Türen/Tore: „Wir unterstützen unsere Partner bestmöglich!“

Der Tür- und Torhersteller Hörmann optimiert und ergänzt seine Produktlösungen laufend. M&T sprach mit Axel Becker, Geschäftsleitung Vertrieb/Marketing International über die Chancen für den Metallbauer und sein Geschäft.

Axel Becker und Yvonne Schneider
„Alle Aluminiumhaustüren verfügen serienmäßig über eine RC-3-Ausstattung“, erläutert Axel Becker. Fotos: M&T

Sie haben Ende 2016 die Mehrheitsanteile am italienischen Unternehmen Pilomat und Anfang diesen Jahres die Hermann Automation GmbH übernommen. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesen Übernahmen?
Für uns bedeuten beide Übernahmen einen Einstieg in den Aufbau eines neuen Geschäftsbereiches. Wir erweitern unser bestehendes Produktprogramm um Zufahrtskontrollsysteme, die für die Gebäude-, Grundstückssicherheit und Zutrittskontrolle eingesetzt werden. Beide Unternehmen bleiben eigenständig und wir nehmen viele der Produkte in den Hörmann-Vertrieb auf.

Welches sind gegenwärtig Ihre Verkaufsschlager in Deutschland?
Besonders gefragt sind derzeit alle Produkte, die im Logistikbereich zum Einsatz kommen. Dabei erkennen wir einen klaren Zusammenhang zur steigenden Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, beispielsweise durch den wachsenden Online-Handel. Für die zahlreichen Neubau- und Erweiterungsprojekte von Logistikgebäuden können wir alle Komponenten von der Verladetechnik über die passende Torlösung bis hin zu den Objekttüren für Logistikgebäude anbieten. Das wird sehr gut angenommen, denn es ist natürlich von Vorteil für die Baubeteiligten, alles aus einer Hand zu erhalten.
Derzeit freuen wir uns auch über die tollen Wachstumsraten bei den Vario-Fix Zargen. Die Stahlfutterzarge mit Maulweitenverstellung wird sehr gut vom Markt angenommen. Stimmen aus der Praxis bescheinigen uns immer wieder ihre einfache und schnelle Montage, die flexiblen Einsatzmöglichkeiten und die geringe Lagerbindung. Und genau das war auch unsere Absicht, als in unserem Zargenwerk die Vario-Fix entwickelt wurde und wir sie vor zwei Jahren auf den Markt brachten.
Im privaten Wohnungsbau verzeichnen wir eine steigende Nachfrage nach Haustüren. Vor allem mit einer hohen Sicherheitsausstattung. Dem können wir zum Beispiel mit unserem Aluminium-Haustüren-Programm Rechnung tragen. Alle Aluminium-Haustüren verfügen nämlich serienmäßig über eine RC-3-Ausstattung.

Wie reagiert der Markt auf die serienmäßige RC-3-Ausstattung?
Sehr positiv – unsere Händler spiegeln uns das auch aus den Verkaufsgesprächen wider. Die Endverbraucher fragen danach und sind natürlich erfreut, wenn sie eine serienmäßige RC-3-Ausstattung ohne Aufpreis erhalten. Unseres Wissens nach, sind wir bislang auch der einzige Hersteller am Markt, der das so anbietet.

An welchen Standorten werden Sie in nächster Zeit investieren?
Die Produktneuheiten, die wir auf der Messe Bau 2019 zeigen, werfen bereits ihre Schatten voraus. Wir investieren unter anderem in unseren deutschen Werken für Garagen- und Industrietore. Außerdem – gerade in Anbetracht der steigenden Nachfrage nach Produkten für Logistik- und Industriegebäude – investieren wir in unsere Werke in Alkmaar (NL) und Legnica (PL), die Verladetechnik produzieren. Der Neubau für unsere Vertriebs-Niederlassung München ist fast abgeschlossen. Zu Ende April ist der Umzug geplant.

Axel Becker im Gespräch mit M&T-Redakteurin Yvonne Schneider
„Wir erweitern unser bestehendes Produktprogramm um Zufahrtskontrollsysteme, die für die Gebäude-, Grundstückssicherheit und Zutrittskontrolle eingesetzt werden,“ Axel Becker im Gespräch mit M&T-Redakteurin Yvonne Schneider.

Was fehlt aus Ihrer Sicht noch im Portfolio der Hörmann Gruppe?
Da wir das Geschäftsfeld für Zufahrtskontrollsysteme neu aufbauen, könnten weitere Produkte wie Hofschiebetore das bestehende Programm noch gut ergänzen.

Die Einbruchsicherheit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wie schützen Sie Ihre elektronischen Komponenten vor unbefugtem Eingriff?
Wir nutzen zur Bedienung von Toren und Türen die patentierte Funktechnologie BiSecur und haben damit ein sehr sicheres System auf dem Markt. Das wurde uns vor Kurzem auch noch einmal von einem Testlabor für Web-, Software- und Hardware-Produkte bestätigt. Dennoch wurde uns eine Nachbesserung empfohlen, die wir für eine noch bessere Sicherheit direkt umgesetzt haben. Jeder Sender verfügt nun über eine individuelle Verschlüsselung und außerdem ist kein Rückschluss zwischen den Sicherheitsschlüsseln und Sendern möglich.

