Ein freundlicher Geschäftsmann in einem dunkelblauen Anzug sitzt auf einem modernen Sofa in einem hellen Büro und führt ein angenehmes Gespräch mit einer weiteren Person, die nur im Vordergrund unscharf zu sehen ist.
„Der Metallbauer übergibt Aluminium-Schrotte, die dann aufbereitet, sortiert und in Gießereien zu neuen Pressbolzen verarbeitet werden. Daraus entstehen neue Profile“, beschreibt Thomas Lauritzen den Vorgang des Aluminium-Recyclings. (Quelle: A|U|F e.V.)

Interviews mit Branchenpartnern 2026-10-28T10:50:53.520Z A|U|F: Eine starke Stimme für Aluminium

Aluminium lässt sich nahezu unbegrenzt recyceln, ohne seine Materialeigenschaften zu verlieren – beste Voraussetzungen für die Kreislaufwirtschaft. Im Fenster-, Türen- und Fassadenbau setzt sich der A|U|F e.V. seit mehr als drei Jahrzehnten für geschlossene Wertstoffkreisläufe ein. Über die Herausforderungen dabei sprechen wir mit Thomas Lauritzen, Vorstandsvorsitzender des A|U|F e.V.

Ein grafisches Logo zum Thema Aluminium-Wertstoffkreislauf mit dem Schriftzug AUF, umrahmt von einem blauen und grünen Pfeilsymbol, das einen geschlossenen Kreislauf symbolisiert.

Hintergrund

Der A|U|F e.V.

organisiert seit 1994 einen geschlossenen, dokumentierten Wertstoffkreislauf für Aluminium aus Fenster-, Türen- und Fassadenanwendungen. Das Netzwerk umfasst mehr als 250 Mitglieder und Metallbau-Unternehmen. Darunter über 15 Sammelpartner sowie viele zertifizierte Umwelt- und Recyclingbetriebe. Mitglieder können Fertigungsreste und ausgebaute Aluminiumelemente über ein bundesweites Sammelnetz zurückführen; Container werden von den Sammelpartnern bei Bedarf direkt auf der Baustelle bereitgestellt. A|U|F bietet allen Beteiligten außerdem Zertifikate, Nachweise, Ausschreibungstexte, Informationsmaterial und individuelle Beratung.

Der A|U|F e.V. ist Vorreiter für das Recycling von Aluminiumprofilen im Bauwesen. Welche Entwicklungen haben die Arbeit des Verbandes in den vergangenen Jahren besonders geprägt?

Aus ersten Pilotprojekten ist ein bundesweit organisierter Wertstoffkreislauf geworden. Heute geht es nicht mehr nur darum, Aluminiumschrotte zu erfassen, sondern sie dokumentiert und auf hohem Qualitätsniveau in neue Bauprodukte zurückzuführen. Nachhaltigkeitsnachweise, Rückbaubarkeit und Kreislauffähigkeit sind für Bauherren, Planer und öffentliche Auftraggeber wichtiger geworden. Gleichzeitig wächst der Rohstoffdruck: Hochwertige Aluminiumschrotte sind Wertstoffe, die international stark gefragt sind. Deshalb wollen wir die Knetlegierungen von Bauprofilen in Europa halten.

Nachhaltigkeit wird zum Entscheidungskriterium bei Ausschreibungen und Bauprojekten. Welche Bedeutung hat die Verwendung von Recyclingaluminium heute für Metallbauer?

Es wird zum Wettbewerbsfaktor. Auftraggeber verlangen belastbare Angaben zur Umweltwirkung und Kreislauffähigkeit der eingesetzten Produkte. Wer am A|U|F-System teilnimmt, kann die Rückführung der Schrotte in einen geschlossenen Kreislauf dokumentieren und erhält dafür ein geprüftes Zertifikat. Sekundäraluminium verbessert die CO₂-Bilanz neuer Bauelemente erheblich.

