Nutzfahrzeuge: Abgas stärker unter Kontrolle

(März 2021) Steht für den Metallbaubetrieb die Entscheidung für ein neues Nutzfahrzeug an? Seit Jahresanfang gilt für Pkw und Lieferwagen mit Verbrennungsmotor die Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM, die auch für Transporter ab Herbst wirksam wird. Wichtig ist dabei der Trend zu möglichst geringen NOx-Emissionen – Übergangsfristen sind zu beachten.

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Neue Abgasnorm: Für Transporter wird die schadstoffärmere Technik erst ab Herbst verbindlich – auch gelten Übergangsfristen. Foto: Thomas Dietrich

Kein Grund zur Hektik – Schnäppchenjäger haben nichts verpasst. Wenn eine strengere Abgasnorm in Kraft tritt, heißt das noch lange nicht, dass bereits beim Autohändler präsentierte Fahrzeuge ab dem Stichtag – weil veraltet – zum Sonderpreis angeboten werden. Zur Erinnerung: Bis Ende 2020 galt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge das bereits recht wertige Zulassungsverfahren Euro 6d Temp. Der Nachfolger lautet Euro 6d-ISC-FCM, bei dem die maximalen NOx-Grenzwerte (Stickoxid) unverändert bleiben. Mögliche Toleranzgrenzen sind allerdings nun noch enger gefasst – und die Einhaltung der Vorgaben während des Fahrbetriebs lässt sich aus den gespeicherten Motordaten ablesen. Diese Verschärfung kommt für die Motorenentwickler nicht unerwartet, sondern erfolgt planmäßig. Jetzt gilt für einen Benziner das Maximum von 90 Milligramm NOx pro Kilometer im realen Fahrbetrieb, beim Diesel sind es 120 Milligramm. Allerdings berücksichtigt die Umstellung von der einen auf die andere Zulassungsart den oft über etliche Quartale währenden Abverkauf bereits bestehender Fahrzeuge.

Viele erhalten noch Euro 6d Temp-Zulassung

Übergangsfristen und vom Hersteller beantragte Ausnahmen führen nämlich dazu, dass noch im gesamten Jahr 2021 Fahrzeuge gemäß Euro 6d Temp erstmalig zugelassen werden können – und der Verkäufer im Nutzfahrzeugzentrum wird das Thema kaum von sich aus ansprechen. Der Entscheider für ein neues Fahrzeug im Handwerksbetrieb sollte allerdings Bescheid wissen und seine langfristige Planung danach ausrichten, um beim Verbrenner die wirksamste Abgastechnik unter der Haube zu haben.

Zunächst Multivan – dann Transporter

Am Beispiel von Hersteller VW Nutzfahrzeuge zeigt sich die Weiterentwicklung: Während in der Lieferwagenklasse das Zulassungsverfahren Euro 6d für den gerade gestarteten neuen Caddy bereits komplett ist, benötigt dafür die Nummer Größer – der Transporter T6.1 – etliche weitere Monate. Schließlich muss eine Vielzahl von Varianten durch das Zulassungsverfahren gebracht werden.
Zunächst bekommt der hochwertiger ausgestattete Multivan mit Pkw-Zulassung das modifizierte Aggregat EA288NutzMAR mit 110 kW/150 PS. Weitere Leistungsstufen mit 66, 81 und 150 kW folgen sukzessive und erstrecken sich auf Kasten- oder Pritschenwagen, für die nachrangige Fristen gelten.

Abgasreinigung erfolgt über zwei Katalysatoren

Bei diesem modifizierten Diesel führt Volkswagen die Abgasreinigung nach dem Twindosing-Prinzip auch in der Transporterklasse ein. Dabei ist ein erster Katalysator möglichst nah an den Motor heran gerückt, um die Abwärme bestmöglich für die Stickoxid-Umwandlung nutzen zu können. Ein zweiter SCR-Kat befindet sich am Unterboden. Durch den größeren Abstand zum Motor sind die Abgase dort kühler – damit arbeitet je nach Betriebsweise des Fahrzeugs immer mindestens einer der Katalysatoren im optimalen Temperaturbereich und die Abgase lassen sich durch Harnstoffeinspritzung (Markenname Adblue) an zwei verschiedenen Stellen besonders effizient nachbehandeln. So werden auch bei hohen Belastungen (wie im Anhängerbetrieb oder schnellen Autobahnfahrten) größtmögliche Wirkungsgrade erzielt und die aktuell bestehenden Grenzwerte deutlich unterboten.

Betriebsführung

Anhebung des Mindestlohns seit 1. Januar 2021

„Zum 1. Januar 2021 wurde der gesetzliche Mindestlohn zunächst auf 9,50 Euro brutto je Zeitstunde angehoben und steigt dann in weiteren Schritten zum 1. Juli 2021 auf 9,60 Euro brutto, zum 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro brutto und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro brutto“, erklärt Steuerberater Roland Franz, Geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzlei Roland Franz & Partner in Düsseldorf, Essen und Velbert.

In den Fällen einer geringfügigen Beschäftigung ist die Minijob-Zentrale für die Erhebung und Einziehung der einheitlichen Pauschsteuer zuständig. In diesem Zusammenhang weist Steuerberater Roland Franz auch darauf hin, dass bei einer Änderung des Sozialgesetzbuchs für Arbeitgeber von geringfügig entlohnten Beschäftigten eine Erweiterung der Meldepflicht eingeführt wurde, die im Übrigen auch für Arbeitgeber von im privaten Haushalt geringfügig Beschäftigten gilt. „Die Entgeltmeldungen sind für geringfügig Beschäftigte um einen Datenbaustein „Steuerdaten“ zu erweitern“, erläutert Steuerberater Roland Franz. Zwar gilt die Meldepflicht formal ab dem 1. Januar 2021, wird aber im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales erst zum 1. Januar 2022 umgesetzt.

„Unternehmen sollten beachten, dass die Angaben bei laufenden Beschäftigungsverhältnissen, die über den 31.12.2021 andauern, auch in der Jahresmeldung für das Kalenderjahr 2021 anzugeben sind“, rät Roland Franz. Rechtsgrundlage ist 7. SGB IV – ÄndG, BGBl 2020 I, S. 1248.

Letzte Aktualisierung: 01.03.2021