Spanende Bearbeitung: Interessante Produktneuheiten

In letzter Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir stellen interessante neue Produkte vor.

Neuer Gewindeformer für größere Lose

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Das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis macht den TC410 Advance insbesondere für Anwender mit mittleren und größeren Losgrößen interessant. Foto: Walter

Mit dem HSS-E-Gewindeformer TC410 Advance komplettiert Walter sein Gewindewerkzeugprogramm – und bietet seinen Kunden nun ein Portfolio mit über 200 Gewindeabmessungen und Toleranzen an. Der TC410 Advance mit TiN-Beschichtung ist universell einsetzbar für Grund- und Durchgangsgewinde (metrisch, metrisch fein, UNC/UNF und G), alle formbaren Materialien der ISO-Werkstoffgruppen P, M, N sowie für ISO K und S in der Nebenanwendung. Neben den generellen Vorteilen von Gewindeformern wie spanlose Bearbeitung (keine Spanklemmer und dadurch hohe Prozesssicherheit) führt Walter für die neuen Werkzeuge vor allem Wirtschaftlichkeitsvorteile ins Feld.
Ausschlaggebend dafür sind die neuartige Geometrie und eine spezielle Nachbehandlung: Neuartige Formkanten verkürzen die Eingriffszeit im Material. Dies reduziert die Reibung und damit die Wärmeentwicklung, was den Verschleiß verringert und die Werkzeugstandzeit erhöht. Die nachbehandelte, extrem glatte Werkzeugoberfläche verkleinert das Drehmoment und erhöht dadurch die Standzeit zusätzlich. Walter bietet den TC410 Advance in zwei Varianten an: ohne Schmiernuten – und mit Schmiernuten für tiefere Gewinde bis 3,5 x DN.

Werkzeuge für optimale Prozesse

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Der neue Coromill 390 in Leichtbauweise dämpft Vibrationen bei Anwendungen mit großen Überhängen. Foto: Sandvik Coromant

Mit interessanten Produkten und neuen digitalen Lösungen und Konzepten veranschaulicht der Weltmarktführer für Werkzeuge und Zerspanungslösungen Sandvik Coromant den Besuchern der EMO 2019, wie sie ihre Prozesse bestmöglich optimieren können.
Sandvik Coromant nutzt die EMO, um neue digitale Lösungen für Bearbeitungsprozesse und eine effiziente vernetzte Fertigung zu präsentieren. Getreu dem Motto „Shaping the future together“ stehen auf dem 528 Quadratmeter großen Stand B06 in Halle 5, Innovationen rund um die digitale Bearbeitung und Industrie 4.0 im Mittelpunkt.
Darüber hinaus können Fachbesucher modernste Schneidwerkzeug- und Werkzeuginnovationen entdecken. Innovativ ist zum Beispiel der neue Coromill 390 in Leichtbauweise mit additiv gefertigtem Fräserkörper. In Kombination mit Silent Tools Fräsadaptern dämpft der Fräser dank seiner Leichtbauweise Vibrationen in anspruchsvollen Anwendungen mit großen Überhängen und maximiert so die Stabilität und Produktivität.

Leistungsstarker Werkzeugrevolver für Dreh-Fräs-Zentren

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Die Directdrive-Werkzeugrevolver der Baureihe 0.5.437.3/4xx sind sowohl mit BMT- als auch mit VDI-Schnittstellen kompatibel. Foto: Sauter

Modernes Tooling für Werkzeugmaschinen ist für hohe Drehzahlen und hohe Drehmomente ausgelegt. Die leistungsstarken Directdrive-Werkzeugrevolver der Baureihe 0.5.437.3/4xx von Sauter Feinmechanik schöpfen dieses Potenzial voll aus. Das System des Weltmarkführers für Werkzeugrevolver verfügt über einen zukunftsweisenden Synchronmotor, der Drehmomente bis 85 Newtonmeter und Drehzahlen bis 12.000 pro Minute ermöglicht. Der Werkzeugrevolver kann nonstop produzieren und benötigt keine Ruhephasen. In Kombination mit einem modernen Dreh-Fräs-Zentrum profitieren Anwender von minimalen Stillstandszeiten bei maximaler Produktivität.
Die Directdrive-Werkzeugrevolver arbeiten nicht nur länger als Werkzeugrevolver mit Getriebe, sie nutzen ihre Zeit auch besser. Der Synchronmotor in der Werkzeugscheibe treibt das Tooling an und ermöglicht neben Drehzahlen von bis zu 12.000 pro Minute auch höhere Drehmomente. Möglich wird dies auch dank eines hochpräzisen Verriegelungssystems. Dessen Schlüsselelement ist eine patentierte Endlagenabfrage: Ein Schwenkmotor bringt die Werkzeugscheibe in Position. Dann verriegelt eine dreiteilige Hirth-Verzahnung die Werkzeugscheibe mikrometergenau, sodass der Kolben und die Schiebekupplung optimal positioniert sind. So wird die Prozessstabilität maximiert und die Maschine erreicht enorme Drehmomente.
Sauter liefert Werkzeugrevolver und Tooling aus einer Hand. Anwender erhalten durch das Komplettangebot verlässlichere Qualität, da alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Innen-Rundschleifen mit Komplettprogramm

