Das Jahr 2026 hat gerade erst begonnen, doch der Wandel in der Industrie beschleunigt sich bereits. Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Förderung von Talenten stehen ganz oben auf der Agenda der Fertigungsindustrie und verändern die Arbeitsweise sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Vor diesem Hintergrund blickt Helen Blomqvist, Präsidentin von Sandvik Coromant, auf die mehr als 80-jährige Marktführerschaft des Unternehmens im Bereich der Zerspanungswerkzeuge zurück und analysiert die Kräfte, die die kommenden Jahre prägen werden.
Die heutige Position von Sandvik Coromant als weltweit führender Anbieter von Zerspanungswerkzeugen und Fertigungslösungen ist laut Blomqvist in der eigenen Unternehmensgeschichte verwurzelt und zugleich stark zukunftsorientiert. Im Zeitalter globaler Transformation will Sandvik seine Kunden aktiv dabei unterstützen, Veränderungen zu meistern und neue Chancen zu nutzen.
Zukunft auf der Unternehmens-
geschichte aufbauen
In einer sich wandelnden Welt erfordert Führungsstärke laut Blomqvist eine klare Ausrichtung, ohne dabei die eigenen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Selbst mit einer starken Marke und einer stolzen Geschichte dürfe sich das Unternehmen nicht zurücklehnen. Sandvik müsse heute für Wachstum und Effizienz sorgen und gleichzeitig die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln, um auch morgen noch der unangefochtene Marktführer zu sein.
Ein wichtiger Bestandteil dieses Ansatzes ist der Aufbau einer Lernkultur. Dafür seien psychologische Sicherheit und Neugier unerlässlich, ebenso wie ein Umfeld, in dem Menschen sich trauen, neue Ideen auszuprobieren. Das Herzstück der Strategieumsetzung sind leistungsstarke und kompetente Teams, die sich durch eine starke Kundenorientierung auszeichnen. Denn um Dinge voranzubringen, sei eine Kombination aus der Überwindung jeglicher Angst vor einem Scheitern, Neugier und einer starken Kundenorientierung unerlässlich.
Eine Branche im Umbruch
„Die Fertigungsindustrie durchläuft derzeit einen rasanten technologischen Wandel“, beschreibt Helen Blomqvist die Lage. Es sei jedoch wichtig, diesen Wandel als Chance und nicht als Belastung zu betrachten. Während sich die Branche in einem großen Wandel befinde, befänden sich die Kunden in unterschiedlichen Phasen dieser Entwicklung. Zu den bestimmenden Trends zählen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, stark steigender Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette und Fachkräftemangel.
Dies zeige sich besonders deutlich in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt. Dort wird das Wachstum durch die Nachfrage nach Leichtbaukonstruktionen, Triebwerken der nächsten Generation sowie einer verbesserten Treibstoffeffizienz angetrieben. Solche Anforderungen beschleunigen den Einsatz fortschrittlicher Werkstoffe wie Titan und hitzebeständiger Superlegierungen und zwingen die Hersteller dazu, in komplexere Bearbeitungstechnologien zu investieren.
Marktprognosen, wie sie beispielsweise Deloitte in 2026 Aerospace and Defense Industry Outlook erstellt hat, deuten auf eine neue Wachstumsphase hin. Demnach werde wohl die weltweite Flugzeugproduktion aufgrund der Erholung der Passagierzahlen, der Intensivierung der Flottenmodernisierung und der Abarbeitung langjähriger Auftragsrückstände anziehen. Gleichzeitig würden Verteidigungs- und Raumfahrtprogramme weiter ausgebaut, was zu einer anhaltenden Nachfrage nach Hochleistungswerkstoffen und präzisionsgefertigten Komponenten führe. All diese Entwicklungen treiben laut Firmenchefin Blomqvist einen der stärksten Produktionszyklen voran, den die Luft- und Raumfahrtbranche seit über zehn Jahren erlebt habe.
KI als strategischer Treiber für Menschen und Produktion
Künstliche Intelligenz entwickle sich zunehmend von einem Experimentierfeld zu einem unverzichtbaren Werkzeug. In der gesamten Branche werde KI bereits in Betriebsabläufe, Lieferketten, Beschaffungsprozesse und Qualitätskontrollen integriert.
Sandvik Coromant habe dieses Potenzial bereits vor mehreren Jahren erkannt und verfüge über ein spezielles KI-Team, das sich darauf konzentriere, das Beste aus dieser Technologie herauszuholen.
KI habe sich vom Hype zu einem zentralen Werkzeug für die Fertigung entwickelt, dessen Anwendung sich auf wichtige Bereiche wie die Lieferkette, die Beschaffung und die Qualitätskontrolle ausdehne. In Zukunft werden KI-Systeme vollständig in den Betrieb intelligenter Fabriken integriert sein. Maschinen würden dann in Echtzeit lernen und sich anpassen, Produktionsparameter intelligent optimieren, Ausschuss reduzieren und Wartungsarbeiten proaktiv planen.
Fazit: Kunden erwarten wertschöpfende Lösungen
Kunden erwarten laut Sandvik-Chefin Blomqvist bereits heute mehr als nur Produkte. Sie suchten nach wertschöpfenden Lösungen, die durch strategische Partnerschaften, digitale Innovationen sowie ein gemeinsames Engagement für nachhaltige Fertigung bereitgestellt werden.
Sandvik Coromant sieht die Firmenchefin Helen Blomqvist für die Zukunft gut aufgestellt: „Wir verbinden heutige Leistungsfähigkeit mit Transformation für die Zukunft und fungieren sowohl als Partner in Branchenfragen als auch als bevorzugter Arbeitgeber. Der Schlüssel zu unserem Erfolg ist unser Engagement für Lernen, Innovation und starke Teams.“
