Sieger Kategorie Türen, Tore, Zäune 2019

Gewinner in der Kategorie „Türen, Tore, Zäune“ ist die überdimensionale Fassadentür in der Kunstfassade eines Stellwerkhäuschens für die Kölner Verkehrs-Betriebe. Lesen Sie, wie die Firma Lublinsky Stahl- und Metallbau aus Brühl die Tür gekonnt in der Fassade versteckt hat.

Metallbaupreis Fassadentür KVB
Die vier Meter hohen sehr schweren Fassadentüren, die auch als Paniktüren funktionieren müssen, sind perfekt in die Kunstfassade integriert. Foto: M&T

Perfekt versteckt

Die Kölner Verkehrs-Betriebe hatten ein Architekturbüro beauftragt, eine besondere Fassadenkonstruktion für die Einhausung eines Stellwerkhäuschen (etwa 6,5 mal 6,5 Meter, Höhe von etwa 3,8 Meter) der Stadtbahn in einer auffälligen Lage direkt am Rhein, zu entwerfen und zu planen. Die dann vom Künstler Wolfgang Rüppel entworfene und von der Firma Lublinsky Stahl- und Metallbau umgesetzte Kunstfassade der komplizierten Fassadenkonstruktion enthält auch zwei vom Brühler Metallbauer konstruierte und gefertigte vier Meter hohe Fassadentüren. Die Forderung an die Türen war, dass sie nach Möglichkeit „unsichtbar“ sein sollen und gleichzeitig als Fluchtweg für die Mitarbeiter des Stellwerks dienen müssen. Mit diesem Hintergrundwissen wurde der Fassadenaufbau in Anlehnung an ein marktgängiges Fassadensystem entwickelt.

Die Herausforderung, die Fassadentür über die gesamte Höhe und zusätzlich als Paniktür auszubilden, hat der Metallbauer durch eine intelligente mechanische Konstruktion gelöst. Da der Abstand zwischen der Tür des Stellwerks und der Fassadentür lediglich etwa dreißig Zentimeter beträgt, musste für den Fall, dass beide Türen geschlossen sind und sich jemand im Stellwerk aufhält, die Öffnung beider Türen von innen gewährleistet sein.

Besonders leichtgängig

Damit die schweren Türen trotz des Gewichtes sehr leichtgängig sind, wurde eine besondere Lagerung mit einem Edelstahlkugellager konstruiert. Dabei war eine weitere Herausforderung, die genaue Lage des Drehpunktes so festzulegen, dass die Tür exakt in die Fassade integriert wird und beim Öffnen um die auskragenden Kantungen der Fassade herumschwenkt.

Da sich das Stellwerkhäuschen in exponierter Lage nahe des Rheins befindet, musste bei der großen Türfläche auch mit hohen Windkräften gerechnet werden. Daraus folgten besondere statische Anforderungen. Damit es beim Öffnen und Schließen der Tür zu keinen Verletzungen kommt, ist diese mit einer Gasdruckfeder ausgestattet und zusätzlich mit einem Edelstahlseil gesichert. Die Fassadentüren wurden sehr gelungen und fast unsichtbar in die anspruchsvoll gestaltete und mit CAD konstruierte außergewöhnliche Kantfassade integriert.

Lublinsky Trophäe Preisverleihung Metallbaupreis
Rolf und Bastian Lublinsky (von lilnks) freuten sich über den Deutschen Metallbaupreis 2019. Foto: Stefan Bausewein

Fazit: Unsichtbar integriert

Beeindruckt zeigte sich die Jury von der sehr sauber und durchdacht gelösten anspruchsvollen Konstruktion mit der besonders leichtgängigen schwergewichtigen Tür mit Edelstahl-Kugellagern, der komplizierten Beschlag- und Schließtechnik und der gelungenen komplett versteckten Integration in eine ungewöhnliche Kunstfassade.

Video Fassadentür

Letzte Aktualisierung: 29.10.2019