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Es gibt kaum ein Werkstück, das mit den Studer Innen-Rundschleifmaschinen nicht bearbeitbar ist. Foto: Studer

Es war 1933, als die erste Innen-Rundschleifmaschine, der Typ 01, das Areal der Firma Fritz Studer verließ. 85 Jahre später präsentiert Studer mit einer Palette aus 12 Maschinen im Innen-Rundschleifen das wohl größte Portfolio weltweit.
Kptec Components aus Schorndorf (DE) ist ein Komponentenhersteller für die Werkzeugmaschinenindustrie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Spindeln, Rotoren, Spindelgehäusen, Zugstangen und Flanschteilen. Die Kernkompetenz ist das Schleifen. „Die µ-Präzision in Serie zu erreichen ist die große Herausforderung im Schleifen“, stellt Walter Wiedenhöfer, Geschäftsführer der Kptec Components, klar. Bei der Fertigung von Spindelkomponenten sind Koaxilitäten von einem Mikrometer Stand der Technik. Oftmals ist es nötig, in bis zu 400 Millimeter tiefe Bohrungen für die Spannmechanismen der Schnittstelle eine H6-Passung zu schleifen. Des Weiteren soll die Maschine möglichst wirtschaftlich fertigen. Sprich: man soll das Bauteil nur einmal in die Hand nehmen und dann möglichst komplett fertigen. Aber auch flexibel soll eine gute Maschine sein und nicht alltägliche Operationen erledigen können, wie etwa das Nutschleifen einer Spindel. Eine Maschine, die solche Anforderungen erfüllt, ist die Universal-Innenrundschleifmaschine S151. Voll ausgestattet verfügt sie über drei Innen- und eine Außenschleifspindel wie zusätzlich einem Messtaster. Kptec ließ sich von ihr überzeugen. Heute sagt Wiedenhöfer dazu: „Die Maschine ist das Beste, was wir in der Firma haben – es war absolut die richtige Entscheidung, eine Studer Maschine zu kaufen.

Sensor für die Fabrik der Zukunft

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Digitales Multimeter für IoT-Praktiker: Der Sensor SCD erfasst umgehend multiple Sensordaten – zur sofortigen Analyse von Schwachstellen und zur Beschleunigung von IoT-Projekten. Foto: Bosch-Rexroth

Sensoren sind die Sinnesorgane der Fabrik der Zukunft, die darüber erfassten Daten der Rohstoff für die kontinuierliche Prozessverbesserung und Anlageneffektivität. Wie aber lassen sich die Daten mit vertretbarem Aufwand für die vielen anstehenden IoT-Projekte erfassen? Beispielsweise mit dem Sensor SCD (Sense Connect Detect), in dessen Entwicklung das Know-how von Bosch zur Sensorfertigung sowie die Automatisierungserfahrung von Bosch Rexroth eingeflossen sind. Der SCD lässt sich einfach an der gewünschten Komponente befestigen und erfasst, visualisiert und speichert Daten schnell und ohne Programmieraufwand.
Dank Multisensortechnologie erfasst der SCD mehrere Daten simultan und überträgt sie drahtlos zur sofortigen Schwachstellenanalyse an eine App. Das breite Anwendungsfeld für dieses digitale Multimeter erstreckt sich von der Maschineninbetriebnahme über die Produktionsphase bis hin zum Servicefall und reicht von der Schock- und Stromerkennung über die Aufzeichnung von Vibrationsprofilen oder langsamen Temperaturverläufen bis hin zum Erkennen oder temporären Aufzeichnen eines Warnlampenstatus. Der kabellose und nur streichholzschachtelgroße Sensor lässt sich kurzerhand per Kabelbinder oder selbstklebend am Überwachungsobjekt anbringen, beispielsweise einem Motor, einer Pumpe oder einem Ventil. Der bestehende Produktionsprozess bleibt dadurch völlig unberührt.
Mit dem SCD können IoT-Praktiker Daten schnell und ohne Programmieraufwand erfassen, visualisieren und speichern. Sofort nach seiner Aktivierung liefert der Sensor Messwerte für Temperatur, Beschleunigung, Magnetfeld/Strom und Licht – bei Bedarf auch mit hochfrequenter Datenerfassung. Die zugehörige App ist in wenigen Minuten installiert, so dass qualitätskritische Auffälligkeiten im Produktionsbetrieb umgehend sichtbar werden. Zur weitergehenden Auswertung und Dokumentation lassen sich die Messwerte in Excel exportieren.

Letzte Aktualisierung: 26.06.2019