Thema des Monats - Falsch gekürzt

(Juli 2019) Feuerschutztüren sind Bauteile, an denen kaum Änderungen vorgenommen werden dürfen. Komplett verboten ist das Kürzen des Türblattes aus Stahlblech. Warum, zeigt der Bericht. Hans-Paul Mink


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Durch das Kürzen des Türblattes einer Feuerschutztür aus Stahlblech verliert die Tür ihre Zulassung. Fotos: Mink

Zulässige Änderungen sind heute im allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungsbescheid aufgeführt, bei Türen der Zulassungsnummernkreise Z-6.11 bis Z-6.18 galt dafür eine Mitteilung des Deutschen Institutes für Bautechnik DIBt, Berlin. Diese Mitteilung wurde letztmalig im Februar 1996 veröffentlicht und hat für die Zulassungsnummernkreise Z-6.11 bis Z-6.18 quasi „Ewigkeitscharakter“.
Immer wieder erhebt sich die Frage, ob Türblätter von Feuerschutzabschlüssen gekürzt werden können. Allgemein kann man diese Frage verneinen – es sei denn, der Türhersteller lässt etwas anderes zu. Feuerschutztüren aus Holz oder Holzwerkstoffen können teilweise gekürzt werden. Dies ist dann mit einem zusätzlichen Kennzeichnungsschild im bandseitigen Türfalz kenntlich gemacht. Die Tür darf nur um das dort angegebene Maß gekürzt werden. Nach dem Kürzen muss jedoch der auf dem Schild angegebene Bodenspalt eingehalten werden. Eine Angabe zum Bodenspalt von vier bis sechs Millimeter und der ergänzenden Angabe, die Tür dürfe um maximal 15 Millimeter gekürzt werden, heißt nicht, dass unten dann ein Spalt von 21 Millimeter bestehen kann.
Nach dem Kürzen muss die Spaltangabe von vier bis sechs Millimeter eingehalten werden, ansonsten wäre die Tür unzulässig verändert. Weiterhin ist zu beachten, dass ein Kürzen nur möglich ist, wenn es sich um ein Holztürblatt ohne unten eingelassener absenkbarer Bodendichtung handelt.

Erhalten Sie die Zulassung

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Die Kürzung ist deutlich zu erkennen. Am unteren Ende des Türblattes wurde ein U-Winkel mit Schweißpunkten fixiert, um den Türkasten nach unten zu verschließen.

Gänzlich verboten ist das Kürzen des Türblattes einer Feuerschutztür aus Stahlblech. Bei der Abnahme des Neubaus eines Bürohauses in Frankfurt wurden jedoch Türen aus Stahlblech gefunden, bei denen der Abstand des unteren Türbandes zur bodenseitigen Türblattkante ungewöhnlich klein war.
Bei einer Tür konnte dann des Rätsels Lösung festgestellt werden. Die Tür aus Stahlblech wurde um etwa fünfzig Millimeter gekürzt. Da der Türkasten dann offen gewesen wäre, wurde am unteren Ende ein U-Winkel mit Schweißpunkten fixiert, um den Türkasten nach unten zu verschließen. Erkennbar war dies an einer Tür, da die Nachlackierung noch nicht abschlossen und die Schweißpunkte zu sehen waren.
Durch diese Maßnahme wurde die Tür wesentlich verändert, wodurch die Zulassung erloschen ist. Im Rahmen des Ortstermines wurde auch festgestellt, dass die Tür entgegen der angezeigten Fluchtrichtung öffnet, was ebenfalls unzulässig ist.

Fazit: Vermeiden Sie die teure Schadensbehebung
Eine Schadensbehebung war in diesem Fall nur durch Austausch der Türelemente mit Türblatt und Zarge möglich, da auch die Zarge dem gekürzten Türblatt angepasst war. Die Folgekosten waren erheblich, da durch den Zargenausbau massive Mehrkosten an den umgebenden Bereichen erforderlich waren. Weitere Folgekosten entstanden auch durch die Nichteinhaltung des Fertigstellungstermines. Auch aus diesem Grund sind eigenmächtige Veränderungen an Feuerschutztüren zu unterlassen.

Letzte Aktualisierung: 02.07.2019