Sprachgesteuerte Apps erfüllen immer mehr Funktionen auf Zuruf. Amazons „Alexa“ öffnet heute schon Rollläden und regelt Heizungen. Was bedeutet das für die Steuerung Ihrer Produkte?
Da gibt es bei unseren Produkten gewiss einige Ansatzpunkte – schließlich lassen sich Tore, Türen und externe Geräte mittels Steckdosenempfänger bereits mit dem Smartphone über unsere BiSecur-App von überall auf der Welt bedienen. Zur Bau 2019 stellen wir neue Produktlösungen vor, bei denen auch das Thema Sprachsteuerung eine Rolle spielt. Mehr kann ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

In der Sensortechnik gibt es Entwicklungen, die zum Beispiel die CO2-Konzentration in der Garage messen und je nach Wert dann das Garagentor zum Lüften öffnen. Welche Chancen sehen Sie für Ihr Unternehmen in diesem Bereich?
Unsere Produktentwicklungen in diesem Bereich beschäftigen sich weniger mit der CO2-Konzentration in Garagen, sondern eher mit einer generellen Lüftungsfunktion. Damit die Garage immer optimal belüftet wird, ohne dabei das Tor komplett oder teilweise öffnen zu müssen, kann nur die oberste Lamelle abgeklappt werden. Das ist entweder manuell einstellbar oder aber mithilfe eines Klimasensors, der die Luftfeuchtigkeit misst, automatisch möglich.

Sie bieten seit einer Weile das Schnelllieferprogramm für Garagen-Sektionaltore an. Wie kommt es im Markt an?
Positiv – es geht uns dabei aber nicht nur um den deutschen Markt. Die Produkte müssen ab Werk sowieso keine extremen Strecken bis zum Hörmann-Partner zurücklegen. Im Exportgeschäft sieht das aber schon anders aus. Dementsprechend verzeichnen wir auch eine große Nachfrage.

Welche Marktchancen entstehen für Metallbauer aus diesem Programm?
Unseren Partnern gibt das zusätzliche Planungssicherheit. Sie können flexibel und kurzfristig Liefertermine bei ihren Kunden einhalten, da neunzig Prozent der kommissionsbezogenen Garagen-Sectionaltore, Seiten-Sectionaltore und Nebentüren innerhalb von 11 bis 16 Arbeitstagen lieferbar sind.

Axel Becker
Wir nutzen zur Bedienung vonToren und Türen die patentierte Funktechnologie BiSecur und haben damit ein sehr sicheres System auf dem Markt“, verspricht Axel Becker

Welche neuen Serviceleistungen bieten Sie dem Metallbauer?
Dabei kann ich den Ball „Sofort-Programm“ direkt wieder aufnehmen. Ganz neu verfügbar sind nämlich unsere Sofort-Programme für Objekttüren und Schiebetore. Innerhalb von 15 Arbeitstagen sind diverse Ausführungen von Multifunktionstüren, Aluminium- und Stahl-Rohrrahmenelemente sowie Feuerschutz-Schiebetore für unsere Partner erhältlich. Metallbauer können also auch kurzfristig diese Bauelemente auf die Baustelle geliefert bekommen und flexibel beispielsweise auf Verzögerungen bei vorausgegangenen Arbeiten reagieren.
Außerdem ist seit vergangenem Jahr eine neue Version des Angebots- und Auftragssystems (iHAAS) verfügbar, mit der Zeit im Tagesgeschäft gespart, Lieferzeiten verkürzt und Fehlbestellungen vermieden werden können. Metallbauer, die ja oft Kunden unserer Hörmann-Partner sind, können neuerdings auch an das System angebunden werden und die Vorteile rund um die Uhr nutzen.
Nach wie vor wollen wir aber mit unseren Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten unsere Partner bestmöglich unterstützen – schließlich arbeiten sie tagtäglich mit unseren Bauelementen. In Steinhagen, an unserem Unternehmenssitz, haben wir deswegen ein neues Montagezentrum errichtet, in dem Metallbauer praxisnahe Montagetrainings für die gesamte Produktpalette durchführen können. Das ist ein sehr wichtiger Baustein in unserem gesamten Seminarprogramm, das aber auch theoretische Weiterbildungsmöglichkeiten umfasst.

++ Zukauf Programm ++
Erschließung neuer Geschäftsbereiche
Sowohl das italienische Unternehmen Pilomat als auch das in Mengerskirchen in Hessen ansässige Unternehmen Hermann Automation sind auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Zufahrtskontrollsystemen spezialisiert. Pilomat fertigt Hochsicherheitspoller und Barrieren zum Schutz vor unbefugtem Befahren von öffentlichen und privaten Flächen durch Pkw oder Lkw. Zum Produktprogramm von Hermann Automation gehören Schranken und Schrankenanlagen, Parkraumbewirtschaftungssysteme wie Kassenautomaten sowie Systeme zur Fahrzeugerfassung.