Eine Gruppe von fünf Männern in traditioneller und formeller Kleidung steht vor einem industriellen Fensterrahmen in einer Produktionshalle.
Geschäftsführung und die drei Institutsleiter haben in den vergangenen 20 Jahren das Institut gemeinsam mit den Beschäftigten nach eigener Aussage „zu einer international renommierten Institution entwickelt“ (v.l.): Professor Ulrich Sieberath, Professor Jörn Peter Lass, Professor Dr.-Ing. Winfried Heusler, Michael Breckl-Stock und Dr. Jochen Peichl. (Quelle: Ift Rosenheim)

60 Jahre IFT-Rosenheim 2026-02-19T12:48:57.178Z Mit Wissen und Erfahrung in die Zukunft

60 Jahre ift Rosenheim stehen für kompetente Dienstleistungen sowie das Vertrauen der Branche. Gleichzeitig ist es auch eine erfolgreiche Reise durch die technologische Entwicklung der Fenster-, Fassaden und Bautechnik. Das Institut für Fenstertechnik e.V. wurde am 10. März 1966 gegründet, um die Qualität von Holzfenstern durch Forschung, Prüfung und Zertifizierung zu verbessern. Es startete mit vier Personen und einem Haushalt von 103.400 DM. In den folgenden 60 Jahren sind viele neue Produkte, Materialien, Technologien und Aufgabengebiete hinzugekommen. Damit ist das ift Rosenheim nicht mehr nur ein Fensterinstitut, sondern ein modernes und leistungsfähiges Institut für Bauelemente und Baustoffe. Aus einer Hand werden Hersteller, Dienstleister, Planer und die öffentliche Hand mit den notwendigen Dienstleistungen unterstützt – in Deutschland, Europa und mit internationalen Netzwerkpartnern über die Grenzen Europas hinaus. Doch was nutzt die Vergangenheit, wenn die Stärke für die Zukunft nicht gegeben ist? Deshalb investiert das ift Rosenheim laufend in Technik, IT und Personal gemäß dem Motto „Mit Wissen und Erfahrung in die Zukunft!“.

1966 – das war die Zeit der Beatles, der ersten Sonde auf dem Mond sowie des Starts von Raumschiff Enterprise (Star Trek), aber auch der Gründung des Instituts für Fenstertechnik e.V., initiiert durch den Arbeitskreis Holzfenster. Institutsleiter Oberbaurat Erich Seifert und die Ingenieure Josef Schmid und Hans H. Froelich haben als Experten losgelegt und über viele Jahre das Institut und die Branche nach vorne gebracht.

Ein Arbeiter in Schutzkleidung überwacht eine Fassadenprüfung in einer Industriehalle. Ein großer Ventilator wird verwendet, um die Fassade zu testen.
Errichtung des Schall- und Fassadenlabors, hier eine Windprüfung mit „Air-Boat-Motor“ nach amerikanischen Normen. (Quelle: ift Rosenheim)

Schon 1967 wurden Empfehlungen für die Ausschreibung von Holzfenstern sowie Beanspruchungsgruppen für die Schlagregensicherheit und Verglasung von Fenstern erstellt.

Bereits 1968 wurde das erste große Forschungsprojekt „Schäden an Holzfenstern“ abgeschlossen. Aus den vier Angestellten der ersten Stunde sind nun 230 Mitarbeiter geworden, die kompetent und engagiert die Probleme von heute für die Zukunft lösen.

In 60 Jahren hat das ift Rosenheim für anstehende Probleme praxistaugliche Lösungen entwickelt – ganz nach dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“. In dieser Zeit wurde eine Vielzahl neuer Prüfverfahren inklusive neuer Prüfgeräte entwickelt sowie Richtlinien und Normen erarbeitet, da bis dahin nichts Entsprechendes existierte. Hierzu zählen große Themen wie die Ermittlung der Luft- und Schlagregendichtheit, Wärme- und Brandschutz und ganz aktuell der Schutz von Gebäuden vor physischen Belastungen durch Wetterextreme sowie durch Einbruch, Vandalismus oder Sabotage. Als logische Folge entstand dann auch der Vorläufer der ift MessTec GmbH, die heute als eigenständige Gesellschaft Prüf- und Kalibriertechnik für das ift Rosenheim, aber auch für Labore bei Herstellern und Zulieferern sowie Prüfgeräte für andere Prüfinstitute entwickelt, baut und kalibriert sowie mit Experten des ift Rosenheim für die Schulung der Prüfer sorgt.

Eine sehr dynamische Phase begann 2004 mit dem Führungsduo Dr. Jochen Peichl als Geschäftsführer und Prof. Ulrich Sieberath als Institutsleiter sowie knapp 100 Mitarbeitern. Im Zuge der Bauproduktenrichtlinie mit CE-Kennzeichnung und europäischen Produktnormen sowie den komplexen Themenfeldern Nachhaltigkeit, Umwelt und Sicherheit kamen neue Anforderungen und Aufgaben auf die Branche zu. Um diese Herausforderungen zu bewältigen sind auch die Dienstleistungen des ift Rosenheim sowie die Mitarbeiterzahl auf nunmehr 230 gewachsen. Ebenso wurde das ift Rosenheim internationaler und macht nun ca. 30 Prozent des Umsatzes mit internationalen Kunden, die die hohe Kompetenz und Verlässlichkeit des ift Rosenheim zu schätzen wissen.

Aktuell stehen der Branche und dem ift Rosenheim wieder große Veränderungen und Herausforderungen bevor. Die Produktion und die Produkte müssen nachhaltiger, kreislauffähig und resilienter werden. Das bedeutet eine grundlegende Änderung der Konstruktionen und der Geschäftsmodelle, denn die Verantwortung der Hersteller wird zukünftig von der Herstellung über die Nutzung bis zum Rückbau reichen. Hierfür müssen geeignete Konzepte für Reparatur, Ersatzteilversorgung sowie ein sortenreines Recycling und Ideen für die Umnutzung und Wiederverwendung der einzelnen Materialien und Produkte entwickelt werden. Gleichzeitig ändern sich nationale und globale Märkte sowie der Lieferketten. Auch die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz wird alle Bereiche der Unternehmen beeinflussen – von der Konstruktion über Produktion bis zum Vertrieb.

Der Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Winfried Heusler bringt es mit seinen eigenen Worten auf den Punkt: „Im Zeichen des Klimawandels, der Digitalisierung und der KI stehen wir vor epochalen Änderungen, für die wir Lösungen entwickeln werden, um der Branche Chancen zu eröffnen“. Das ift Rosenheim investiert deshalb in Technik, IT und Personal, um den großen Erfahrungsschatz, das Wissen und die Daten aus 60 Jahren zum Vorteil der Kunden und der Branche zu nutzen – ganz nach dem Motto „Mit Wissen und Erfahrung in die Zukunft!“.

zuletzt editiert am 19. Februar 2026