Eine lächelnde Frau mit langem blonden Haar sitzt an einem Schreibtisch und arbeitet an einem schwarzen Lenovo ThinkPad-Laptop in einem modernen Büro. Im Hintergrund sind zusätzliche Bildschirme, Headsets und eine Orchidee zu sehen. Die Szene vermittelt eine freundliche, professionelle Arbeitsatmosphäre.
„Für Handwerker ist sie ein Ort für Innovationen zum Anfassen: Materialien und Produkte können angesehen, verglichen und häufig auch ausprobiert werden“, beschreibt Messe-Chefin Cornelia Lutz die Weltleitmesse BAU. (Quelle: Messe München)

Interviews mit Branchenpartnern 2026-08-24T00:00:00Z „Innovationsmotor auch für das Metallhandwerk“

BAU 2027: Die Messe bringt Architekten, Planer, Handwerk und Industrie erneut in München zusammen. Im Interview spricht BAU-Projektleiterin Cornelia Lutz über die Rolle des Metallhandwerks, aktuelle Branchentrends, nachhaltiges Bauen und darüber, welche Impulse die Weltleitmesse für Unternehmen, Fachkräfte und Nachwuchs bereithält.

Frau Lutz, welche Schwerpunkte setzt die Messe BAU 2027 mit Blick auf das Metallhandwerk? 

Das Metallhandwerk ist auf der BAU sehr breit vertreten. Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Bauteile, sondern um Fassaden, Fenster, Türen, Gebäudeautomation und modulare Lösungen. Folgende Schwerpunkte der BAU passen daher sehr gut zum Metallbau: ressourcenschonende Werkstoffe, klimaresiliente Gebäudehüllen, Bauen im Bestand und digitale Prozesse. Eine besonders wichtige Rolle spielt zudem die Vorfertigung. Systemlösungen, serielle Bauelemente, modulare Fassaden sowie vormontierte Tür- und Fensterlösungen gewinnen deutlich an Bedeutung. 

Welche Entwicklungen und Innovationen werden nach Ihrer Einschätzung das Metallhandwerk auf der BAU 2027 besonders prägen?

Ich sehe mehrere starke Entwicklungen. Die Nachfrage nach CO₂-reduzierten und kreislauffähigen Materialien wird weiter steigen, vor allem bei Aluminium und Stahl. Großes Potenzial hat außerdem die Fassade. Sie ist heute weit mehr als ein gestalterisches Element und übernimmt Funktionen bei Energieeffizienz, Tageslichtlenkung, Schall- und Brandschutz. Daneben werden digitale Planung, Automatisierung sowie serielles und modulares Bauen prägend sein. Balkone, Treppen, Fassadenmodule und weitere vorgefertigte Elemente eröffnen dem Metallbau neue Chancen. Dazu bieten wir in Halle A2 einen größeren Ausstellungsbereich und ein eigenes Forum. 

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Bauweisen auf der kommenden Messe? 

Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die BAU 2027. Das Leitthema Material & Ressource umfasst zirkuläres Bauen, Recycling, Urban Mining und den Grundsatz Umbau statt Abriss. Auch Klimaschutz und Klimaanpassung spielen eine zentrale Rolle: Gebäude müssen Emissionen senken und zugleich widerstandsfähiger gegen Hitze und andere Klimafolgen werden. Für das Metallhandwerk stellt sich damit eine sehr praktische Frage: Wie können langlebige, reparierbare und rückbaubare Metallkonstruktionen zu klimafesten Gebäuden beitragen?

Hauptmotiv: Frau mit Laptop im Büro. Eine blonde Frau sitzt an einem Schreibtisch und arbeitet am geöffneten ThinkPad-Laptop, trägt ein helles Kleid mit Blumenmuster, gestikuliert während eines Gesprächs; im Hintergrund sind Monitore und eine Orchidee sichtbar.
Cornelia Lutz: „Balkone, Treppen, Fassadenmodule und weitere vorgefertigte Elemente eröffnen dem Metallbau neue Chancen. Dazu bieten wir in Halle A2 einen größeren Ausstellungsbereich und ein eigenes Forum.“ (Quelle: Messe München)

Wie unterstützt die BAU 2027 den Austausch zwischen Handwerk, Industrie, Architekten und Planern? 

