Zwei Personen im Gespräch vor einem großen Fenster mit Stadtpanorama im Hintergrund.
,,Wir wollen gemeinsam mit unseren Verarbeitern das Thema Nachhaltigkeit in der Baubranche voranbringen, denn wir sind sicher, dass wir nur damit langfristig zukunftsgerecht aufgestellt sind", erläutert Andreas Engelhardt im Gespräch mit Yvonne Schneider von M&T. (Quelle: M&T J.Siehoff)

Interviews mit Branchenpartnern 2025-03-27T09:43:14.354Z Fenster und Fassaden: „Bauen im Bestand voranbringen“

Die Bestandsgebäude sind die Rohstofflager der Zukunft – nach diesem Verständnis entwickelt Schüco neue Angebote für Bauen im Bestand für den Verarbeiter. Warum das ein lohnendes Geschäft ist und wie sein Unternehmen Metallbauer dabei unterstützt, verrät Schüco-Chef Andreas Engelhardt im Interview mit Yvonne Schneider (M&T).

Herr Engelhardt, die Gebäudesanierung und -instandhaltung sind besonders wichtige Schlüssel für die Erreichung unserer Klimaziele. Sie haben mit „Value Up“ ein Lösungsangebot. Was sind die wichtigsten Inhalte für Metallbauer?

Mit ,,Schüco Value Up" bieten wir ein objektspezifisches Lösungsangebot für eine prozesssichere und wirtschaftliche Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen. Sanierungsprojekte müssen sich lohnen. Deshalb bieten wir unseren Partnern ein klares Sanierungskonzept im Vorfeld und eine breite Produktpalette für jede Form der Sanierung von minimal bis vollumfänglich.

Was sind die Chancen, die Schüco in diesem Rahmen mit seinen Partnern nutzen möchte?

Im Bestandsbau liegt großes wirtschaftliches Potenzial. Für die kommenden Jahre werden für dieses Segment höhere Wachstumsraten erwartet als im Neubau. Aber derzeit stagniert die Sanierungsquote bei etwa 0,7 Prozent. Das ist viel zu wenig. Wir müssen das Bauen im Bestand voranbringen. Dafür haben wir ein ganzheitliches Konzept, das dabei unterstützt, dass Gebäude durch eine Sanierung ihren Wert langfristig erhalten und sogar steigern. Damit wird die Sanierung und Instandhaltung auch eine wachsende Bauaufgabe für unsere Verarbeiter.

Warum ist die Kampagne notwendig? Ist der Prozess des Sanierens besonders komplex? 

Anders als bei einem Neubau hat man bei einem Sanierungsprojekt einen unbekannten Ausgangszustand, auf den alle am Bau Beteiligten reagieren müssen. Das macht das Bauen im Bestand tatsächlich komplex. Deshalb haben wir mit Schüco Value Up ein Lösungsangebot für einen planbaren und objektspezifischen Sanierungsprozess entwickelt. Das heißt, dass die Metallbauer nicht nur von unserem speziellen Produktportfolio profitieren, sondern auch von einer Analyse des Bestandsgebäudes und einer umfangreichen Planung im Vorfeld. Das reduziert Schnittstellenprobleme, vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen den Gewerken und beschleunigt Bauabläufe erheblich.

„Wir wollen das Global Warming Potential eines Gebäudes so gering wie möglich halten.“

Andreas Engelhardt, Schüco-Chef

Und wo ist die Verbindung zu „Schüco Carbon Control“? 

Schüco Carbon Control bildet die große Klammer und ist mittlerweile zum Standard geworden. Das Ziel von Carbon Control ist, den CO2-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus der Gebäudehülle zu reduzieren. Das gilt für den Neubau, aber auch für Bestandsgebäude. Wir wollen das Global Warming Potential eines Gebäudes so gering wie möglich halten. Das gelingt am besten, wenn bestehende Ressourcen möglichst lange genutzt werden. Und hier greift Schüco Value Up: Verbaute, graue Emissionen werden nicht abgerissen, sondern durch Ertüchtigung, Elementtausch oder Kernsanierung bestmöglich weitergenutzt. Das spart CO2 und entspricht dem ganzheitlichen Gedanken von Carbon Control.

Mit „Schüco Service“ bieten Sie Metallbaubetrieben neue Dienstleistungen an, bis hin zu einer drohnenunterstützten Einschätzung des Sanierungspotenzials eines Gebäudes. Welche Leistungen kann der Handwerker bei Ihnen abrufen?

Schüco Service unterstützt mit einer Bestandsaufnahme mittels Drohnenscans und berät zu Sanierungsmaßnamen. Gleichzeitig übernimmt Schüco Service die komplette Wartung und Instandhaltung von Schüco- und auch Fremdsystemen, um den Lebenszyklus jeder Gebäudehülle zu verlängern. So können sich unsere Partner komplett auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Und wie ist Schüco Service organisiert?

