Spanende Bearbeitung: Interessante Produktneuheiten

In letzter Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir zeigen hier interessante neue Produkte.

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Die Stechplatte MX22-2L/R im G3051-P ist um drei Grad geneigt.
Foto: Walter

Schultern stechen ohne Limit


Mit dem Stechhalter G3051-P und den neuen MX22-2L/R-Wendeschneidplatten bringt Walter ein neues System speziell für das Stechen entlang einer Schulter auf den Markt.
Eine um drei Grad geneigte Einbaulage der Platte und neue, bauteilseitig plan ausgeführte Stechplatten (als linke und rechte Version) ermöglichen tiefes Einstechen entlang einer Schulter – ohne axiale Berührung der Planfläche durch die Stechplatte. Der Stechhalter in den neuen Schaftgrößen zwölf bis 25 Millimeter ist mit Walter Präzisionskühlung ausgeführt. Die präzisionsgeschliffenen, vierschneidigen Wendeschneidplatten gibt es mit neuer GD8- beziehungsweise VG8-Geometrie. Die VG8-Geometrie wurde speziell für die Schlichtbearbeitung hinter einem Bund entwickelt.
Durch ihren geringeren Platzbedarf ermöglichen sie enorme Materialeinsparungen in der Massenproduktion im Vergleich zu einer herkömmlichen V-Platte. Das Stechsystem G3051-P ist einsetzbar auf Langdreh- und Mehrspindel-Maschinen sowie Drehautomaten. Es erlaubt Stechtiefen bis fünf Millimeter sowie Stechbreiten von 1,5 bis drei Millimeter. Damit eignet es sich insbesondere für die Serienfertigung kleinerer Komponenten, wie zum Beispiel Nockenwellen in der Automobilindustrie, aber auch für Präzisionsteile im Medizintechnik-Bereich.

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Die Condor VC-plus ist mit der von Weiler entwickelten Touchscreen-Steuerung WTS ausgestattet. Sie lässt sich ähnlich einfach wie ein Smartphone oder Tablet bedienen.
Foto: Weiler

Für die Ausbildung geeignet


Aufgrund umfassender Sicherheitsmerkmale ist die konventionelle Präzisions-Drehmaschine Condor VC-plus von Weiler besonders gut für die Ausbildung geeignet. Sie kann mit der selbst entwickelten Touchscreen-Bedienung Weiler WTS, die im Design und Aufbau Smartphones und Tablets ähnelt, ausgestattet werden. Apps mit einer Vielzahl an Zusatzinformationen und Erklärungen helfen jungen Nachwuchskräften beim Erlernen der Steuerung.
Die Präzisions-Drehmaschine verfügt über eine Spitzenweite von 800 Millimeter und einen Umlaufdurchmesser über Bett von 360 Millimeter. Sie bietet einen Drehzahlbereich von 25 bis 4.000 Umdrehungen pro Minute. Ihre komfortable Anzeige- und Regelelektronik Weiler VC-plus erleichtert das manuelle Bedienen durch eine Reihe leicht anwählbarer Funktionen. An dem 15-Zoll-Farbbildschirm können beispielsweise konstante Schnittgeschwindigkeiten mit Drehzahlbegrenzung angewählt und Daten für bis zu 99 Werkzeuge gespeichert werden. Die Elektronikunterstützung vereinfacht zudem das Mehrfachanschlagdrehen und das Kegeldrehen.

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Die Hyperturn 65 Powermill ist besonders für die serielle Herstellung von Werkstücken beispielsweise für die Automobilindustrie, den Maschinenbau, die Befestigungstechnik aber auch für die Flugzeugindustrie interessant.
Foto: mco

Für komplexe Komplettbearbeitungen


Mit einem Spindelabstand von 1.400 Millimeter für hohe Flexibilität, einer maximalen Werkzeuglänge von 350 Millimeter und einem maximalen Werkzeuggewicht von zwölf Kilogramm für tiefere Bohrungen und größere Werkzeugköpfe sowie einem programmierbaren Miniportal für die automatische Fertigteilentladung ist die neue Hyperturn 65 Powermill von Emco eine überzeugende Fortsetzung der Hyperturn Erfolgsserie. Die leistungsstarke Gegenspindel, die auch Vier-Achsbearbeitungen ermöglicht, eine B-Achse mit Direktantrieb für komplexe Fünf-Achs-Simultan-Fräsbearbeitungen und eine zusätzliche Y-Achse für den unteren Revolver sind weitere Argumente für das Potential dieser Maschinen. Die Maschine ist im neuen Design gehalten, das funktionell wie optisch eine Aufwertung darstellt.
Die 40-, 80- oder 120-fach Werkzeugmagazine mit HSK-T63 bieten dem Anwender mehr Möglichkeiten für die komplexe Komplettbearbeitung, bei gleichzeitig geringem Rüstaufwand bei der Einzelteilfertigung und hoher Stabilität bei den Dreh- und Fräsbearbeitungen. Das integrierte Werkzeugmagazin ist innerhalb der Maschinenverkleidung aufgebaut und muss für den Transport nicht abgebaut und dann wieder aufgebaut werden. Damit erspart man sich Inbetriebnahmezeit und Transportkosten. Die frontale Anordnung ist rüstfreundlich und ergonomisch.
Eine neue Generation von Werkzeugrevolvern mit BMT-Schnittstelle und Direktantrieb bietet höhere Stabilität und Präzision. Die Leistungsdaten ähnlich einer Fräsmaschine ermöglichen die Komplettbearbeitung von Dreh-Fräswerkstücken.