Die Messe bringt als Weltleitmesse alle entscheidenden Gruppen an einem Ort zusammen. Der Austausch findet in Foren, Fachveranstaltungen, Sonderschauen, geführten Touren und natürlich direkt an den Messeständen statt. Für das Handwerk ist besonders wertvoll, dass sich technische Fragen zu Montage, Zulassung, Wartung, Lieferfähigkeit oder Wirtschaftlichkeit unmittelbar klären lassen. Gerade bei Fassaden, Fenstern und Türen ist der gewerke-
übergreifende Dialog wichtig. Metallbau, Glas, Elektrotechnik, Gebäudeautomation und Planung rücken immer enger zusammen.

Welche Themen rund um Digitalisierung und automatisierte Prozesse stehen im Fokus der Messe? 

Bei Digitalisierung denkt man schnell an BIM, Künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge. Auf der BAU zeigen wir aber die gesamte Bandbreite: von der Planung über Ausführung und Betrieb bis zum Rückbau. Für Metallbetriebe sind digitales Aufmaß, 3D-Planung, Schnittstellen zur Fertigung und digitale Montageunterlagen besonders relevant. Gleichzeitig gewinnen Plattformen, Wearables und vernetzte Baustellendaten an Bedeutung. In Halle C5 finden Besucherinnen und Besucher zahlreiche Lösungen rund um Digitalisierung im Bauwesen.

Der Fachkräftemangel beschäftigt viele Betriebe. Welche Angebote macht die BAU 2027 für Nachwuchs und Fachkräftegewinnung? 

Fachkräftegewinnung und Nachwuchsförderung beschäftigen uns schon seit vielen Jahren. Deshalb sprechen wir auf der BAU auch gezielt Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger an. Dazu gehören unter anderem ein Young-Professionals-Programm und thematische Messerundgänge für Studierende. Mit der „BLACK BOX“ präsentieren wir zudem ein neues Format, das für junge Zielgruppen sehr spannend sein dürfte. Dort zeigen Unternehmen Start-ups zukunftsfähige Lösungen, ergänzt durch interaktive Formate. So wollen wir Lust auf die Branche machen. Außerdem wird es ein „Future Lab“ auf der BAU 2027 geben, in dem wir Start-ups eine Plattform bieten, um sich und ihre Lösungen zu präsentieren.

Welche Chancen bietet die BAU speziell kleinen und mittelständischen Metallhandwerksbetrieben? 

Kleine und mittelständische Betriebe profitieren vor allem davon, dass sie in kurzer Zeit viele Systeme, Hersteller und Lösungen vergleichen können. Die BAU hilft, Trends früh zu erkennen und Investitionsentscheidungen besser vorzubereiten. Für Handwerker ist sie ein Ort für Innovationen zum Anfassen: Materialien und Produkte können angesehen, verglichen und häufig auch ausprobiert werden. So lässt sich sehr konkret prüfen, welche Lösungen zum eigenen Betrieb passen.

Worauf dürfen sich Besucherinnen und Besucher der BAU 2027 aus Ihrer Sicht besonders freuen? 

Wer wissen will, wie Metallbau, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Sanierung und Vorfertigung zusammenwachsen, bekommt auf der Messe einen kompakten Überblick. In 18 Hallen zeigen die Aussteller Lösungen aus allen wichtigen Gewerken. Besonders stark ist die Verbindung von Praxis und Zukunft: Die BAU zeigt nicht nur Visionen, sondern Techniken, Materialien und Anwendungen, die sich konkret umsetzen lassen. Neben der „BLACK BOX“ mit Fokus auf Interaktion, Recycling und innovative Bauprozesse möchte ich auch das serielle und modulare Bauen hervorheben. Für Metallbauer ist das besonders interessant, weil Vorfertigung, Montagefreundlichkeit und Systembauteile dort eine Schlüsselrolle spielen. 

zuletzt editiert am 20. August 2026
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