Zaunbauarbeiten: In die ATV DIN 18320 aufgenommen

Mit der Überarbeitung der ATV DIN 18320 Landschaftsbauarbeiten in der VOB Teil C hat sich für die Zaunbauer einiges geändert. Erstmals sind Zaunbauarbeiten in die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen aufgenommen, wie die Gütegemeinschaft Metallzauntechnik e.V. mitteilt.

Zaunbauarbeiten, VOB, Metallzäune
Zaunbauarbeiten wurden jetzt in die ATV DIN 18320 aufgenommen. Foto: FRW

Mit der Aufnahme werden bei Verträgen, denen die VOB zugrunde liegt, sowohl für den Auftraggeber als auch für den Auftragnehmer die technischen Vertragsbestimmungen eindeutig definiert.
Bezeichnungen wie Stand-, Bespannungs-, Pfostenhöhe oder Bodenfreiheit waren bisher in der Zaunbaubranche gebräuchlich aber nie eindeutig definiert. Alle Fachbegriffe sind jetzt durch im Anhang der ATV DIN 18320 hinterlegte Zeichnungen eindeutig beschrieben und lassen keinen Interpretationsspielraum mehr. Auch Tor- und Türanlagen im Außenbereich sind erfasst. Somit ist die Bedeutung der lichten Weite, der Öffnungsbreite oder der Gesamtbreite bei Toren oder Türen anschaulich bestimmt. Unstimmigkeiten zwischen dem ausschreibenden Unternehmen und dem ausführenden Betrieb werden vermieden.

In der Leistungsbeschreibung sind für Metallzäune die Anforderungen an die Bespannung hinsichtlich der Maschenweite und der Drahtstärke zu beschreiben. Für Pfosten müssen zum Beispiel der Querschnitt, Wanddicken, Halterungen und Befestigungen definiert werden. Bei Holzzäunen werden neben Angaben zur Holzart, zur Bearbeitung der Oberfläche sowie zum Holzschutz Informationen zur Anzahl der Riegel und zum Abstand der Latten gefordert. Zäune in kombinierter Bauweise sind entsprechend zu beschreiben. Ebenso müssen Vorgaben für Fundamente und Pfosten sowie Angaben zur Anzahl, Art und Ausbildung von Ecken im Zaunverlauf gemacht werden. Gegebenenfalls sind für Ballfangzäune auch statische Werte anzugeben.

Maßabweichungen nun definiert

Um die Qualität der Ausführuntoreg zu sichern, können die relevanten Normen herangezogen werden. Wer sich auf die Normen bezieht, wendet die DIN EN 1991-1-4 Eurocode 1 für Windlasten, die DIN EN 206-1 für die Anforderungen an Herstellung, Eigenschaften und Konformität von Beton und die DIN EN 13241-1 für Produkteigenschaften von Toren an.
Bisher gab es bei der Ausführung von Zaunarbeiten keine definierten Maßangaben wie beispielsweise zu Fluchtabweichungen bei Pfosten. Ebenso fehlte eine klare Regelung, ab welcher Höhe ein Zaun mit einem Übersteigschutz versehen werden darf. Auch dieses oft sehr strittige Thema ist jetzt eindeutig definiert.

Spitzen bis zu 180 Zentimeter unzulässig

Zaunanlagen nach VOB in öffentlich zugänglichen Bereichen dürfen bis zu einer Standhöhe von 180 Zentimeter keine spitzen oder scharfkantigen Überstände an der Bespannung, Belattung oder an den Pfosten aufweisen oder mit einem Übersteigschutz versehen sein.

Es sind beispielsweise nach den Unfallverhütungsvorschriften für Schulen, GUV-V S1 und für Kindertagesstätten, GUV-V S2, Spitzen, scharfe Grate oder überstehende Teile sowohl an der Zaunober- als auch an der Zaununterkante unzulässig.

Zudem werden eindeutige Regelungen fixiert, welche Leistungen im Einheitspreis für eine Zaunanlage enthalten sind und welche nicht. So wurde beispielsweise speziell die Ausführung von Höhenabsätzen definiert (Punkt 4.2.18). Danach sind Höhenabsätze bis zu zehn Zentimeter je Pfosten im Zaunverlauf als Nebenleistung anzusehen und werden nicht gesondert vergütet.

Andererseits sind zusätzliche Pfosten aufgrund von Unterbrechungen, Richtungsänderungen oder topografischen Gegebenheiten zu beschrieben, da diese Leistungen auch gesondert abgerechnet werden sollen (Punkt 4.2.17).

Letzte Aktualisierung: 08.07.2019