Partnerschaft auf Augenhöhe

Als Spezialist für Glasfaltwände, Wintergärten, Terrassendächer und Fassadenlösungen sucht Solarlux die Zusammenarbeit mit dem Metallbauer. Geschäftsführer Stefan Holtgreife hat Chefredakteur John Siehoff erläutert, wie eine fruchtbare Partnerschaft aussehen kann.

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„Der Wunsch, die eigenen vier Wände naturnah zu gestalten, wird auch künftig da sein“, erläutert Solarlux- Geschäftsführer Stefan Holtgreife.
Foto: M&T

Wie entwickelt sich Ihr Geschäft in Deutschland – auch vor dem Hintergrund der Corona-Zeit?
Nach dem Ausbruch der Pandemie wussten wir wochenlang nicht, wie sich das Geschäft entwickeln wird. Dann jedoch zog die Nachfrage enorm an. Im Hinblick auf die Auftragslage rechnen wir in Deutschland für 2020 mit einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wir haben allerdings auch schnell reagiert: mit einer Werbekampagne und Unterstützungsmaßnahmen für unseren Vertrieb und unsere Partner. Interne Tagungen fanden digital statt und kleineren Unternehmen haben wir Workshops und Hilfestellungen zu akuten Themen wie etwa Kurzarbeit oder Cashflow geboten. Als international aktives Unternehmen blicken wir natürlich auch aufs Ausland: In den Niederlanden etwa ist die Geschäftsentwicklung ähnlich gut wie in Deutschland, in Frankreich und vor allem Großbritannien verzeichnen wir dagegen starke Einbußen. In den USA ging das Geschäft zu Beginn der Krise deutlich zurück, hat sich dann aber erholt.

Welche technischen Entwicklungen werden in den nächsten Jahren Ihr Geschäft beeinflussen und prägen?
Die Fassadendämmung mit Dämmplatten mag unter energetischen Gesichtspunkten gut sein. Aber ist es gut für unser Wohlbefinden, wenn wir wie in einer Art Thermoskanne leben? Energetisch effiziente Baukonzepte, die zugleich wohnmedizinische und klimatische Punkte berücksichtigen, Frischluftzufuhr sicherstellen und darüber hinaus attraktive Lebensräume schaffen: Das ist eine Entwicklung, die an Bedeutung gewinnt.

Sie sind vor ein paar Jahren an Ihren neuen Standort in Melle gezogen. Welche Veränderungen hat dieser Schritt für Ihr Unternehmen mit sich gebracht?
In dem Maße, wie unser Produktportfolio wuchs, wurde eine neue Zentrale immer wichtiger. Es gab zuletzt drei Standorte, das war schon logistisch nicht ideal. Mit dem neuen Firmensitz ist es gelungen, sämtliche Bereiche – sei es Entwicklung, Produktion oder Vertrieb – an einem Standort zu bündeln. Die Lagerkapazitäten wurden erhöht und die Fertigungstiefe durch eine neue, top-moderne Beschichtungsanlage erweitert, die eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet. Der Solarlux-Campus ist zudem ein architektonisches Statement, das unsere Firmenphilosophie widerspiegelt: Von jedem Arbeitsplatz aus blicken unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Natur. Es gibt ein Mitarbeiterrestaurant und eine intelligente Anlagetechnik. Wir haben keine klassische Klimaanlage; Wärmeregulierung und Lüftung laufen über Bauteilaktivierung und eine in Eigenregie konzipierte Fassade.

Wie entwickelt sich der Trend Outdoor-Living aus Ihrer Sicht – derzeit und in den kommenden Jahren?
Ich denke nicht, dass es ein Trend ist. Licht und ein Bezug zur Natur sind Grundbedürfnisse des Menschen. Der Wunsch, Natur in die Architektur mit einzubeziehen, wird seit jeher aufgegriffen. Allerdings haben wir heute mehr Möglichkeiten: mit großflächigen, beweglichen Glaselementen, die Schutz und Wärmedämmung bieten und gleichzeitig viel Licht in die Wohnräume lassen, Bezüge zur Natur herstellen und einen schwellenlosen Übergang ins Freie erlauben. Die Corona-Krise hat dieses Bedürfnis vielleicht noch verstärkt, denn viele Menschen verbringen ihren Urlaub nun zuhause. Der Wunsch, die eigenen vier Wände naturnah zu gestalten, wird auch künftig da sein.

Warum kann es sich für den Metallbauer lohnen, Produkte aus dem Bereich Wintergarten und Outdoor mit in sein Angebot zu nehmen?
Im Bereich Terrassenüberdachung und Glasanbauten haben wir uns gut positioniert, der Schwerpunkt unseres Geschäfts sind jedoch bewegliche Fassaden aus Glas: Glas-Faltwände, das Schiebefenster Cero, Horizontal-Schiebewand-Systeme und Ganzglas-Schiebe-Systeme. Diese Produkte kommen im Einfamilienhaus wie auch in modernen Bürokomplexen oder im mehrgeschossigen Wohnbau zum Einsatz. Sie werden jedoch nicht immer von den einschlägigen Systemgebern angeboten, sodass dem Metallbau nur Kompromisslösungen bleiben. Wenn dann die nötige Erfahrung fehlt, bindet das Kapazitäten und erhöht das Fehlerrisiko. Solarlux bietet alles aus einer Hand. Und unsere Produkte werden national und international quasi permanent getestet und erzielen Testergebnisse, die in dieser Form weltweit einmalig sind.

Welche neuen Produkte und Services bieten Sie dem Metallbauer?
Die genannten Produkte werden stets individuell geplant und gefertigt. Deswegen entstehen Weiterentwicklungen bei uns häufig aus Projekten heraus. Da wir selbst weltweit Großbaustellen abwickeln, können wir viel Erfahrung mit einbringen. Als Service bieten wir Unterstützung beim Aufmaß und der Montage sowie der Werk-/Detailplanung. Ein bundesweites Netz an Architektenberatern steht schon in der Planungsphase zur Seite, um optimale Bauanschlüsse zu realisieren.

Was ist Ihr Lieblingsprodukt in Ihrem Portfolio?
Unsere Horizontal-Schiebewand sucht ihresgleichen. Sie ist vielseitig, wärmegedämmt, dicht und eignet sich für den privaten als auch den kommerziellen Bereich. Das gilt allerdings auch für unseren „Klassiker“, die Glas-Faltwand. Die bieten wir in Aluminium, Holz oder als Holz/Alu-Kombi an, wobei Rahmen und Profile auch in den Holz-Varianten stets aus Aluminium bestehen. Cero setzt im Bereich der großformatigen Schiebefenster neue Standards in puncto Statik und schmale Ansichten.

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit zwischen Solarlux und einem Metallbauerbetrieb idealerweise vor?
Es gibt zwei Wege: Unsere Architektenberatung begleitet ein Bauprojekt und empfiehlt einen erfahrenen Metallbauer vor Ort. Oder ein Metallbauer kommt mit einem Projekt auf uns zu, bei dem er Unterstützung benötigt – sei es eben beim Aufmaß, der Werkdetailplanung oder der Montage. So oder so: Der Metallbau kann sich auf seine Produktion und seine Kompetenzen konzentrieren, während wir ihn im Nischenbereich unterstützen. Wichtig ist, dass die Zusammenarbeit partnerschaftlich und auf Augenhöhe läuft. Genau dann ist sie für mich ideal.

Letzte Aktualisierung: 28.09.2020