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Der NAN 3 Feed ist Iscars neuer Hochvorschubfräser für einseitige, dreieckige Miniatur-Wendeschneidplatten mit einem Durchmesser von acht bis zehn Millimetern.
Foto: Iscar

Einen Zahn zugelegt


Bei Vollhartmetall-Schaftfräsern ist ein Durchmesser von acht bis zehn Millimetern eine gängige Größe. Mit dem NAN 3 Feed stellt Iscar nun eine wirtschaftliche Alternative mit Wendeschneidplatten in diesem Durchmesserbereich vor. Das neue Konzept basiert auf der NAN 3 Mill-Linie, den kleinen Neunzig-Grad-Hochvorschubfräsern, die im Rahmen von Iscars Logiq-Kampagne entwickelt worden sind.
Der Hochvorschubfräser für einseitige, dreieckige Miniatur-Wendeschneidplatten (WSP) ist nicht nur besonders klein, sondern verfügt zudem über einen Zahn mehr gegenüber den meisten WSP-Lösungen auf dem Markt. Damit läuft das Werkzeug ruhiger und die einzelnen WSP halten länger. Er wird mit einseitigen, dreieckigen FFT3 TXMT 020105T-Wendeschneidplatten mit drei Schneidkanten bestückt und besitzt eine maximale Schnitttiefe von 0,6 Millimetern.
Die Platten sind aus der PVD-beschichteten Schneidstoffsorte IC830 gefertigt und ermöglichen die effiziente Bearbeitung von Stahl, Stahlguss sowie ISO P. Ihr positiver Spanwinkel sorgt für einen weichen Schnitt und erleichtert das Schrägeintauchen. Befestigt werden die WSP mit dem Klemmsystem, das sich schon in der der NAN 3 Mill-Linie bewährt hat. Die Schraube wirkt hierbei wie ein Klemmkeil. Sie sorgt für einen sicheren und festen Sitz der WSP und verhindert, dass Teile während des Montierens herunterfallen.
Das Hauptanwendungsgebiet für diese neue Fräserlinie ist hocheffizientes Schruppen von kleinen Bauteilen, insbesondere das Fräsen von Taschen und Kavitäten im Werkzeug- und Formenbau.

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Die Tangentialfräser-Serie MEV mit drei-schneidiger Wendeschneidplatte.
Foto: Kyocera

Neuer Tangential-Eckfräser erweitert Produktportfolio


Kyocera hat sein Portfolio um die Tangentialfräser-Serie MEV erweitert und liefert mit dem neuen MFLN zudem hocheffizientes Werkzeug für die Schwerzerspanung. Damit bedient das japanische Unternehmen den hohen Bedarf an langlebigen Zerspanungswerkzeugen, die eine sehr gute Widerstandsfähigkeit und stabile Leistung unter vielfältigen Schnittbedingungen aufweisen.
Der Neunzig-Grad-Fräser MEV bietet durch die höhere Stegdicke als herkömmliche Fräser eine besonders hohe Steifigkeit. Ein weiterer Vorteil sind die geringen Schnittkräfte aufgrund des axialen Spanwinkels von maximal 17 Grad. Die fortschrittliche Fräsleistung lässt sich an der hervorragenden Oberflächengüte und der Rechtwinkligkeit des bearbeiteten Werkstücks erkennen. Außerdem zeichnet den MEV seine lange Standzeit aus, die höhere Härte und breite Kontaktfläche verbessern die Lebensdauer zusätzlich. Um die Belastung des Fräserkörpers zu verringern, wurde in der Entwicklung mit modernster Simulations- und Analysetechnologie gearbeitet.
Auch die neu entwickelten tangentialen Dreiecks-Wendeschneidplatten mit drei Schneidkanten tragen zur geringen Schnittkraft und erhöhten Werkzeughaltersteifigkeit bei. Die PR15-Serie nutzt die Megacoat Nano Beschichtungstechnologie mit ausgezeichneter Verschleiß- und Haftfestigkeit. Die hohe Leistung der Wendeschneidplatten gestaltet die Bearbeitung stabiler und mit weniger Neigung zum Rattern.

Letzte Aktualisierung: 13.02.2020