Sicherheitstechnik: „Systemprodukte vereinfachen das Handling für Verarbeiter“

Assa Abloy möchte in Deutschland der führende Ansprechpartner für Lösungen rund um die Tür sein. Andreas Wagener und Jörg Schreiber erläutern, wie sie daran arbeiten dieses Ziel zu erreichen.

Jörg Schreiber
Jörg Schreiber im Gespräch mit Yvonne Schneider (M&T): „Unser klares Ziel ist es, unsere Kunden noch besser kennenzulernen und einen intensiven Kontakt zu halten.“ Fotos: M&T

Was sind derzeit die besonderen Herausforderungen für Assa Abloy?
Andreas Wagener (Geschäftsführer Vertrieb und Marketing): Eine aktuelle Herausforderung war die Einführung eines neuen ERP-Systems (Enterprise Resource Planning) am Standort Albstadt, um effizientere Abläufe in der Produktion zu erreichen. Gleichzeitig stehen wir, wie die gesamte Branche, vor dem großen Thema Digitalisierung. Die digitale Entwicklung verändert alles: Produkte, Prozesse und Dienstleistungen bis hin zum Kaufverhalten. Kunden sind heute besser informiert und vergleichen genau.

Wie werden bei Assa Abloy derzeit die Weichen für eine erfolgreiche Marktbearbeitung gestellt?
Jörg Schreiber (Leiter Vertrieb): Unser klares Ziel ist es, unsere Kunden noch besser kennenzulernen und einen intensiven Kontakt zu halten. Deshalb wird der Außendienst weiter ausgebaut. Mit unseren technischen Fachberatern und der persönlichen Beratung sprechen wir auch direkt Metallbauer an.
Andreas Wagener: Der Vertrieb muss sich auf das neue Kaufverhalten einstellen und sich weiter professionalisieren. Dazu gehört weiterhin eine gute Portion Bauchgefühl, das aber zukünftig stärker durch Fakten und Kennziffern untermauert wird – Stichwort Sales Excellence: Erfolgreiche und effektive Vertriebsmethoden dehnen wir bei Assa Abloy flächendeckend aus. Die sehr guten Rückmeldungen zur Kundenzufriedenheit bestätigen den bisherigen Weg. Dennoch möchten wir uns weiter verbessern und richten den Fokus beständig auf unsere Kunden und den Markt.

Welche technischen Trends sehen Sie in den nächsten Jahren bei Fenstern, Türen und Fassaden?
Jörg Schreiber: Türen müssen heute eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen, die mit Einzelkomponenten oft nur unzureichend gelöst werden. Gefragt ist also eine Systemtür. Daher bieten wir komplette, aufeinander abgestimmte Türlösungen an, die sich bei Bedarf vernetzen lassen. Denn als Zulieferer für die Tür-Fenster-Fassaden-Industrie ist es uns wichtig, Markt- und Branchentrends aufzunehmen und passende Produkte zu entwickeln.

Jörg Schreiber
„Wir bieten komplette, aufeinander abgestimmte Türlösungen an, die sich bei Bedarf vernetzen lassen“, erläutert Jörg Schreiber.

In welchen Bereichen sehen Sie das größte Entwicklungspotenzial für Ihr Unternehmen?
Andreas Wagener: Die Systemtür in einer vernetzten Welt ist nur die eine Seite. Die andere sind gesellschaftlich hochaktuelle Themen wie Schutz und Sicherheit. In Kombination ergibt sich daraus ein großer Wachstumsbereich für digitale Türlösungen. Denn solche Schließ- und Sicherheitssysteme sind heute auch bei kleineren Objekten oder Anforderungen gefragt. Dabei bauen wir auf unsere Erfahrung im Bereich Systemlösungen und wollen mit neuen Eigenentwicklungen das vorhandene Potenzial ausschöpfen.

Andreas Wagener
„Wir möchten uns weiter verbessern und richten den Fokus beständig auf unsere Kunden und den Markt“, erläuter Andreas Wagener die Vorgehensweise seines Unternehmens. Foto: Assa Abloy Sicherheitstechnik

An welchen Stellen ist die zunehmende Digitalisierung der Bauprozesse ein Treiber für Ihre Organisation?
Andreas Wagener: Generell hinkt die Projektentwicklung mit Building Information Modeling (BIM) in Deutschland hinterher. Dennoch bieten wir eine große Auswahl an BIM-Türlösungen. Ein echter Meilenstein wird aber 2019 der Start unserer Software ”Assa Abloy Opening Studios” sein: Mit dieser Software digitalisieren wir die Produktauswahl für jede Tür, um die bisher von Architekten, Planern und Auftragnehmern verwendete Excel-Türliste zu ersetzen. Im Programm sind vollständige Türlösungen mit 2D- und zukünftig 3D-Zeichnungen gelistet – inklusive Ausschreibungs- und Angebotstexten, Produktinformationen und mehr.

