Wettbewerb: Sägen in großen Dimensionen

Zu den interessanten Bewerbungen um den Feinwerkmechanikpreis der letzten Jahre gehört die überdimensionale Sägeanlage, die die Firma Weisser-Bärwinkel aus dem baden-württembergischen Maulburg eingereicht hatte.

metallische Werkstücke
Die riesige Bandsäge dient zum Zerteilen großer metallischer Werkstücke. Fotos: Weisser-Bärwinkel

Der Sondermaschinenbauer Weisser-Bärwinkel aus Maulburg ist Spezialist für innovative und ungewöhnliche Sägelösungen. Für einen Kunden des Unternehmens ging es darum eine Säge zum automatischen Trennen von großen, metallischen Teilen zu entwickeln und herzustellen.
Gesucht wurde eine Lösung zum Zerkleinern von Großkomponenten (Gehäuse, Behälter, etc.) in handelbare, maximal 400 Kilogramm schwere Stücke und mit maximalen Abmessungen zum Transport in Gitterboxen.
Eine Sägeanlage zum Trennen von Bauteilen in dieser Größe war am Markt nicht verfügbar. Die zu trennenden Bauteile sind sowohl aus ferritischen wie austenitischen und hochfesten Werkstoffen. Die Wanddicken der Werkstücke sind sehr unterschiedlich. Die Entwicklung und Herstellung der Anlage war eine große Herausforderung mit relativ hohen kaufmännischen und technischen Risiken, die der mittelständische Sondermaschinenbauer aber mit dem Bewusstsein um sein Know-how und seine Leistungsstärke anging und bewältigte. Auch war die Riesensäge durchaus ein Referenzobjekt mit dem man sich als potentieller Anbieter in diesem speziellen Marktsegment positionieren konnte.

Viele innovative Detaillösungen

Sägeanlage
Der Schnittbereich der Sägeanlage beträgt maximal 4,10 Meter mal 4,20 Meter.

Als Lösung für das Kundenproblem wurde eine Portalsäge auf einem verfahrbaren Schienensystem entwickelt. Der Schnittbereich beträgt maximal 4,10 Meter mal 4,20 Meter. Es handelt sich um eine sehr stabile, verwindungssteife Ausführung zur Verhinderung von Vibrationen und Schwingungen. Zwei synchronisierte Sägeschlitten werden über Servomotoren mit Kugelumlaufspindeln angetrieben und haben eine Vorschubgeschwindigkeit von null bis 400 Millimeter pro Minute. Die Servomotoren sind jeweils mit Zweifach-Bremse und Absturzsicherung ausgestattet.
Der Sägeantrieb erfolgt mittels Reibrädern, die über einen Getriebemotor angetrieben werden. Die Bandgeschwindigkeit liegt zwischen sieben und 35 Meter pro Minute. Es wird für eine verstellbare konstante hydraulische Sägebandspannung gesorgt. Eine Minimalmengenschmierung wirkt an der Bandführung und an den Sägezähnen.

Wettbewerb

Die Gesamtabmessungen der Anlage betragen 6.000 Millimeter (Länge) mal 8.300 Millimeter (Breite) mal 8.600 Millimeter (Höhe) und das Gesamtgewicht liegt inklusive Zubehör bei etwa 65 Tonnen.
Ein wichtiger Teil der Anlage ist eine Kippvorrichtung mit Aufnahmeprismen zum Halten und Schwenken der abzuschneidenden Teile für ein Werkzeuggewicht von bis zu 25 Tonnen. Arbeitstische dienen der Aufnahme der Werkstücke, Beistelltische und Beistellprismen zum Fixieren der Werkstücke. Ein SPS-Steuerung mit Überwachungsfunktionen sorgt für einen reibungslosen automatischen Betrieb der Anlage. Der Unterbau zur Aufnahme aller schienengeführten Baugruppen wird am Aufstellort fest montiert.

Bewerben Sie sich!

Am 1. Januar 2018 begann die Bewerbungsfrist für den Feinwerkmechanikpreis 2018, die bis 31. Mai 2018 läuft. Alle entsprechenden Informationen und den Bewerbungsbogen finden Sie unter www.feinwerkmechanikpreis.de . Schicken Sie uns Ihre besten Projekte.
Der Preis wird am 26. Oktober 2018 im Rahmen des Feinwerkmechanik-Kongresses in Würzburg verliehen. Die Teilnehmer erwartet wieder ein informatives Programm in einer attraktiven Umgebung.
Weitere Informationen über Gewinnerprojekte bekommen Sie im Film in unserem Videoportal unter www.metallbauTV.de .


Letzte Aktualisierung: 22.03.2018