Damit gebrauchte Aluminiumprofile wieder in den Wertstoffkreislauf gelangen, müssen viele Akteure zusammenarbeiten. Wie funktioniert dieses Netzwerk, und welche Rolle spielen Metallbaubetriebe dabei?

Der Kreislauf beginnt mit den Architekten bei Planung und Ausschreibung des Rückbaus. Auf Basis dieses Konzeptes müssen Fenster, Türen und Fassadenelemente beispielsweise vom Metallbaubetrieb sortenrein getrennt und gesammelt werden. Der Metallbauer übergibt Fertigungsreste und ausgebaute Profile an zertifizierte Sammel- und Umweltpartner oder lässt Container auf der Baustelle bereitstellen. Anschließend werden die Schrotte aufbereitet, sortiert und in Gießereien zu neuen Pressbolzen verarbeitet. Daraus entstehen neue Profile. Metallbauer können somit das entscheidende Bindeglied im Kreislauf sein.

Der A|U|F e.V. organisiert seit 1994 einen geschlossenen, dokumentierten Wertstoffkreislauf für Aluminium aus Fenster-, Türen- und Fassadenanwendungen.
Sortenrein gesammelte Aluminiumprofile können auf hohem Niveau recycelt werden, sodass wieder Profile für Fenster, Türen oder Fassaden entstehen. (Quelle: A|U|F e.V.)

Die Bauwirtschaft muss ihren CO₂-Fußabdruck deutlich reduzieren. Welchen Beitrag kann das Aluminiumrecycling leisten, und welche Ziele verfolgt der A|U|F e.V. für die kommenden Jahre?

2024 wurden über den A|U|F rund 75.000 Tonnen Aluminium in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Das entspricht einer CO₂-Einsparung von etwa 400.000 Tonnen. Künftig wollen wir noch mehr Post-Consumer-Schrotte erfassen und Abflüsse aus Europa verringern. Schwerpunkte sind recyclinggerechte Konstruktionen, eine bessere Trennbarkeit komplexer Bauteile und moderne Sortiertechnologien. Entscheidend ist, Kreislaufwirtschaft über die gesamte Wertschöpfungskette verbindlich zu verankern.

Wo können sich interessierte Metallbauer informieren?

Digital auf unserer Website unter https://a-u-f.com/ oder vor Ort bei unserer Veranstaltungsreihe „A|U|F on Tour“ zum Beispiel. Die nächste Station ist am 15. Oktober 2026 bei der Metallbau Windeck GmbH in Kloster Lehnin. Ab 16 Uhr kann der Betrieb besichtigt werden. Anschließend informieren Fachvorträge über nachhaltiges Wirtschaften, Kreislaufwirtschaft im Metallbau, die Vorteile einer A|U|F-Mitgliedschaft und die Revitalisierung von Gebäuden. Eine Podiumsdiskussion und das Get-together bieten Gelegenheit zum Austausch. Anmeldungen unter info@a-u-f.com.

Unser Interviewpartner

Thomas Lauritzen

ist Vorstandsvorsitzender des A|U|F e.V. und setzt sich seit vielen Jahren für geschlossene Wertstoffkreisläufe bei Aluminium-Bauprodukten ein. Davor war Thomas Lauritzen über 30 Jahre unter anderem Unternehmenssprecher  bei der Schüco International KG. Heute vertritt er die Ziele der Recyclinginitiative A|U|F e.V. in der Öffentlichkeit, in Fachgremien sowie auf Branchenveranstaltungen und Messen. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören die Rohstoffsicherung in Europa und die stärkere Verankerung der Kreislaufwirtschaft in Planung und Ausschreibung. Dabei wirbt er für eine engere Zusammenarbeit von Systemhäusern, Metallbaubetrieben, Planern, Recyclingpartnern und Abbruchunternehmen.

zuletzt editiert am 28. Oktober 2026
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