Die Werkzeugaufbereitung kann die Werkzeugstandzeit verdreifachen. Foto: Sandvik Coromant
Die Werkzeugaufbereitung kann die Werkzeugstandzeit verdreifachen. Foto: Sandvik Coromant

Feinwerktechnik

21. September 2021 | Teilen auf:

Aufbereitung: Ein entscheidendes Werkzeug im Sortiment

(September 2021) Zerspanungsprozesse wie Bohren, Fräsen und Schlichten sind eine enorme Belastung für die eingesetzten Werkzeuge. Die Werkzeugaufbereitung kann die Lebensdauer eines Werkzeugs verlängern – und letztlich eine kosteneffektive und nachhaltige Alternative zur Neuanschaffung sein.

Auch wenn das Wort „aufbereitet“ erst einmal bei vielen Menschen die Vermutung eingeschränkter Leistungsfähigkeit abgenutzter, überlasteter Werkzeuge im Vergleich zu Neuprodukten hervorruft, liefern verlässlich aufbereitete Werkzeuge genau die gleichen konstanten Bearbeitungsergebnisse wie neue Werkzeuge. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch einige Missverständnisse hinsichtlich aufbereiteter Werkzeuge.

Aufbereitung nicht gleich Reparatur

Im Gegensatz zu einer Reparatur, bei der nur die defekten Teile untersucht und ersetzt werden, werden bei der Aufbereitung alle Produktfacetten verjüngt. Dadurch befinden sich aufbereitete Werkzeuge in dem gleichen Zustand wie ein fabrikneues Produkt.

Jedoch unterscheidet sich die Aufbereitung von Zerspanungswerkzeugen leicht von der Aufbereitung anderer Produkte, da der Werkzeugverschleiß je nach Anwendung extrem variieren kann. So treten in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie, wo Werkzeuge häufig viele Bohrungen in einem einzigen Arbeitsgang herstellen müssen, in der Regel mehr Beschädigungen auf. Gleiches gilt für Branchen, die unter schwierigen Bedingungen operieren: Beispielsweise sind Werkzeuge, die in der Luftfahrt- sowie in der Öl- und Gasindustrie zum Einsatz kommen, häufig raueren Umgebungen ausgesetzt, wodurch sich die Lebensdauer ebenfalls verringern kann.

Weil sich bei Vollhartmetallwerkzeugen nicht die Frage stellt, ob das Werkzeug aufbereitet wird, sondern nur wann dies geschieht, sollten Werkzeughersteller die Werkzeugaufbereitung bereits in der Konstruktionsphase unbedingt berücksichtigen.

Gewöhnlich wird durch die Speicherung der CAD-Daten sichergestellt, dass die aufbereiteten Werkzeuge über die ursprünglichen Geometrien und -beschichtungen verfügen. Bei Sonderwerkzeugen ist dies zwingend notwendig, da andernfalls die kundenspezifischen Werkzeugspezifikationen nicht wieder erfüllt werden können.

Handeln Sie nachhaltig

Anders als der Kauf und Wiederkauf von neuen Werkzeugen trägt ein Werkzeug, das mehrfach wiederverwendet werden kann, zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bei. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da Vollhartmetallwerkzeuge wie die von Sandvik Coromant aus einer Reihe nichterneuerbarer Rohstoffe wie Kobalt und Wolfram hergestellt werden und die Ressourcen von letzterem beispielsweise aller Voraussicht nach bereits in einhundert Jahren erschöpft sein werden.

Folgerichtig müssen für einen nachhaltigen Umgang mit begrenzten Ressourcen auch Werkzeuge möglichst lange im Einsatz sein, weshalb der Werkzeugaufbereitung eine immens wichtige Rolle zukommt. Der Anbieter von Werkzeugen und Zer-spanungslösungen Sandvik Coromant bietet einen eigenen Werkzeugaufbereitungsservice an, den Kunden in ihre Werkzeugstrategien integrieren können. Da fast alle Vollhartmetallwerkzeuge von Sandvik Coromant für die Aufbereitung geeignet sind, müssen Kunden lediglich ihre verschlissenen Werkzeuge in einer von Sandvik Coromant gelieferten Aufbereitungsbox an das entsprechende Zentrum versenden. In den spezialisierten Zentren in Europa, Asien und Amerika werden sowohl die Werkzeuggeometrie als auch die Werkzeugbeschichtung gemäß der ursprünglichen Spezifikationen wiederhergestellt.

Nutzen Sie mehrer Aufbereitungszyklen

Auch wenn bereits das einmalige Aufbereiten die Langlebigkeit der Werkzeuge deutlich verbessert, sollten Werkzeuge idealerweise mehrmals aufbereitet und eingesetzt werden können. Werkzeughersteller sollten deshalb stets bestrebt sein, Werkzeuge herzustellen, die ohne Qualitätseinbußen mehrere Aufbereitungszyklen durchlaufen können.

Aus diesem Grund hat Sandvik Coromant den neuen Vollhartmetallbohrer Coro-Drill 860 mit -GM-Geometrie entwickelt. Sein verbesserte Werkzeugdesign sorgt im Vergleich zu den Vorgängern der Coro-Drill Serie für eine höhere Werkzeugstandzeit. Außerdem garantiert der schwedische Werkzeugspezialist, dass das Bohrwerkzeug für bis zu drei Aufbereitungen geeignet ist. Dadurch erhält der Kunde beim Kauf des neuesten Coro-Drill 860 nicht ein, sondern effektiv vier Werkzeuge für seine Bohroperationen.

Fazit:

Verfreifachen Sie die Werkzeugstandzeit

Das Ersetzen von Vollhartmetallwerkzeugen durch einfache Neuanschaffung kann sowohl kostenintensiv als auch weniger nachhaltig sein. Damit aber die Werkzeugaufbereitung in den Nachhaltigkeitsplänen von Unternehmen eine Schlüsselrolle spielen kann, muss zunächst mit den falschen Vorstellungen zum Thema Werkzeugaufbereitung aufgeräumt werden. Schließlich kann die Werkzeugaufbereitung Fertigungsunternehmen nicht nur dabei helfen, das Beste aus ihren Werkzeugen herauszuholen, sondern wie im Fall des Coro-Drill 860-GM die Werkzeugstandzeit zu verdreifachen. (Quelle: Jill Glynn, Commercial Services Manager bei Sandvik Coromant)