Türbänder: „Der Metallbauer soll sich auf uns verlassen können“

Das relativ kleine Bauteil Türband hat einen erheblichen Einfluss auf die Funktion der Tür. Wie der Marktführer Dr. Hahn mit Digitalisierung umgeht, welche Hilfen er für den Metallbauer bietet und was der Handwerker davon hat, verrät Gesamtvertriebsleiter Igor Obradović.

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„Unser Wunsch ist es, vom Metallhandwerk auch künftig als Innovationsführer wahrgenommen zu werden“, sagt Igor Obradović im Gespräch mit M&T-Redakteurin Yvonne Schneider. Fotos: M&T

Was sind die Herausforderungen, vor denen Ihr Unternehmen derzeit steht?
Auch, wenn man es nicht mehr hören mag: Digitalisierung. Die Erstellung und Bereitstellung von Daten ist unseres Erachtens essenziell. Nur so gelingt es, die internen Prozesse zu verschlanken und auch mit dem Baubeschlaghandel in automatisierte Abläufe einzusteigen. Auch der Metallbauer soll sich bei dem Thema auf unsere Unterstützung verlassen können.

Wie begegnen Sie diesen?
Schon heute stehen unsere Produktdaten in verschiedenen Verarbeitersoftwares bereit. Das Katalogprogramm ist für sämtliche Geschäftsprozesse, einschließlich Vermarktung über Web-Shops, auf Abruf verfügbar. Für die Nutzung im BIM-Prozess (Building Information Modelling) sind wir zu 90 Prozent mit den Standardprodukten komplett.

Welche Produkte bieten Sie dem Metallbauer?
Vor einigen Jahren haben wir uns auf unsere Kernkompetenz Bänder für Türen konzentriert. Der Metallbauer erhält von Dr. Hahn Aufschraubbänder, Rollenbänder, Klemmbänder oder verdeckt liegende Bänder (VL-Bänder). Wir dürfen mit Stolz sagen, dass wir dem Markt das wohl umfangreichste Angebot an rollenband-ähnlichen Konstruktionen liefern.

Warum entscheiden sich Metallbauer für Ihre Produkte?
Hahn-Bänder sind in der Anwendung sowohl in der Werkstatt als auch auf der Baustelle äußerst komfortabel. Die Bänder erfüllen über viele Jahrzehnte ihre volle Funktion. Gerade gestern bekamen wir eine Anfrage nach einem Ersatzteil für eine Bandserie, die seit Anfang 1980 nicht mehr vertrieben wird. Das Band der Serie 50 bewegt den Flügel seit nunmehr 40 Jahren.

„Der Handwerker bekommt alles an Unterstützung, was vorstellbar ist.“
Igor Obradović, Vertriebsleiter Dr. Hahn


Welches ist Ihr Lieblings-Produkt und warum?
Mein ganz persönliches Lieblingsprodukt ist das „VL-Band 180°“. Ich finde die Kinematik des Bandes geradezu genial. Hinzu kommt, dass es komplett vormontiert geliefert wird und die Verarbeitung immer noch recht schnell und einfach ist. Aber auch die neueste Entwicklung, das Rollenband AT, gefällt mir sehr, da es, obwohl immer systemangepasst, mit wenigen Änderungen für einen breiten Einsatz in der Systemlandschaft nutzbar ist.

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„Hahn-Bänder sind von je her langlebig, weil ausgewählte Materialien verwendet werden. Die Bänder erfüllen über viele Jahrzehnte ihre volle Funktion“, verspricht Gesamtvertriebsleiter Igor Obradović.

Wer berät bei Ihnen die Metallbauer zu den passenden Produkten?
Erste Ansprechpartner für die deutschen Metallbauer sind unsere sechs Fachberater im Außendienst. Bei Anfragen zu technischen Bedingungen bestimmter Türenbausituationen oder auch Einbauzeichnungen beschäftigen wir in der Anwendungstechnik sieben Kolleginnen und Kollegen. Für Fragen nach digitalen Datensätzen oder Abstimmung von Kommunikationsmaßnahmen on- und offline haben wir vier Fachleute in unserer Marketing-Abteilung betraut. Hinzu kommen noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkaufsinnendienst, die bei allen Fragen rund um die Bestellung ein breit gefächertes Fachwissen in der telefonischen Kundenberatung einbringen.

Welche Hilfen bieten Sie dem Handwerker?
Im Grunde bekommt der Handwerker alles an Unterstützung, was vorstellbar ist: Schulungen vor Ort in der Werkstatt, Einweisungen in unserem neuen Technikum, Dokumente im Downloadbereich unserer Website oder Einbauanleitungen über mobile Devices aufrufbar. Der Blick in das Kundenportal unserer Homepage zeigt eine Vielzahl an Tools, die dem Handwerker die Arbeit erleichtern.

