Schweißtechnik: „Wir sind Schweißtechnologie-Partner unserer Kunden“

(Oktober 2018) Ein Besuch bei EWM im Westerwald gibt Aufschluss darüber, wo die Entwicklung von Schweißgeräten hingeht. EWM-Vertriebsvorstand Robert Stöckl (im Bild rechts) erläutert, wie sein Unternehmen die Bedürfnisse des Metallhandwerks aufgreift.

Robert Stöckl, EWM
„Wir helfen unseren Kunden, ihre Potenziale auszuschöpfen. Darin liegt unser Entwicklungspotenzial.“ Robert Stöckl, EWM. Fotos: M&T


Wie ist die Marktsituation im Metallhandwerk aus Ihrer Sicht als Hersteller von Schweißgeräten?
Alle sind hervorragend ausgelastet. Eine Umfrage des Bundesverbands Metall unter Obermeistern des Metallhandwerks vom Juni 2018 bestätigt das. Es ist sogar so, dass viele Handwerker inzwischen Aufträge ablehnen müssen. Die Metallbauer haben gut zu tun und das merken wir als Lieferant auch an unserer Auslastung.

Was sind derzeit die besonderen Herausforderungen für Ihr Unternehmen?
Mit unseren Komplettlösungen und modernen Schweißprozessen können Kunden effizienter arbeiten. Die Herausforderung für uns ist, bei Metallbauern eine Akzeptanz dafür zu schaffen, sich Zeit für unsere Beratung zu nehmen und dann auf unsere Lösung umzustellen. So könnten sie viel Zeit und viele Kosten sparen. Aber Handwerker und Unternehmer haben einfach oft nicht die Zeit, etwas Neues auszuprobieren, das ihnen anschließend Zeit spart. Da ist unsere Überzeugungsarbeit gefordert.

Welche Entwicklungen bei Normung und Regelungen für den Metallbau werden Einfluss auf Ihr Geschäft haben?
Unsere Kunden aus dem Metallbau nehmen uns immer mehr als Partner und Qualitätssicherer wahr. Wir bieten ein komplettes WPQR-Paket für die Qualitätssicherung der Schweißprozesse und mit „ewm Xnet“ die Möglichkeit, Schweißdokumentationen zu erstellen. Mit unserem Service unterstützen wir sie dabei, Regelungen und Normen wie die DIN ISO 3834 einzuhalten. Wir haben heute mehr als eine reine Kunden-Lieferanten-Beziehung: Wir sind Schweißtechnologie-Partner der Kunden. Das hat Einfluss auf unser Geschäft.

Sie sind seit 2017 Präsident der European Welding Association (EWA). Was sind Ihre Aufgaben und Ziele?
Die EU macht Gesetze und Normen. Unser Ziel ist es, bei der Gestaltung dieser Normen so mitzuarbeiten, dass Schweißtechnik auch in Zukunft bezahlbar bleibt. Gerade arbeiten wir in der EWA an der Ökodesign-Richtlinie mit, bei der es darum geht, nachhaltig Ressourcen zu schonen.

„Kunden erwarten individuelle Lösungen“ Robert Stöckl, EWM

Welchen Herausforderungen stellt sich die Schweißtechnik in Deutschland gegenwärtig?
Unsere Anwender sind heute anspruchsvoller und es gibt zu wenig Fachkräfte. Anwender erwarten eine intuitive, sprachneutrale Steuerung und die perfekte Schweißnaht. Um das zu erreichen, orientieren wir uns an alltäglichen Lösungen, die die Leute kennen, wenn wir Neuheiten entwickeln. Außerdem sind bei unseren Geräten mit „ewm allin“ alle Schweißprozesse und Kennlinien direkt beim Kauf mit enthalten.

Wie haben sich die Ansprüche Ihrer Kunden an Ihre Schweißgeräte in den letzten zehn Jahren verändert?
Kunden erwarten höchste Qualität, einfachste Bedienbarkeit und persönliche Beratung. Sie möchten Ansprechpartner haben, die ihnen effiziente, auf sie zugeschnittene und einfache Lösungen bieten. Wir bieten mehr: Wir analysieren die Gegebenheiten vor Ort und liefern individuelle Lösungen für die Produktion. Ein Kunde von uns, ein mittelständischer Handwerksbetrieb mit 55 Mitarbeitern, schweißt ein Wassertankset mit EWM heute in 339 Stunden. Vorher brauchte er 781 Stunden dafür, doppelt so viel Strom und vierzig Prozent mehr Schutzgas. Außerdem müssen seine Mitarbeiter jetzt nicht mehr in Zwangslagen schweißen. Diesen Rundumservice, den wir „ewm maXsolution“ nennen, schätzen unsere Kunden.

