Der Lernbedarf von Jugendlichen stand im Fokus des Berufsbildungskongresses, denn die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Ausbildung im Metallhandwerk ist wichtig wie nie, damit die Betriebe auch mittel- und langfristig Fachkräfte haben.
Wie sie inhaltlich, methodisch und technisch aussehen kann, war Thema des zehnten Berufsbildungskongresses des Metallhandwerks vom 22. bis 23. Juni 2015 in Göttingen. Die rund achtzig Kongressbesucher aus Landesverbänden, Innungen, Berufsschulen, Verlagen und Berufsbildungsgremien informierten sich über Innovationen am Bildungsmarkt, Marktchancen und Arbeitsmittel. Sie fragten, diskutierten und tauschten sich über Gesellenprüfungen, neue Ausbildungsberufe und Qualitätssicherung in der Meistervorbereitung aus. Außerdem erwarteten das Fachpublikum Informationen über den Einsatz virtueller Lernmedien und über die Lebens- und Lerngewohnheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Tschüss eLearing, hallo C-Learning (Cloud Learning)“, formulierte Professor Wim Veen von der Technischen Universität Delft plakativ. Denn das Sozial- und Lernverhalten heutiger Jugendlicher sei von der digitalen Interaktion und der virtuellen Vernetzung geprägt. Sie müssen ebenso wie die dann nachkommenden Generationen von den Bildungsanbietern und Pädagogen bei diesen Erfahrungen abgeholt werden.
Generation Y-Z
Der Workshop „Generation Y-Z“ ging von der Grundannahme aus, dass in der Aus- und Weiterbildung Generationen mit unterschiedlichen Werten und Lebenseinstellungen aufeinandertreffen. Die Generation Y bezeichnet in der Soziologie all diejenigen Menschen, die etwa zwischen 1990 und 2010 Teenager waren, während Z für Kinder und Jugendliche steht, die heute zwischen neun und 17 Jahren alt sind. Sie sind noch intensiver mit digitalen Medien aufgewachsen. Lehrlingen fällt es immer schwerer, sich das von den Betrieben verlangte theoretische Wissen aus Büchern anzueignen. Deshalb kündigte der Bundesverband Metall (BVM) an, Ausbildungsbetrieben die Grundlagen und Fachthemen zur Vertiefung des Wissens, zur Aufarbeitung von Lücken und zur gezielten Prüfungsvorbereitung in Kooperation mit der Kölner eCademy GmbH über abonnierbare E-Learning-Module anzubieten. Das internet-gestützte Lernen sei kleinschrittig, flexibel und ermögliche eine eigenständige Lernkontrolle. Die Jugendlichen können selbst entscheiden, was sie lernen, und sprechen gut darauf an.
Der nächste Bildungskongress des Metallhandwerks: 21. bis 22. Juni 2016
„Wir wollen den Generationenwechsel gezielt begleiten und den Kongress nutzen, um gemeinsam neue Ideen zu erarbeiten“, so Erwin Kostyra, Präsident des Bundesverbands Metall (BVM). „Denn die Wissenschaft kann das Praxiswissen und die Best Practice Beispiele von Lehreren und Ausbildern nicht ersetzen. Sie ermöglicht aber einen Perspektivwechsel.“
Der nächste Bildungskongress des Metallhandwerks: 21. bis 22. Juni 2016. Ansprechpartner: Diether Hils, Telefon 0201/89619-11, E-Mail
diether.hils@metallhandwerk.de
. Einen ausführlichen Bericht enthält die September-Ausgabe der M&T-Metallhandwerk, die am 3. September 2015 erscheint.