Was hat sich am Standort Mönchengladbach in den letzten Monaten geändert?
In Mönchengladbach-Wickrath, wo die Weiterverarbeitung der in Erkelenz gefertigten Bandteile erfolgt, haben wir zum Jahresende die wohl umfangreichste Umstrukturierung der Unternehmensgeschichte vorgenommen. Im Grunde steht keine Anlage mehr an dem Ort, wo sie war. Wir haben die Abläufe komplett digitalisiert und so viele Prozesse anders gestaltet. Dabei lag ein Augenmerk darauf, die Lieferzeiten verlässlich zu gestalten. Es genügt heute nicht mehr dem Händler mitzuteilen, wann die Ware das Werk verlässt, sondern der Besteller möchte wissen, wann die Ware bei ihm eintrifft. Diese Aussage treffen zu können ist weit komplexer, als man vielleicht meint und machte die Neugestaltung zwingend erforderlich. Leider ist diese Aufgabe nicht ohne Schmerzen erfolgt. Wir sind jetzt dabei, die versäumten Lieferzeiten aufzuholen.

Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen, vor denen der Metallbauer jetzt und in Zukunft steht?
Hier schließt sich der Kreis wieder zur Eingangsfrage. Wir sind fest davon überzeugt, dass der Metallbauer, ganz gleich welcher Unternehmensgröße, sich dem digitalen Wandel stellen muss. Innerbetriebliche Abläufe, die heute noch auf Zuruf organisiert sind, werden IT-basiert strukturiert. Das Thema BIM wird unweigerlich viel mehr Kapazitäten einnehmen, als man sich vorstellen kann. Es wird allgemein erwartet, dass auch der private Bau in naher Zukunft durch BIM-Software geplant, kalkuliert und realisiert werden wird. Aber damit geht auch eine Chance einher: Die Teilnahme an Ausschreibungen wird mit dem in BIM verfügbaren Datenmaterial deutlich einfacher, als es heute der Fall ist.

Sie sind seit Jahren Förderer und Partner des Deutschen Metallbaupreises. Was bedeutet Ihnen dieses Engagement?
Aus unserer täglichen Arbeit kennen wir eine Vielzahl von hervorragend umgesetzten Projekten. Viel zu häufig werden diese Arbeiten, nachdem sie fertiggestellt worden sind, nicht weiter ausgelobt. Der Deutsche Metallbaupreis ist eine ausgezeichnete Plattform, um die Leistung des Metall- und Türenbauers ins rechte Licht zu rücken. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass die Metallbauer diese Chance nutzen können.

Warum empfehlen Sie Metallbauern, sich zu bewerben?
Bei entsprechender Leistung erhält der Türenbauer eine Auszeichnung, die er extern als Referenz nutzen kann, die aber, und das ist mindestens ebenso bedeutsam, auch eine hohe Wirkung nach innen, auf die eigenen Leute hat. Es entsteht ein kollektiver Stolz auf die erbrachte Leistung, die von unabhängigen Experten honoriert wurde.

Welchen Einfluss hat die Jurymitgliedschaft des Wettbewerbs auf Ihre tägliche Arbeit?
Zunächst ist der Prozess der Entscheidungsfindung in der Jury-Sitzung absolut basisdemokratisch. Jedes Jurymitglied bringt sein spezifisches Fachwissen ein oder bewertet die Arbeiten als potenzieller Auftraggeber. Die teilweise herausragenden Arbeiten, von hoher handwerklicher Fertigkeit zeigen uns, dass es richtig ist, auch die höchsten Ansprüche an die eigenen Bänder zu stellen. Denn nur im Zusammenspiel von hochwertigen Einzelteilen entstehen hochwertige Lösungen.

Wie möchten Sie in Zukunft vom Metallhandwerk gesehen werden?
Unser Wunsch ist es, vom Metallhandwerk und Türenbauer auch künftig als Innovationsführer der Branche wahrgenommen zu werden. Daran arbeiten wir jeden Tag mit Leidenschaft und Enthusiasmus. Das ist dann unser ganz persönlicher Metallbaupreis.

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Wieder bei Dr. Hahn
Betriebswirt (FH) Igor Obradović (44) ist nach einem kurzen Intermezzo als Vertriebsleiter in der Automobilzu­lie­fer-Industrie, wieder bei Dr. Hahn eingestiegen, wo er bereits zwischen 2012 und 2015 als Gebietsverkaufsleiter Osteuropa, Asien und Middle East tätig war. Er leitet seit dem 1. November 2018 den Gesamtvertrieb des weltweit tätigen Spezialisten für Türbänder.



Letzte Aktualisierung: 07.03.2019