Welche technischen Trends sind derzeit die Treiber für die Weiterentwicklung Ihrer Schweißgeräte?
Ganz klar „Industrie 4.0“. Die Digitalisierung und Vernetzung haben wir bereits umgesetzt. Virtuelle Realität und die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine greifen ineinander: „ewm Xnet“ verbindet beliebig viele Schweißgeräte eines Betriebs miteinander und lässt sie – auch in Echtzeit – per LAN/Wifi oder USB-Stick mit den Planungs-, Verwaltungs- und Schweißaufsichtsbüros kommunizieren.

Wo sehen Sie das größte Entwicklungspotenzial für Ihr Unternehmen?
Unser größtes Entwicklungspotential sehe ich bei „ewm maxSolution“. Mit unserer Beratung optimieren wir die Produktion unserer Kunden mit ihnen gemeinsam. Wir können Lösungen aus einer Hand und in höchster Qualität anbieten: Schweißgeräte, Schweißbrenner, Drahtvorschubgeräte, Schweißzusatzwerkstoffe, Arbeitsschutz und Werkstattausstattung. Dazu kommen unser Service und die Nähe zum Anwender. Wir helfen unseren Kunden, ihre Potenziale auszuschöpfen. Darin liegt unser Entwicklungspotenzial.

Welche neuen Produkte und Produktverbesserungen bieten Sie dem Metallbauer zur Messe Euroblech?
Auf der Euroblech zeigen wir zukunftsweisende Schweißtechnologien aus der Praxis für Industrie und Handwerk. Es sind Produkte und Verfahren auf dem neuesten Entwicklungsstand der Schweißtechnik, die heutigen und zukünftigen Bedürfnissen gerecht werden. Mit der „Titan XQR“, dem EWM Alleskönner, steht die Automatisierung – von Einstiegslösungen mit kollaborierenden Robotern bis hin zu Komplettlösungen für die industrielle Schweißfertigung – im Mittelpunkt. Darüber hinaus stellt EWM neue Geräte aus der Taurus-Steel-Serie vor, die speziell für stahlverarbeitende Betriebe in Industrie und Handwerk entwickelt wurden.

Robert Stöckl
„Wir haben überall in Deutschland Standorte und Schweißfachhändler. Dort kann jeder Metallbauer unsere Schweißgeräte und Schweißbrenner ansehen und ausprobieren. Spätestens dann – da bin ich mir sicher – weiß er, warum er sich für EWM entscheiden sollte.“

Welche Produkte aus Ihrem Gerätesortiment sind beim Metallbauer am beliebtesten?
Im Metallhandwerk sind unsere tragbaren Geräte der Serien Picomig und Picotig am beliebtesten, die auf jeder Baustelle eingesetzt werden können. Ein Renner ist unser WPQR-Paket für die Norm EN 1090, das wir kostenlos zu Picomig-Geräten dazuliefern und das eine große Arbeitserleichterung bringt. Unsere Kunden schätzen außerdem, dass wir ihnen Schweißzusatzwerkstoffe oder Schweißzubehör wie Helme oder Handschuhe sowie komplette Automatisierungslösungen liefern.

Welche Leistung Ihres Unternehmens wird vom Metallhandwerk momentan besonders nachgefragt?
Das ist unsere Innovations- und Technologieberatung „ewm maXsolution“. Dabei analysieren wir alle Arbeitsschritte rund ums Schweißen – davor, während und danach – im Unternehmen und sehen, wo Kosten, Rohstoffe und Zeit eingespart werden können. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickeln wir für ihn passende Lösungen und helfen ihm bei der Umsetzung.

Welchen Praxisnutzen bieten diese Angebote?
Die Arbeit effizienter und unsere Kunden somit wettbewerbsfähiger zu machen. Ein Kunde aus dem Anhängerbau kann heute mit unserer Hilfe zum Beispiel in kürzerer Zeit zehn Prozent mehr Produkte herstellen und spart zudem dreißig Prozent an Rohstoffen ein.

Warum sollte sich ein Metallbauer für EWM-Produkte entscheiden?
Wenn ich gefragt werde, warum sich jemand für EWM entscheiden sollte, sage ich: Wenn du höchste Qualität und beste, neueste Technologie willst, die noch dazu erschwinglich ist, dann geht kein Weg an EWM vorbei. Hier meine Einladung: Wir haben überall in Deutschland Standorte und Schweißfachhändler. Dort kann jeder Metallbauer unsere Schweißgeräte und Schweißbrenner ansehen und ausprobieren. Spätestens dann – da bin ich mir sicher – weiß er, warum er sich für EWM entscheiden sollte

Warum sollte ein Metallhandwerker den Metallkongress in Würzburg besuchen?
Der Metallkongress ist der Treffpunkt der Metallhandwerks-Szene. Unternehmer und Fachleute aus ganz Deutschland kommen dorthin, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Es gibt topaktuelle Fachvorträge und viele nützliche Informationen. Einige wollen auch gezielt die Beratung der Aussteller. 

Letzte Aktualisierung: 11.10.2018