Nicht standgehalten

(Thema des Monats: April 2021) Bei einem Sturm wurde die Überdachung einer Dachterrasse aus ihren Verankerungen gerissen. Außer dem materiellen Schaden ist zum Glück nichts weiter passiert. Der Sachverständige fand die Schadensursache in der mangelhaften Befestigung.

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Auf diesem Mauersims war die Stütze der Überdachung befestigt. Fotos: Sternberger

Noch während des abklingenden Sturmes hatte die herbeigerufene Feuerwehr die an der Dachfläche hängende Terrassenüberdachung gesichert und kontrolliert über drei Etagen des Gebäudes herabgelassen. Der Sturmschaden wurde zur Regulierung der zuständigen Versicherung gemeldet. Die Versicherung wiederum beauftragte den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen zur Schadensanalyse und Ursachenforschung.

Beachten Sie die möglichen Belastungen

Nach einem Abgleich der Wetterdaten mit dem Schadensereignis konnte eindeutig ein direkter Zusammenhang festgestellt werden. Zum Schadenszeitpunkt herrschten in der Region schwere Sturmböen mit bis zu orkanartigen Windgeschwindigkeiten.

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Hier war der Stützenfuß im Mauersims befestigt. Die Befestigung (Kunststoffdübel)) versagte bei dem Windangriff zuerst.

Erschwerend für die Ursachenforschung war die Tatsache, dass die havarierte Überdachung von der herbeigerufenen Herstellerfirma nach dem Schaden zerlegt und eingelagert worden war. Der Sachverständige konnte somit beim ersten Ortstermin in dieser Firma nur die demontierten Einzelteile der Aluminium-System-Überdachung, mit Doppelstegplatten als Eindeckung, begutachten.
Beim zweiten Ortstermin auf der Dachterrasse wurden dort dann weitere Schadens- und Versagensspuren festgestellt. Die Zugrichtung des Sturmtiefs deckte sich mit den Schadensspuren an den Befestigungen und Halterungen sowie dem Fundort der havarierten Überdachung.
Im nächsten Schritt wurden die Abrissspuren an den Versagenspunkten begutachtet. Der Stützenfußpunkt an der Windangriffsseite der Überdachung war dabei besonders auffällig. Die Befestigungsplatte, die als Einschiebling für die Stütze ausgebildet war, war nur mit einer Schraube

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Die weiteren Verbindungen zwischen Dach und Stützen sind in der Folge abgeschert.

und einem Kunststoffdübel im Mauersims befestigt. Diese Befestigung konnte den Belastungen nicht standhalten und die herrschenden Windkräfte hoben die Überdachung an. Die weiteren Befestigungen waren aufgrund der Hebelkräfte starken Beanspruchungen ausgesetzt und scherten durch die Spannungsspitzen einfach ab. Das Dach überschlug sich um 180 Grad und blieb (quasi in einem Stück) glücklicherweise ohne weiteren Schaden anzurichten, am angrenzenden Gebäudedach hängen.

Fazit: Weisen Sie die Befestigung nach
Sowohl der Befestigungsuntergrund als auch das gewählte Befestigungsmittel waren nicht als Fundament und zur Montage der Überdachung geeignet und waren nicht statisch nachgewiesen. Es wären weitere Maßnahmen zur Ertüchtigung des Untergrundes und andere zugelassene Befestigungsmittel erforderlich gewesen. Dann wäre, nach der Ermittlung der möglichen Windlasten, die Befestigung mit zugelassenen Schwerlastankern problemlos möglich gewesen.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem Schadensbericht an die Versicherung weitergeleitet. Der Hersteller der Überdachung gerät nun in die Defensive und muss sich sehr wahrscheinlich gegen einen drohenden Schadensersatzanspruch durch die Versicherung verteidigen.

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Foto: Metallkongress2021

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Letzte Aktualisierung: 07.04.2021