Stahlkonstruktion: „Limes Blicke“ im römisch-germanischen Grenzgebiet

Wo zu Zeiten Julius Caesars ein endloser Grenzwall mit schweren Holzpalisaden das Römische Reich vor den Germanen im Norden schützen sollte, überragen seit kurzem drei filigrane Stahlbauten die süddeutsche Hügellandschaft. Die Aussichtsplattformen geben den Blick frei auf das Unesco-Weltkulturerbe - den Limes. Dank der speziellen, frei tragenden Gitterroststufen und -podeste von Mea konnte man auf zusätzliche Tragebenen verzichten.

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So präsentieren sich die „Limes Blicke“ heute als Highlights in der Landschaft. Die Plattformen laden zum Verweilen in der umgebenden Natur ein und gewähren den Besuchern eine fantastische Aussicht. Foto: MEA

„Ein tolles Ergebnis“, freut sich Karin Thiele von Knorr & Thiele Architekten GbR, deren Büro den Architektenwettbewerb gewann. Gemeinsam ist den drei baulich aufeinander abgestimmten Aussichtsbauwerken neben der Dreiecksform die Leichtigkeit des Auftritts. Die Erschließung der erhaben angeordneten Plattformen erfolgt über Treppen, die ohne Unterkonstruktion auskommen.

Als Tragwerksplaner Gerhard Meißner von Wieland & Meißner Ingenieurgesellschaft den Entwurf auf den Tisch bekam, sah er sofort, dass die Treppenspannweiten von teilweise bis zu drei Metern eine besondere Lösung erforderten: „In der Regel muss in solch einem Stützweitenbereich mit einer zweiten Tragebene gearbeitet werden.“ Die Anfertigung einer Sekundärstruktur hätte das gewünschte Gesamtbild jedoch erheblich gestört. Er wandte sich an Mea Metal Applications. Denn das Unternehmen liefert seine Meastep XXL für Stützweiten bis zu drei Metern. Um den Belastungen ohne Unterkonstruktion gerecht zu werden, ist eine hochstabile Tragekonstruktion aus U-Profil-Stahl integriert, die weder massiv noch schwer wirkt.

Die Anfertigung der Stufen erfolgte individuell. Selbst für die Randtragelemente, die vom ausführenden Metallbaubetrieb Mabu Metallbau anzufertigen waren, erstellte Mea Detailzeichnungen. Insgesamt 124,5 laufende Meter Gitterroststufen erschließen die Podeste.

Als sich beim Aufbau des ersten Turmes zeigte, dass der für die Montagearbeiten benötigte Autokran nur schwer auf den teilweise unbefestigten und matschigen Waldwegen zum Montageort fahren konnte, kam ein weiterer Vorteil der MEA-Elemente zum Tragen: Die kompletten Podest-Konstruktionen wurden am Boden zusammengeschraubt; aus insgesamt 65, zwischen 1,5 und drei Meter breiten Stufen aus feuerverzinktem Stahl mit Rutschhemmung und doppelt gelochter Sicherheitsantrittskante plus seitlichen Einfassungen aus Flacheisen.
Dann konnte man sie jeweils mit einem Hub auf die Stahl-Fachwerkkonstruktion aufsetzen.

Letzte Aktualisierung: 19.07.2017