Unsere Servicetechniker sind über ganz Deutschland verteilt für eine flächendeckende und schnelle Versorgung. Wir planen, unser Angebot stetig auszubauen und weiterzuentwickeln. Aktuell sind wir in Deutschland, den Niederlanden und Italien mit Schüco Service aktiv und planen, weitere Länder in Europa zu erschließen.

Sie haben die Image- und Recruitingkampagne „Metallbau(t) Zukunft“ ins Leben gerufen. Sie soll Fachkräfte für diejenigen Betriebe des Metallbauerhandwerks gewinnen, die sich an der Initiative beteiligen. Wie viele Betriebe sind schon dabei, und was hat die Kampagne bislang für Schüco gebracht? 

Unsere Initiative Metallbau(t) Zukunft mit über 400 teilnehmenden deutschen Metallhandwerksbetrieben und einer stetig wachsenden Präsenz im Internet und auf Social Media hat sich als zentrale Plattform für Innovation und Vernetzung in der Branche etabliert. Über 1.000 direkte Kontaktaufnahmen von potenziellen Bewerbern konnten wir bisher über unsere Plattform an die teilnehmenden Betriebe vermitteln. Und ab 2025 erweitern wir unsere Aktivitäten auch nach Österreich.

Inwiefern sehen Sie die Zusammenarbeit zwischen Schüco und Metallbauunternehmen als essenziell für die Weiterentwicklung der Branche?

Bei allem, was wir tun, arbeiten wir eng mit unseren Partnern zusammen, um gemeinsam wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Bei der Entwicklung fokussieren wir uns auf die Lösungen, die den besten Nutzen für die Bauherren, aber auch für unsere Kunden bringen. Wir geben unser Bestes, damit unsere Partner mit unseren Systemen wettbewerbsfähig sind und sich auch international auf jede Ausschreibung bewerben können. Dabei spielt die nachhaltige Transformation für uns eine große Rolle. Wir wollen gemeinsam mit unseren Verarbeitern das Thema Nachhaltigkeit in der Baubranche voranbringen, denn wir sind sicher, dass wir nur damit langfristig zukunftsgerecht aufgestellt sind.

Zwei Personen im Gespräch vor einem großen Fenster mit Stadtpanorama im Hintergrund.
,,Bei der Entwicklung fokussieren wir uns auf die Lösungen, die den besten Nutzen für die Bauherren, aber auch für unsere Kunden bringen", beschreibt Andreas Engelhardt. (Quelle: M&T J.Siehoff)

Als Partner des Deutschen Metallbaupreises unterstützen Sie Betriebe dabei, ihre Spitzenleistungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Warum raten Sie Betrieben, sich zu bewerben? 

Der Deutsche Metallbaupreis ist eine tolle Möglichkeit für unsere Partner, ihr Können unter Beweis zu stellen. Wir sponsern schon lange den Deutschen Metallbaupreis, weil wir unsere Partner ermutigen möchten, auch mal über den Tellerrand zu schauen. Die Gewinner zeigen jedes Jahr, was für ein großartiges Handwerk sich hinter dem Beruf verbirgt, und inspirieren damit hoffentlich andere Betriebe, aber auch junge Menschen, sich für das Handwerk zu begeistern.

An welchen Zielen und Produkt-Entwicklungen arbeiten Sie persönlich derzeit am liebsten? 

Unser Ziel ist es, den gesamten Lebenszyklus der Gebäudehülle zu begleiten, von der Bestandsanalyse bei Altbauten, über die Planung, den Bau, Betrieb, die Sanierung bis hin zum Rückbau und Recycling. Wir haben in den letzten Jahren unsere Lösungen und Services für diesen Kreislauf immer mehr erweitert. Und wir arbeiten weiter daran. Bei allem ist mir das Thema Nachhaltigkeit persönlich sehr wichtig. Zirkuläre, CO2-arme Produktentwicklungen anbieten zu können und damit einen Beitrag zu leisten, damit die Baubranche sich nachhaltig verändert, das ist eine großartige Sache.

Zur Person

Andreas Engelhardt...

...ist seit über zehn Jahren persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG. Zusätzlich dazu ist er unter anderem Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Lebendige Stadt“.

Die Schüco Gruppe mit Hauptsitz in Bielefeld entwickelt und vertreibt mit 6.750 Mitarbeitenden Systemlösungen für die Gebäudehülle aus den Materialien Aluminium, Stahl und Kunststoff. Darüber hinaus bietet Schüco Beratung und digitale Lösungen für alle Phasen eines Bauprojekts.

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zuletzt editiert am 27. März 2025