christ & Gantenbein AG, Architekten ETH SIA BSA, Basel für den Erweiterungsbau Kunstmuseum Basel und die Architekturwerkstatt Zopf, Salzburg für die Probebühnen des Landestheaters Salzburg.

In der Kategorie Metallgestaltung wurde Max Otto Zitzelsberger, München für das Warte Haus Ensemble Landshut mit dem ersten Preis und Helsinki Zürich Office, Zürich mit dem zweiten Preis für das Fitnessstudio Balboa im Viadukt, Zürich ausgezeichnet.

Anerkennungen für Nachhaltigkeit gingen an Holzer Kobler Architekturen, Berlin für das Design Hostel, Warn.

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Das Nachschlagewerk für alle Fälle: Der Glaskalender 2020 der CSP Flachglas-Experten.
Foto: Saint-Gobain

Glaskalender erschienen

Egal, welche glasspezifische Frage man stellt: Der CSP Glaskalender 2020 hat die Antwort. Der ideale Begleiter für Architekten, Planer und Verarbeiter bietet auf 250 Seiten gesammeltes Wissen zum Thema Glas und passt perfekt in die Hosentasche. Damit liefern die Flachglas-Experten von Climaplus-Securit, dem Partnernetzwerk von Saint-Gobain, die neue Version des praktischen Nachschlagewerks für alle Fälle.

In den zehn Kapiteln der Ausgabe 2020 findet man Daten, Richtlinien und Informationen rund um den Werkstoff Glas auf einen Blick. Von Einfachglas über Leichtpflegeglas bis hin zu Schallschutz und Sicherheit: Der Glaskalender 2020 stellt Details von Produkten, ihren Anwendungen und ihrer Verarbeitung kompakt zur Verfügung. Ein ganzes Kapitel ist jeweils Prüf-und Anwendungsnormen sowie Richtlinien gewidmet.

Zusätzlich ist das Glashandbuch mit einem alphabetischen Register und einem umfassenden Kalendarium inklusive Schulferien und wichtiger Messetermine ausgestattet. Ein Anhang mit praktischen Beispielen und Raum für Notizen komplettiert den wertvollen Begleiter. Der Glaskalender steht ab sofort auf der CSP Website unter „Aktuelles“ als PDF zum Download bereit www.climaplus-securit.com/aktuelles/glaskalender-2020/.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2019