„Was uns auszeichnet, ist die persönliche Betreuung und Beratung unserer Kunden.“ Jörg Schreiber, Vertriebsleiter Deutschland

Welche neuen Produkte, Systeme oder Konzepte bieten Sie dem Metallbauer? Welche praktischen Hilfen gehören dazu?
Jörg Schreiber: Eines unserer Ziele ist es, die Montage unserer Produkte so einfach wie nur möglich zu machen. Bei der Entwicklung legen wir deshalb großen Wert auf kompatible Lösungen, wie unsere One-System-Schlösser: Die Schlosskästen besitzen vom Standard- bis zum Panikschloss identische Außenmaße – für einen schnellen Austausch und eine einfache Umrüstung. Auch die Türöffner-Familie „118“ zählt dazu: Sehr kleine Maße erleichtern den Einbau und die vielfältigen Varianten decken nahezu alle Anforderungen an der Tür ab. Ebenfalls bieten unsere Türschließer ein umfangreiches, flexibles Portfolio mit cleveren Montageoptionen.

Was versprechen Sie sich und den Metallbauern davon?
Jörg Schreiber: Systemprodukte vereinfachen das Handling für Verarbeiter. Die Montage läuft schneller und ist weniger fehleranfällig. Aber vor allem wird das Nach- und Umrüsten bei geänderten Anforderungen deutlich unkomplizierter. So helfen wir Verarbeitern, für jede Tür die passende, funktionale und sichere Lösung zu finden.

Schreiber
„Gerade in Zeiten des digitalen Umbruchs möchten wir ein zuverlässiger Partner sein“, wünscht sich Jörg Schreiber.

Welche Rolle spielt für Sie das Thema Nachhaltigkeit?
Andreas Wagener: Assa Abloy strebt innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltige Prozesse an – nicht nur im Sinne von Effizienz, sondern von Ressourcenschonung. Das sehen wir als unsere soziale Verpflichtung. Daher sind wir nicht nur engagiertes Mitglied in der DGNB, sondern bieten seit 2008 auch EPDs (Environmental Product Declaration) für verschiedene Produkte an. Bisher haben wir mehr als 250 EPD-Produktdeklarationen erstellt. Darin werden die Umweltauswirkungen auf Basis des Produktlebenszyklus aufgezeigt und von einer unabhängigen Drittpartei überprüft.

Wie wird der Metallbauer bei der Entwicklung neuer Produkte einbezogen (Stichwort Co-Kreation)?
Jörg Schreiber: Bestandteil unserer Produktentwicklung ist das Programm „Voice of the Customer“. Wir fragen unsere Kunden gezielt nach ihren Bedürfnissen und Anforderungen an neue Produkte. Genauso nimmt unser Außendienst Trends und Anforderungen am Markt auf und gibt diese an das Produktmanagement und die Entwicklung weiter. Produkte, die auf Kundenwünschen basieren, sind unter anderem unser leiser Türschließer Close Motion und der Sicherheits-Türschließer.

Warum sollte sich der Metallbauer für Assa-Abloy-Produkte entscheiden?
Jörg Schreiber: Selbstverständlich setzen wir unseren Ehrgeiz in innovative und sichere Produkte, die einfach zu verarbeiten sind. Doch was Assa Abloy auszeichnet, ist die persönliche Betreuung und Beratung unserer Kunden, mit einem individuellen Support.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele?
Andreas Wagener: Ein bestimmendes Ziel ist für uns, der führende Ansprechpartner für Lösungen rund um die Tür zu sein. Wir möchten unseren Kunden in Bezug auf Metallbau und Fassade immer wieder neue, innovative Lösungen mit echtem Mehrwert und einem erstklassigen Service bieten. Dazu gehört, dass wir beständig an uns arbeiten und selbst weiter wachsen.

Wie möchten Sie in Zukunft vom Metallhandwerk gesehen werden?
Jörg Schreiber: Gerade in Zeiten des digitalen Umbruchs möchten wir ein zuverlässiger Partner sein. Einer, der nicht nur innovative und qualitativ hochwertige Produkte anbietet, sondern dem man vertrauen kann und der seine Partner bei den aktuellen Herausforderungen am Markt unterstützt. 

Letzte Aktualisierung: 29.04.2019